Direkt zum Inhalt
Parlament in Österreich im Einsatz gegen HIV // © IMAGO / Panthermedia
ANZEIGE

Parlament in Österreich Jeder zehnte Österreicher weiß nichts von seiner HIV-Infektion

ms - 22.05.2022 - 14:15 Uhr
Loading audio player...

Mit einer bisher einzigartigen Aktion in einem europäischen Parlament setzte Österreich in diesen Tagen ein ganz besonderes Statement gegen die Stigmatisierung von HIV-Positiven und rief gleichzeitig zu einer größeren Sensibilisierung zu dem Thema auf. Mit einer besonderen Initiative wollte die parlamentarische Gruppe für sexuelle und reproduktive Gesundheit auf die HIV-Situation in Österreich aufmerksam machen und bot so allen Parlamentariern an, direkt vor Ort einen HIV-Test zu machen – viele Kollegen des Hohen Hauses nahmen das Angebot auch wahr.

Die überparteiliche Gruppe setzt sich für die Verbesserung der sexuellen Gesundheit ein und besteht auf nationaler wie europäischer Ebene insgesamt aus 23 Abgeordneten.

Was auf den ersten Blick vielleicht wie eine Bagatelle wirkt, hat in der Realität durchaus eine gewisse, gerade auch mediale Durchschlagskraft im Land. Das Thema HIV / Aids findet in der breiten Öffentlichkeit immer weniger Aufmerksamkeit und auch in den österreichischen überregionalen Medien wird zumeist gar nicht mehr über die Krankheit berichtet. Mit der Aktion, bei der explizit Politiker aller Parteien mitmachen konnten, soll das Thema zurück ins Licht der Öffentlichkeit gebracht werden. Partner der Aktion war so auch die Aids-Hilfe Wien.

Aktuelle Zahlen der Österreichischen Aids-Gesellschaft zeigen zudem auf, wie wichtig die Aktion ist: Rund jeder zehnte HIV-Positive in der Alpenrepublik weiß nichts von seiner Infektion. Das verhindert nicht nur eine wirksame und schlussendlich auch lebensrettende Behandlung, sondern es besteht zudem die Gefahr, den Virus unwissend an andere weiterzugeben.

Aktuell sind in Österreich offiziell rund 9.000 Menschen HIV-positiv, in Deutschland sind es etwa zehn Mal so viel.

Die LGBTI*-Sprecherin der österreichischen Grünen, Ewa Ernst-Dziedzic, erklärte dazu: „Bekämpfen wir gemeinsam das Virus und auch die Stigmatisierung, Abwertung und Ausgrenzung, die HIV-positive Menschen immer noch erfahren. Erleichtern wir denen, die ihn brauchen, den Zugang zu medikamentösen Schutzmaßnahmen wie PrEP und PEP. Brechen wir das Tabu, um Aufklärung zu ermöglichen.“

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Streit um CSD-Fördergeld

Ministerium weist Vorwürfe zurück

Nach der Kürzung von Fördermitteln für den CSD Rathenow entbrennt ein politischer Streit über Verantwortung und Unterstützung der queeren Community.
Liebe trotz Distanz

Rob Jetten und Nicolás Keenan

Der argentinische Hockey-Spieler Nicolás Keenan freut sich auf Zweisamkeit mit seinem Verlobten, den niederländischen Premierminister Rob Jetten.
Volleyballer Merrick McHenry

Die neue Hoffnung aus den USA

Der schwule Volleyball-Star Merrick McHenry führt die USA mit einer starken Leistung zu Silber und empfiehlt sich für die Olympischen Spiele 2028.
Nachfolger von Heartstopper

Schwule Romanze aus Brasilien

Konkurrenz für Heartstopper: Mit „Fünfzehn Tage sind für immer“ bringt Netflix eine schwule Coming-of-Age-Romanze aus Brasilien auf die Bildschirme.
Kampf für die Liebe

Lesbisches Paar in Uganda

Nach Monaten in Haft kämpft das lesbische Paar Wendy und Denise in Uganda weiter für ihre Beziehung – trotz Drohungen, Angst und Ausgrenzung.
Kanada öffnet Samenspende

Ende homophober Diskriminierungen

Kanada streicht umstrittene Regeln für Samenspenden und beseitigt damit eine weitere diskriminierende Hürde für schwule und bisexuelle Männer.
Outing im Job in Österreich

Studien zeigen große Zurückhaltung

Neue Studien zeigen: Viele LGBTIQ+-Menschen in Österreich verschweigen ihre Sexualität im Beruf aus Angst vor Diskriminierung und Benachteiligung.
Sorge um Perez Hilton

Selbstverletzung während Livestream

US-Blogger Perez Hilton hat sich in einem Livestream in offenbar suizidaler Absicht mit einem Messer selbst verletzt. Aktuell ist er in einer Klinik.
Rob Jetten trifft Joe Locke

Meeting beim World Pride

Der niederländische Premierminister Rob Jetten hat Heartstopper-Star Joe Locke getroffen und kündigte Millionenhilfen für mehr LGBTIQ+-Sicherheit an.