Direkt zum Inhalt

Toleranz aus Geldnot Polen schwächt LGBTI*-feindliche Resolutionen ab

Von co - 28.09.2021 - 14:00 Uhr
Polen schwächt LGBTI*-feindliche Resolutionen ab
Foto: © ljubaphoto
ANZEIGE
Loading audio player...

Immer mehr polnische Regionen geben ihre Bestrebungen gegen die Verbreitung der „LGBTI*-Ideologie“ auf. Grund dafür sind aber eher die zurückgehaltenen finanziellen Mittel und nicht die sonstigen Antidiskriminierungs-Bestrebungen der EU.

Diese Regionen haben bereits zurückgerudert

Die Region Heiligkreuz (Swietokrzyskie) war die erste, die ihren Status als LGBTI*-freie Zone aufgab. Jetzt zogen auch die Woiwodschaften Lublin und das als besonders konservativ bekannte Karpatenvorland nach. In Letzterem verabschiedete das Parlament zusätzlich sogar ein Dokument, das den Bezirk zur „Region gefestigter Toleranz“ erklärt. Auch die Region Kleinpolen (Malopolska) um Krakau bereitet sich nun darauf vor, ihre Resolution abzuschwächen, obwohl die Verwaltung sich zuerst dagegen entschieden hatte (SCHWULISSIMO berichtete).

Es geht nur ums Geld

Ein stellvertretender Minister schlug laut der Tagesschau vor, „dass im Rahmen der EU-Mittelbeschaffung die sehr hohen Anti-Diskriminierungs-Standards eingehalten werden“. Man solle die Beschlüsse „präzisieren“, da dort „viele gute Absichten enthalten seien“. Die Beschlüsse unterstellen der „LGBTI*-Ideologie“, dass sie Familie und Kinder bedrohe. Auch Jan Duda, der Vater des Staatspräsidenten, nannte die Resolutionen „missverständlich formuliert“. Sein Sohn Andrzej sagte über die zurückgehenden Zonen: Die EU „zwinge“ alle ihre Mitgliedsländer dazu, die „Ideologie“ zu übernehmen. Andere Hardliner aus der PiS-Partei warnen davor, sich der „Erpressung“ aus Brüssel zu beugen. Dazu gehört auch der Krakauer Erzbischof Marek Jedraszewski.

Anzeige
ANZEIGE

QUEERE PRESSESCHAU

tazNach dem CSD-Anschlag: Viele Bekundungen, kaum KonkretesndQueer | Razzia in Casa Kuá schüchtert Berliner trans* Community eintazRazzia in queerem Community-Ort: Alles wegen ein paar TablettenFrankfurter Allgemeine ZeitungMit Hilfe von Leihmutter: Niederländischer Ministerpräsident und sein Verlobter bekommen ein BabyAlle Meldungen ansehen
ANZEIGE

Umfrage der Woche

Wie wichtig ist dir ein LGBTIQ+-freundliches Arbeitsumfeld bei der Wahl eines Arbeitgebers?

Choices
Artikel zur Umfrage lesen
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Türklinke im Hintern

Kuriose Fälle in Notaufnahmen

Mehr als 1.500 Briten suchten binnen eines Jahres in England wegen Fremdkörpern im Hintern eine Notaufnahme auf. Ärzte warnen vor Verletzungsgefahren.
Alfie Watts übers Coming-Out

Familie reagierte mit Ablehnung

„Race Across the World“-Gewinner Alfie Watts spricht über die Ablehnung seiner Familie nach seinem bisexuellen Coming-Out und besondere Unterstützung.
Antidepressiva machen schwul

Neue Theorien aus Russland

Russlands Duma-Abgeordneter Vitali Milonow behauptet, Antidepressiva könnten Homosexualität auslösen, und fordert strengere Verschreibungsregeln.
STI-Welle in Italien

Sehr starker Anstieg bei Männern

In Italien steigen die Meldungen sexuell übertragbarer Infektionen deutlich. Besonders betroffen sind Männer, die Sex mit Männern haben.
Streit um UN-Menschenrechtsrat

Ausschluss von Anti-LGBTIQ+-Länder?

Fünf Staaten, die Homosexualität bestrafen, wurden jetzt in den UN-Menschenrechtsrat gewählt. Die African Human Rights Coalition übt scharfe Kritik.
Sportstreit in Nebraska

Trans* Verbot vor Abstimmung

Das Oberste Gericht Nebraskas lässt eine Abstimmung über ein Verfassungsverbot für trans* Sportlerinnen im Mädchen- und Frauensport zu.
Trauer um Coos Huijsen

Vorreiter der Community ist tot

Der Niederländer Coos Huijsen bekannte sich 1976 als erster Parlamentarier weltweit öffentlich zu seiner Homosexualität. Nun ist er gestorben.
Ted Cruz sorgt für Empörung

„Transgender-Hexen“ als Feindbild

US-Senator Ted Cruz macht mit einer Äußerung über „linke Transgender-Hexen“ Schlagzeilen. Hintergrund ist der Kampf um die Mehrheit im Kongress.
Asylbetrug in Ceuta?

70 Prozent nennen Homosexualität

Asylbetrug in Ceuta? Rund 70 Prozent der marokkanischen Migranten vor Ort berufen sich bei Asylanträgen auf ihre vermeintliche Homosexualität.