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Spendenrekord Queere Nothilfe Ukraine Starker Zusammenhalt der Community – hier wie in der Ukraine

Von ms - 07.05.2022 - 13:00 Uhr
Foto: Spendenrekord bei Queere Nothilfe Ukraine // © Imagesines
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Es ist ein starkes Signal für die ganze LGBTI*-Community: Die Queere Nothilfe Ukraine, ein Bündnis von rund 50 LGBTI*-Vereinen und Organisationen aus Deutschland, konnte bisher mehr als eine halbe Million Euro an Spenden für queere Geflüchtete aus der Ukraine einsammeln.

Ein so hoher Betrag binnen von nur zwei Monaten für queere Menschen zusammenzubekommen, stellt dabei mit Sicherheit eine besondere Leistung der queeren Community da und zeugt auch in schwierigen Zeiten von dem starken Zusammenhalt der LGBTI*-Szene. In besonderer Weise kümmern sich das Bündnis sowie auch die einzelnen Organisationen in Deutschland dabei um queere Geflüchtete, die oftmals vor besonderen Herausforderungen auch in Deutschland stehen.

Zumeist bedarf es so speziellen Unterkünften von staatlicher oder privater Seite aus, die für queere Menschen einen sicheren Raum bieten, sodass sie nicht abermals beispielsweise von anderen Geflüchteten aus der Ukraine in einer regulären Sammelunterkunft aufgrund ihrer Sexualität oder Geschlechtsidentität angegriffen werden.

In Berlin gibt es zwar aktuell eine solche Unterbringungsmöglichkeit, doch diese reicht seit langem nicht mehr aus. Der Schwulenverband Berlin fordert deswegen bereits seit Wochen, dass die Stadt die Möglichkeiten für eine zweite Einrichtung für rund 80 bis 100 queere Menschen schafft. Nebst einem Safe Space bedürfen queere Geflüchtete auch einer gesonderten medizinischen Versorgung und teilweise auch psychologischer Fürsorge.

Die Summe sei ein starkes Signal, so die Initiative. Eine größere Geldsumme für eine LGBTI*-spezifische Spendenaktion sei in Deutschland binnen so kurzer Zeit noch nie zusammengekommen.

„Die Spendensumme zeigt, dass sehr vielen Menschen, Unternehmen und Organisationen die spezifische Notlage von LGBTI* bewusst und ein eigenes Engagement eine Herzensangelegenheit ist. Ein Lichtblick in dunklen Zeiten. Wir hoffen, die Spendenbereitschaft mit unserer Aufklärungsarbeit hoch halten zu können, denn aktuell können wir vielen noch nicht helfen und möchten deshalb unsere Arbeit in der Ukraine stark ausweiten”, so Sören Landmann, Mitinitiator des Bündnis Queere Nothilfe Ukraine in einem offiziellen Statement.

Das Aktionsbündnis hat inzwischen festgelegt, die Spendengelder vor allem für die Soforthilfe in der Ukraine bereitzustellen und in einem zweiten Schritt dann damit auch LGBTI*-Menschen zu unterstützen, die in die angrenzenden Nachbarländer der Ukraine geflohen sind – beispielsweise nach Polen. Sasha Gurinova, Mitglied im Finanz-Team des Bündnisses Queere Nothilfe Ukraine, zu dieser Entscheidung: „In Deutschland sehen wir die Fürsorge- und Versorgungspflicht bei der Bundesregierung und konzentrieren uns daher vor allem auf Vor-Ort-Unterstützung in Kooperation mit lokalen und uns bekannten LGBTI*-Vereinen und Initiativen. So können wir bei der dringend notwendigen Versorgung queerer Menschen in der Ukraine sowie bei ihrer Evakuierung unterstützen, aber auch bei individuellen Notlagen flexibel und schnell reagieren”.

Nebst queer-spezifischen Hilfestellungen bei HIV-Medikamenten Hormonpräparaten für trans-Menschen gehört zur notwendigen Versorgung vor allem auch Lebensmittel, sauberes Trinkwasser sowie Drogerie- und Hygieneartikel.

Eines zeigt sich dabei aber auch nach mehr als zwei Monaten Krieg – die Community vor Ort hält nach wie vor stark zusammen, so Stephan Jäkel von der Schwulenberatung Berlin gegenüber Schwulissimo: „Queere Menschen aus der Ukraine sind untereinander sehr gut vernetzt. Die queere Community hat da einen besonderen Zusammenhalt und das finden wir wirklich großartig.“

 

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