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Homo-Ehe in Kuba! 67 Prozent der Einwohner sagen JA zur Ehe für alle

Von ms - 26.09.2022 - 16:30 Uhr
Homo-Ehe in Kuba!
Foto: IMAGO / Agencia EFE
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Ein klares und besonderes Statement für die Rechte von Homosexuellen geht heute von Kuba aus – nachdem die Bürger Kubas gestern erstmals bei einem Referendum über eine neue Definition von Ehe abstimmen durften, wurde heute Nachmittag nun das Ergebnis verkündet: 67 Prozent der Einwohner sprechen sich klar für eine Ehe für alle aus, sodass künftig auch homosexuelle Menschen heiraten dürfen.

Mit dem neuen Familiengesetz werden so gleichgeschlechtliche Ehen legalisiert. Kubas Präsident Miguel Díaz-Canel zeigte sich sichtlich erfreut über das klare Ergebnis und erklärte weiter: „Ein gerechtes, notwendiges, aktualisiertes und modernes Gesetz, das Rechte und Garantien für alle bringt!“ Durch die neuen Richtlinien wird eine Ehe auf Kuba künftig als eine “freiwillige Verbindung zwischen zwei Personen“ definiert, unabhängig vom Geschlecht. Zudem soll auch homosexuellen Paaren eine Adoption erlaubt werden und eine Leihmutterschaft ohne eine finanzielle Gegenleistung wird ebenso legalisiert. Das Referendum ist gleich aus mehrfacher Sicht eine kleine Revolution, abseits des Inhalts selbst ist es zudem nämlich das erste seiner Art in dem sozialistischen Inselstaat. Mit rund 74 Prozent Wahlbeteiligung zeigt sich, dass die Kubaner eine solche demokratische Willensbildung durchaus schätzen, insgesamt durften rund acht Millionen Einwohner ihre Stimme abgeben.

Kuba ist in puncto Homosexualität noch immer ein geteiltes Land, hat aber in den letzten zwanzig Jahren viele Fortschritte gemacht. Im ländlichen Raum wird Homosexualität noch oftmals abgelehnt, in den großen Ballungszentren, allen voran Havanna, hat sich eine kleine aber feine LGBTI*-Community inklusive Bars und Treffpunkten etabliert. Bis in die 1990er Jahre hinein galt Homosexualität noch oft als “antisoziales Verhalten“, zuvor landeten Homosexuelle oftmals auch direkt in tödlichen Umerziehungslagern oder wurden aufgrund von gleichgeschlechtlichem Sex mit hohen Geld- und Haftstrafen belegt. Die Regierung selbst hatte jetzt aber in den Wochen vor der Wahl in den Medien sowie auf Plakaten für das Referendum geworben, nachdem im Juli der letztgültige Gesetzentwurf sowie die Verabschiedung der Volksabstimmung vom Parlament freigegeben worden war. Justizminister Oscar Silvera Martínez sprach von einem historischen Tag, gerade auch mit Blick auf die Tatsache, dass es bereits mehrfach Initiativen zur Einführung einer gleichgeschlechtlichen Ehe in den vergangenen Jahren gegeben hatte, die allesamt von der katholischen Kirche massiv und bisher erfolgreich bekämpft worden waren. Nun hat sich eine deutliche Mehrheit der Kubaner klar gegen die Moral der Kirche und für einen Schritt in die Moderne ausgesprochen.

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