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Eine besondere Puppe Greta Gerwigs „Barbie“-Film ist ein queeres Meisterwerk

Von co - 07.07.2023 - 20:27 Uhr
Greta Gerwigs „Barbie“-Film ist ein queeres Meisterwerk
Foto: © ZUMA Press
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Für Regisseurin Greta Gerwig (39) war es wohl gar keine Frage, dass LGBTI*-Schauspielerinnen und -Schauspieler wie Scott Evans, Hari Nef und Alexandra Shipp unbedingt ins Barbieland gehören: Sie wusste genau, dass der Film LGBTI*-Personen mit einschließen musste.

Diverses Barbieland

Neben Margot Robbie und Ryan Gosling als originale Barbie- und Ken-Puppen zeigt Gerwigs Film eine Vielzahl von Barbies und Kens, die alle unterschiedlich sind und so die Vielseitigkeit der realen Welt widerspiegeln. Obwohl die Puppen definitiv farbenfroher und fröhlicher sind als die Wirklichkeit: Jede von ihnen wohnt in einem pinken Traumhaus, und jeden Tag gibt es eine neue Strandparty mit Hits von Dua Lipa, Lizzo, Ava Max, Nicki Minaj und Charli XCX.

„Wir öffnen die Tore zum Barbie-Universum“, erklärte Gerwig gegenüber Out. „Wir hätten diese Geschichte nicht erzählen können, ohne die LGBTI*-Community mit einzubeziehen. Es war uns wichtig, die Diversität aufzuzeigen, die Mattel mit all den verschiedenen Barbies und Kens geschaffen hat, die es heute gibt.“

Einfluss der Marke auf LGBTI*-Personen

Barbie gibt es seit 1959. Seither wurde die Puppe zur beliebtesten der Welt. Für viele aus der LGBTI*-Community war ihre Begegnung mit Barie mit all ihren austauschbaren Accessoires, ihrer karikativen Weiblichkeit und ihrem gutaussehenden Freund Ken ein Schlüsselmoment. Barbie wurde für sie zur guten Freundin, mit der sie ihre glamourösen Tendenzen ausprobieren und ausleben konnten. Das bestätigten auch Evans, Net und Shipp.

Feminismus-Ikone mit problematischer Vergangenheit

In ihrem Film wollte Gerwig auch die Kritik ansprechen, die Barbie während ihrer langen Geschichte zuteil wurde. Vor allem geht es da um die unrealistischen Schönheitsideale, die die Figur mit ihrem surreal dünnen Körper und ihrer Wespentaille propagierte.

Barbie ist jedoch mehr als ihr Äußeres: „Sie war die erste erwachsene Puppe, mit der die Leute spielen konnten“, so Gerwig weiter. „Barbie flog zum Mond bevor Frauen Kreditkarten besitzen durften. Barbie repräsentiert viele verschiedene Dinge. Aber auf gewisse Art war sie immer eine heimliche Verfechterin von Frauen am Arbeitsplatz und den Leistungen von Frauen in der Gesellschaft.“ Ja, gewisse Aspekte der Puppe seien problematisch – doch sie sei stets auch eine „Vorreiterin“ gewesen, die gesellschaftliche Entwicklungen förderte.

Greta Gerwig und Barbie

Bekannt wurde Gerwig durch ihre Hauptrolle im Spielberg-Film „Greenberg“ von 2010. Im Jahr 2017 inszenierte sie mit „Lady Bird“ ihren ersten eigenen Film. Drehbuch und Produktion übernahm sie selbst. Danach folgte „Little Women“. Beide Filme wurden für mehrere Oscars nominiert. Das Drehbuch zum Barbie-Realfilm schrieb Gerwig zusammen mit ihrem Partner Noah Baumbach.

Auch Gerwig fühlte sich in jungen Jahren mit Barbie verbunden – auch wenn sie lange keine bekam, weil ihre Mutter die Puppe nicht gut fand. Doch alle Mädchen in der Nachbarschaft hatten Barbies. Daher konnte Gerwig trotzdem mit ihnen spielen. Und wenn die Mädchen ihrer Puppen überdrüssig wurden, reichten sie sie an Gerwig weiter. Die Regisseurin erinnert sich allerdings noch gut daran, dass sie im Geschäft sehnsüchtig vor den großen Boxen stand. Die Barbies mit eindrucksvollen Frisuren gefielen ihr damals besonders gut.

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