Monetarisierung des Glaubens Facebook arbeitet mit LGBTI*-feindlicher Megakirche
Die global aktive „Hipster“-Megakirche Hillsong, die mehrere prominente US-amerikanische Mitglieder hat, duldet keine LGBTI*-Personen in leitenden Positionen und sprach sich wiederholt gegen sie aus. Wie die New York Times berichtet, ist Hillsong jetzt Facebooks neuester Partner. Die Website arbeitet seit 2017 mit mehreren US-Kirchen zusammen. Laut Unternehmensleiterin Sheryl Sandberg gehören Kirchen und soziale Medien zusammen, denn bei beiden gehe es um „zwischenmenschliche Beziehungen“.
„Zusammen entdecken wir, wie die Zukunft der Kirche auf Facebook aussehen könnte“, so Hillsong-Pastor Sam Collier aus Atlanta. Während der Pandemie habe er sich an Facebook gewandt, um zu erfahren, wie er am besten neue Mitglieder werben könne. Die Partnerschaft sieht Collier als Förderung des „Missionsbefehls“, nach dem Jesus seine Jünger dazu anwies, seine Lehre zu verbreiten. Die Website helfe Kirchen dabei, ihre „Kunden“ besser zu erreichen.
Mit Facebook sollen Kirchen ihren Glauben nun mit eigenen Features monetarisieren können. Der Church of God in Christ wurden beispielsweise Vorab-Versionen für eine Abo-Funktion für exklusive Inhalte, einen Spenden-Button, bezahlte Streams und sogar Werbeclips in Videos angeboten. Dieses Jahr testete die Website außerdem eine „Gebets“-Funktion. „Ich glaube nicht, dass wir bereits alle Arten wissen, auf denen diese Hochzeit zwischen Big Tech und der Kirche sich auswirken wird“, so Theologie-Professorin Sarah Lane Ritchie von der University of Ediburgh.