Kurz vor der Zulassung? PrEP mit Langzeit-Wirkung hat in den USA Priorität
Ein neues Medikament soll die Infektion mit HIV verhindern können, muss aber im Gegensatz zu PrEP nicht täglich eingenommen werden. Ende September erklärte die amerikanische Arzneimittelbehörde (FDA), dass sie das neue Mittel priorisiert behandeln will.
Nur ein Pieks im Monat
Cabotegravir (kommerzieller Name Cabenuva), so heißt das neue Medikament, das dieselbe Wirkung wie PrEP erzielen soll. Das Revolutionäre daran: Nur eine Spritze pro Monat soll ausreichen – Menschen, die sich schützen wollen, wären dann nicht mehr gezwungen, täglich Tabletten zu schlucken. Erste Studienergebnisse zeigen, dass die Spritze sogar effektiver ist.
Verkürzter Zulassungsprozess
Die Priorisierung durch die FDA bedeutet nun, dass das Medikament anstatt nach den üblichen zehn Monaten bereits innerhalb dieses Zeitraums zugelassen werden soll. Das unterstreicht laut Forschungsleiterin Kimberly Smith von ViiV Healthcare nur, wie wichtig das neue Mittel ist: Weniger als ein Viertel der Amerikaner:innen, die von PrEP profitieren würden, nähmen es gerade ein. Das zeige schon, dass es andere Optionen brauche, um HIV einzudämmen, und genau das wolle man nun mit Cabotegravir erreichen. Die finale Entscheidung der FDA soll bis zum 23. Januar fallen. Seit einigen Monaten ist dasselbe Medikament bereits in der EU, in den USA und in Kanada zugelassen, um die Viruslast von HIV-Positiven zu reduzieren. (SCHWULISSIMO berichtete).