Direkt zum Inhalt
Hoffnung für den Iran?

Hoffnung für den Iran? Das Mullah-Regime will bis zuletzt gegen die Aufstände kämpfen!

ms - 25.07.2023 - 12:00 Uhr
Loading audio player...

Beim Kölner CSD vor einer guten Woche machte sich mit einem Parade-Wagen die LGBTI*-Community mit dem Mut der Verzweiflung noch über die frauen- und homosexuellenfeindliche Haltung des Regimes im Iran lustig, nun scheint es tatsächlich zaghaft ein klein wenig Hoffnung zu geben – das wenigstens erklärte jetzt die Islamwissenschaftlerin Katajun Amirpur gegenüber dem Deutschlandfunk.

Eine neue Form des Widerstandes im Land

Obwohl die sogenannte Sittenpolizei mit rabiater Brutalität weiterhin gegen Homosexuelle und Frauen ohne Kopftuch sowie Demonstranten vorgehe, wachse im Land der Widerstand gegen Kontrollen und Festnahmen immer mehr. Laut der Islamwissenschaftlerin halten immer mehr Menschen im Iran das System der Islamischen Republik nicht mehr für reformierbar.

Amirpur erklärte weiter, wenn jemand von der Sittenpolizei angesprochen oder in deren Fahrzeuge hineingezogen werde, griffen die Menschen drumherum inzwischen ein und versuchten, das zu verhindern. Das sei ein ganz neues Phänomen und eine neue Form des Widerstandes im Land.

Das Regime kämpft weiter gegen Frauen und Homosexuelle

Allerdings betonte die Expertin auch, dass die Revolutionsgarde notgedrungen bis zuletzt weiter gegen die eigene Bevölkerung kämpfen und dabei vor nichts zurückschrecken werde; notfalls würde das Mullah-Regime auch mit Panzern gegen die rebellischen Iraner vorgehen. Zudem bekräftigte Amirpur, dass die Einflussmöglichkeiten von Europa stark begrenzt seien, denn der Iran habe mit Russland, China und Indien starke Wirtschaftspartner.

So dürfte es sich aktuell nur um eine kleine Hoffnung für Homosexuelle im Land handeln, auch wenn im Frühjahr zwei lesbische LGBTI*-Aktivistinnen freigekommen waren, nachdem ihre Todesurteile auf internationalen Druck aufgehoben worden sind – weiterhin läuft aber ein Prozess gegen die beiden Frauen. Seit der Machtergreifung des Mullah-Regimes sollen mehr als 4.000 schwule Männer ermordet worden sein, Amnesty International offenbarte zuletzt, dass die iranischen Behörden auch bei Kindern und Jugendlichen Foltermethoden wie Elektroschocks und Peitschenhiebe anwenden.

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Sex-Studie geht viral

Neue Debatte über schwule Männer

Eine alte Studie über das Sexualverhalten schwuler Männer sorgt erneut für Diskussionen in sozialen Netzwerken. Wie viel Sex haben wir wirklich?
Nackte Tatsachen

Arsenal-Profi Piero Hincapié

Ein kurioser Zwischenfall bei einem Premier-League-Spiel von Arsenal sorgt derzeit international für Aufmerksamkeit, gerade unter schwulen Jungs.
Kritik an Trump Mobile

Ein Smartphone vom US-Präsidenten

Das erste Smartphone von Trump Mobile steht noch vor dem offiziellen Verkaufsstart massiv in der Kritik und sorgt für Heiterkeit.
Großbritannien stärkt LGBTIQ+

21 Millionen für queere Projekte

Die britische Regierung kündigt neue Millionenhilfen für LGBTIQ+ weltweit an und will ihre internationale Rolle in der Gleichstellungspolitik ausbauen
Dating ohne Wischen

Bumble setzt auf KI

Die Dating-Plattform Bumble will die bekannte Swipe-Funktion abschaffen und künftig verstärkt auf künstliche Intelligenz setzen.
US-Firmen beenden LGBTIQ+

Wenige setzt ein Zeichen dagegen

Viele Unternehmen kürzen oder beenden derzeit ihr LGBTIQ+-Engagement, der Sportartikelhersteller Converse geht eine andere Richtung.
Historische Wahl in Leeds

Erstes schwules Bürgermeister-Duo

Mit der Ernennung eines offen schwulen Lord Mayors und seines Partners schreibt die britische Stadt Leeds Stadtgeschichte.
Historisches Urteil in Kenia

Trans* und intersexuelle Menschen

Ein historisches Gerichtsurteil in Kenia bringt Fortschritte bei der rechtlichen Anerkennung von trans* und intersexuellen Menschen.
EU stärkt Opferschutz

Meilenstein für LGBTIQ+

Die EU hat eine neue Opferschutzrichtlinie beschlossen, die unter anderem erstmals sexuelle Orientierung und Geschlechtsidentität als Schutzkriterien nennt.