Direkt zum Inhalt
Trump verspricht seinen Wählern eine Welt ohne trans-Menschen
ANZEIGE

Verbot von trans-Sportlern Trump verspricht seinen Wählern eine Welt ohne trans-Menschen

ms - 02.02.2022 - 12:30 Uhr
Loading audio player...

Donald Trump is back – und das mit großer Sprengkraft. Diese Signalwirkung wollte der republikanische Wüterich und Ex-Präsident am vergangenen Wochenende in die Welt hinaus senden. Ziel seiner Attacken bei der ersten texanischen MAGA-Kundgebung seit 2019 waren neben Einwanderern vor allem trans-Personen. Er schwört seinen Anhängern, dass er nach seiner Wiederwahl 2024 transsexuelle Sportler landesweit verbieten lassen wird. Anschließend machte er sich in bekannter Trump-Manie über amerikanische trans-Sportler lustig.

Wie in einer Zangenbewegung setzt Trump alles daran, 2024 erneut ins Weiße Haus einzuziehen. Seine Parteianhänger heizen landesweit wo möglich an Bildungseinrichtungen die Stimmung gegenüber LGBTI*-Menschen immer weiter an (SCHWULLISIMO berichtete), Ortschaften unter republikanischer Führung erlassen neue Gesetze gegen queere Menschen oder nehmen Gesetze zum Schutz von Minderheiten zurück und Trump selbst startet Ende Februar mit seiner neuen Social-Media-Seite „Truth Social“ (SCHWULLISIMO berichtete), auf der er künftig ohne jede Art von Einschränkungen wie zuletzt bei Twitter seine Anhängerschaft weiter anfeuern kann.

© Boogich
© Boogich

Was wir von ihm dann zu erwarten haben, zeigte er in seiner knapp 90 Minuten langen Rede in Texas einmal mehr eindrucksvoll. Recht und Ordnung solle ins Weiße Haus zurückkehren. Für Trump bedeutet das, Migranten aus dem Land zu entfernen, LGBTI*-Rechte zu eliminieren und beispielsweise auch all jene Anhänger zu begnadigen, die vor einem guten Jahr das Kapitol erstürmten. Es ist kaum verwunderlich, dass laut Washington Post vier von fünf Republikanern aktuell der Auffassung sind, Joe Biden sei nicht legitim in sein Amt gewählt worden. Rund 20 Millionen seiner Anhänger sind zudem der Auffassung, sich ihr „Recht“ auf das Weiße Haus nur noch mit Waffengewalt zurückerobern zu können. Und so verspricht Trump seinen Anhängern am Ende der Rede auch: "Wir werden uns Amerika zurückholen und im Jahr 2024 werden wir dieses schöne, schöne Haus, das weiß ist, zurückerobern!" Die kriegerische Rhetorik ist bewusst gewählt und so befürchten immer mehr politische USA-Beobachter und namhafte Zeitungen wie die New York Times, dass ein Bürgerkrieg nicht mehr ausgeschlossen werden kann. Der New Yorker Autor Christian Zaschke ist sich gegenüber dem Tagesanzeiger International sicher: „Ich glaube, dass dieses Land auf dem Weg dahin ist, als Demokratie zu scheitern.“

Das Kernproblem ist dabei die immer weiter voranschreitende Radikalisierung der zahlreichen Anhänger von Donald Trump – immer mehr befindet sich Amerika selbst dadurch in einer ausweglosen Situation. Verliert Trump 2024 die Wahl, steht ein Bürgerkrieg wahrscheinlich unmittelbar bevor. Gewinnt Trump die Wahl, wird er zusammen mit den radikal Konservativen das Land nach seinem Willen umformen. Das Verbot von trans-Sportlern dürfte da nur der Anfang sein für LGBTI*-Menschen. Hinter vorgehaltener Hand werden gerade unter LGBTI*-Journalisten die Stimmen in den USA immer lauter, die ernsthaft überlegen, vor 2024 aus dem Land zu flüchten. Menschenrechte und LGBTI*-Menschen sind in der Trump-Welt nicht mehr erwünscht.

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Polen blockiert Homo-Ehe

Streit mit der EU wächst massiv

Polnische Gerichte streiten erneut über die Anerkennung gleichgeschlechtlicher EU-Ehen, während auch die Slowakei in einen Konflikt mit der EU gerät.
Weltmeister im Fokus

Spekulationen um Ibiza-Küsse

Neue Ibiza-Fotos von Ferran Torres und Marcos Llorente lösen Spekulationen aus – die beiden spanischen WM-Weltmeister flirten und küssen sich dabei.
Nackte setzen Zeichen

Regenbogen-Kunst für Vielfalt

Hunderte Menschen bildeten auf Gran Canaria nackt eine Progress-Pride-Flagge – als Kunstwerk für Vielfalt und Zeichen der Solidarität mit Berlin.
Boy George sorgt für Kritik

Umstrittener neuer Song

Boy George veröffentlichte ein pro-israelisches Lied über den Hamas-Angriff und löst damit jetzt heftige Kritik aus.
Mehr Hass im Stadion

Homophobie nimmt zu

Eine neue Statistik zeigt: Bei fast 15 Prozent der britischen Premier-League-Fußballspiele wurden in der Saison 2025/26 homophobe Vorfälle gemeldet.
CSD Nürnberg findet statt

Sicherheitskonzept erneut überprüft

Trotz der Amokfahrt in Berlin findet der CSD Nürnberg 2026 wie geplant statt – das Sicherheitskonzept wurde jetzt überprüft und nachgeschärft.
Umfragehoch für Buttigieg

Der Weg ins Weiße Haus?

Neue Umfragen sehen den schwulen Politiker Pete Buttigieg bei den möglichen demokratischen Präsidentschaftskandidaten für 2028 vorn.
Online-Verbote in Österreich

Social-Media-Grenze für Jugendliche

Österreich plant ein Social-Media-Verbot für unter 14-Jährige – Fachverbände warnen vor besonderen Risiken für queere Jugendliche.
Proteste in Hamburg

Trans* Block plant Die-In

Beim CSD Hamburg wollen trans* Menschen und Sexarbeiter mit einem Die-In auf Gefahren, politische Forderungen und Versorgungslücken hinweisen.