Direkt zum Inhalt

EU macht Ernst Verfahren wegen Ungarns fehlender Rechtsstaatlichkeit

Von co - 29.04.2022 - 12:00 Uhr
Verfahren wegen Ungarns fehlender Rechtsstaatlichkeit
Foto: © instagram.com_ursulavonderleyen
ANZEIGE
Loading audio player...

Seit Anfang 2021 ist der sogenannte EU-Rechtsstaats-Mechanismus in Kraft. Er soll verhindern, dass Mitgliederstaaten gegen die Prinzipien der Rechtsstaatlichkeit verstoßen. Wegen Missbrauch von EU-Geldern droht beschuldigten Ländern nun der Entzug von EU-Mitteln. Ungarn und Polen hatten vor dem Europäischen Gerichtshof gegen die Implementierung des Instruments geklagt – beide beziehen jedes Jahr Milliardengelder aus dem EU-Budget.

Ungarn unter Druck

Jetzt leitete die EU-Kommission in Brüssel ein Verfahren gegen Ungarn ein. Zu den Verstößen gehört zum Beispiel der Umgang der Regierung mit der LGBTI*-Community. Am nächsten Mittwoch soll laut Bild ein entsprechendes Schreiben an Ungarn gehen. Kommissionschefin Ursula von der Leyen hatte die Maßnahme schon zu Beginn des Monats angekündigt. Viele Abgeordnete des EU-Parlaments, das sich schon lange für solche Schritte engagiert, begrüßten die Ankündigung. Daniel Freund von den Grünen bezeichnete die Entscheidung als „absolut richtig“. Doch leider glaubt er auch, dass es für Ungarns Demokratie „schon zu spät“ sein könnte.

Was nun geschieht

In einem ersten Schritt wird Ungarn sich zu den Vorwürfen äußern und gegebenenfalls Maßnahmen vorschlagen können, die Abhilfe leisten. Diese etwaigen Maßnahmen werden bei der Entscheidung der Kommission berücksichtigt. Sollte die Kommission tatsächlich vorschlagen, Ungarn die EU-Gelder zu entziehen, müssen anschließend mindestens 15 Mitgliedsstaaten zustimmen. In diesen 15 Staaten müssen mindestens 65 Prozent der EU-Bevölkerung leben.

Anzeige
ANZEIGE

QUEERE PRESSESCHAU

tazHomosexualität im japanischen Sport: Rui Takahashi macht den ganz mutigen AufschlagtazNeue ZDF-Serie: Das Geisterhaus im SchwarzwaldhessenschauTanzen gegen die Einsamkeit: Ein Ort, an dem sich queere Menschen nicht erklären müssenBerliner MorgenpostDie Sehnsucht im Italien der bleiernen Jahre: „Buch der Träume“Alle Meldungen ansehen
ANZEIGE

Umfrage der Woche

Sollte die geplante automatische Weitergabe sensibler Daten in Baden-Württemberg verhindert werden?

Choices
Artikel zur Umfrage lesen
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Frankreich verbietet Dickpics

Hohe Strafen für Penisfotos

Frankreich will ungefragt verschickte Penisfotos unter Strafe stellen. Schon ein einziges Bild könnte künftig 15.000 Euro kosten, auch bei Dating-Apps
Schuluniformen in Pornos

Verbot in Großbritannien gefordert

In England wird über eine Petition debattiert, die Schuluniformen aus Pornofilmen verbannen und damit Jugendliche vor Sexualisierung schützen soll.
Justin Lui zieht Bilanz

Schwuler Olympionike hört auf

Der offen schwule Volleyball-Olympionike Justin Lui beendet seine Nationalmannschaftskarriere und blickt stolz auf sein Coming-Out zurück.
Coming-Out im Wandel

Schwul sein ohne Versteckspiel

Zwischen Angst und Selbstverständlichkeit: Das Coming-Out schwuler Männer hat sich in 30 Jahren grundlegend verändert.
Krise unter US-Jugendlichen

Queere Jugendliche ohne Zuhause

Junge LGBTIQ+-Menschen in den USA sind mehr als doppelt so häufig von Wohnungslosigkeit betroffen. Experten fordern jetzt bessere Hilfen.
Nackt durch Vice City

GTA 6 zeigt nackten Helden

Ein neuer GTA-6-Leak zeigt Hauptfigur Jason völlig nackt in Vice City. Rockstar bestätigt jetzt Nacktszenen für das kommende Spiel.
Heiratsantrag am Leuchtturm

Schwule Volleyballstars sagen Ja

Die schwulen Beachvolleyballer Tim Brewster und Kyle Friend haben sich verlobt. Der Heiratsantrag fand an einem Leuchtturm in Maine statt.
Gen Z altert schneller

Studie zeigt beschleunigtes Altern

Neue Studien deuten darauf hin, dass die queer-affine Gen-Z biologisch schneller altert. Die Hintergründe dafür sind noch nicht final erklärt.
Proteste gegen Harry Potter

Aktion gegen Lichter-Show in London

Aktivisten fordern ein Verbot der Harry-Potter-Weihnachtsbeleuchtung in London. Grund ist die Kritik an J. K. Rowlings Haltung zu trans* Rechten.