Direkt zum Inhalt
Hochrangiger katholischer US-Priester geoutet // © Hot News Today_YouTube
ANZEIGE

Private Daten offengelegt Hochrangiger katholischer US-Priester geoutet

co - 26.07.2021 - 14:00 Uhr
Loading audio player...

Monsignor Jeffrey Burrill legte letzte Woche sein Amt als Generalsekretär der US-amerikanischen Bischofskonferenz (USCCB) nieder. Zuvor hatte die konservative katholische Nachrichtenseite The Pillar offengelegt, dass der Mann Grindr nutzte und LGBTI*-Bars frequentierte. Erzbischof José Gomez schrieb in einem Facebook-Post zu Burrills Rücktritt über das mutmaßliche „sittenwidrige Verhalten“ seines Kollegen.

Der vielfach als unethisch kritisierte Bericht zeigt deutlich, welche Auswirkungen ein fehlendes strenges Datenschutzgesetz haben kann: The Pillar behauptet, die Daten legal von einem Händler bezogen zu haben. Dieser habe die anonymisierten Daten direkt bei Grindr eingekauft. Die App weist jedem Endgerät eine unverkennbare Nummer zu und ermittelt anhand des GPS-Signals Aufenthaltsorte und -zeiten des Geräts. Ein Sprecher der App verurteilte die „homophobe“ Daten-Auswertung laut der Washington Post. Den Datenhandel habe man bereits im April 2020 beendet.

Beim Sichten der Daten habe man bemerkt, dass ein Gerät zwischen 2018 und 2020 im Mitarbeiterbereich des USCCB verortet wurde. Dieselbe Nummer habe man dann auch in mehreren Häusern der Burril-Familie entdeckt. Das GPS-Signal führte außerdem zu LGBTI*-Badehäusern in Orten, die Burrill im Zuge von Geschäftsreisen besucht hatte. 

Laut dem Star Observer wirkte Burrill seit seinem Amtsantritt 2016 an zahlreichen LGBTI*-feindlichen Richtlinien mit. Zuletzt betreute er einen Antrag, der katholischen Politiker*innen wie Biden und Nancy Pelosi die Eucharistie verweigern soll.

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Geldstrafe für George Santos

Illegaler Insider-Wetthandel

Der schwule Ex-US-Abgeordneter George Santos sorgt für neue Schlagzeilen und muss nach einer illegalen Online-Wette mehr als 35.000 Dollar zahlen.
Streit um Gay-Schulclub

Klage gegen US-Schulbehörde

Eltern betroffener Kinder haben Klage gegen eine Schulbehörde in Virgina eingereicht, die unbedingt einen homosexuellen Schulclub verhindern will.
Appell von Autor Can Dündar

Warnung vor homophoben Hass

Autor Can Dündar warnt nach dem CSD-Anschlag vor Homophobie als politischem Instrument und kritisiert doppelte Maßstäbe im Umgang mit Extremismus.
Machtkampf bei der FIFA

Druck auf Infantino wächst

Ex-FIFA-Präsident Blatter bringt die lesbische Norwegerin Lise Klaveness als Nachfolgerin von Gianni Infantino ins Spiel.
World Pride Konferenz

Menschenrechte im Fokus

Bei der WorldPride in Amsterdam diskutieren ab heute Aktivisten und Politiker über LGBTIQ+-Rechte, Gesundheit und politische Herausforderungen.
Klage gegen US-Regierung

Streit um Krankenversicherung

Fünf trans* Bundesbedienstete verklagen die US-Regierung wegen des Ausschlusses geschlechtsangleichender Behandlungen aus der Krankenversicherung.
Kritik an Kanzler Merz

Versagen nach CSD-Anschlag?

Nach dem CSD-Anschlag fordert der LSVD+ mehr Schutz vor Hasskriminalität – und wirft Bundeskanzler Merz mangelnden Dialog vor.
Streit um Italiens Schulgesetz

Massive Kritik an Eltern-Veto

Kritik am neuen Schulgesetz in Italien: Interessenverbände sehen das Eltern-Veto bei Sexualerziehung und LGBTIQ+ im Widerspruch zur Verfassung.
Viele Fragen nach CSD-Anschlag

Dobrindt fordert schärfere Gesetze

Nach dem CSD-Anschlag bleiben für Innenpolitiker viele Fragen offen. Bundesinnenminister Dobrindt fordert unterdessen schärfere Sicherheitsgesetze.