Die internationale Fanplattform für schwule Filme GFM hat das Ranking der einhundert besten schwulen Filme herausgebracht. Darunter bedeutende Filmklassiker wie „Philadelphia“ aus dem Jahr 1993 (Platz 17) mit Tom Hanks als sterbender, HIV-positiver Rechtsanwalt wie aber auch aktuellere Werke, beispielsweise „Queer“ (2024) mit Daniel Craig als schwuler Schriftsteller auf Sinnsuche, oder auch „Young Hearts“ aus dem Jahr 2024 über die allererste Verliebtheit junger Teenager. Auch der schwule SM-Liebesfilm „Pillion“ aus diesem Jahr schaffte es ins Ranking auf Platz 31. Ebenso frisch dabei findet sich der Film „Plainclothes“ (2025), der von der Jagd auf Homosexuelle in Klappen erzählt.
Das Wichtigste im Überblick:
- Top-Schwulenfilme: GFM veröffentlichte eine Liste der 100 besten schwulen Filme, darunter Klassiker wie „Philadelphia“ (1993) und aktuelle Filme wie „Queer“ (2024) oder „Pillion“ (2025).
- Deutsche Filme: „Freier Fall“ (2013) auf Platz 36, „Sommersturm“ (2004) auf Platz 43 und „Wo willst du hin, Habibi?“ (2015) auf Platz 40.
- Klassiker: Bekannte Filme wie „Hamam – Das türkische Bad“ (1997), „Maurice“ (1987), „Priscilla – Königin der Wüste“ (1994) und „Cruising“ (1980) finden sich im Ranking.
- Kritikerlieblinge: „Moonlight“ (2016), „Firebird“ (2021), „A Single Man“ (2009) und „Close“ (2022) gehören zu den beliebtesten Filmen.
- Sex und Erotik: Filme wie „Sauvage“ (2018) und „Der Fremde am See“ (2013) behandeln sexuelle Themen, während „Shortbus“ (2006) Kunst und Porno mischt.
- Komödien und Dramen: Leichte Filme wie „I Love You Philip Morris“ (2009) und dramatische Produktionen wie „The Boys in the Band“ (2020) sind ebenfalls vertreten.
Deutsche schwule Filme
Den ersten deutschen Film finden wir dann auf Platz 36 mit „Freier Fall“ aus dem Jahr 2013, eine schwule Love-Story zwischen zwei Polizisten – bis heute wartet die Fangemeinde höchstwahrscheinlich chancenlos auf eine Fortsetzung. In den Hauptrollen agierten damals Max Riemelt und Hanno Koffler. Die deutsche Kultur-Clash-Komödie „Wo willst du hin, Habibi?“ (2015) schaffte es dann auf Platz 40, gefolgt von „Drifter“ (2023) auf Platz 41 – eine Story über einen jungen Mann, der in die schwule Berliner Partyszene abtaucht. Platz 43 wird belegt vom Klassiker „Sommersturm“ (2004) über die erste schwule Liebe in der Schulzeit.
Echte Klassiker des Kinos
Ein Ranking ist dabei natürlich immer auch eine Frage des Geschmacks, sodass sich trefflich über die Reihenfolge streiten lässt. Zu den bekanntesten Klassikern schwuler Filmperlen gehören dabei aber sicherlich „Hamam – Das türkische Bad“ (1997, Platz 98), „Maurice“ (Platz 87) aus dem Jahr 1987 mit dem blutjungen Hugh Grant, „Mein wunderbarer Waschsalon“ von 1985 (Platz 81), „Latter Days“ von 2003 (Platz 75) sowie „Yossi & Jagger“ von 2002 (Platz 58) über die Liebe zweier Soldaten in der israelischen Armee – in seiner Heimat sorgte der Film damals für viel Schlagzeilen und Diskussionen. Auf Platz 35 finden wir dann den australischen Kultstreifen „Priscilla – Königin der Wüste“, Platz 28 hat sich der 1980 extrem umstrittene Thriller „Cruising“ mit Al Pacino als Undercover-Cop in der Gay-Community gesichert. Jude Law und Matt Damon dürfen sich über Platz 19 für „Der talentierte Mr. Ripley“ (1999) freuen.
Kritikerlieblinge und Diskussionsbedarf
Die Story über einen Mord in der Pornobranche rund um Hardcore-Star Brent Corrigan schaffte es mit „King Cobra“ (2016, Platz 90) ebenso in die Besten-Liste wie besondere Filmperlen a la „Keep the Lights on” (2012, Platz 96), „Femme” (2023, Platz 56) oder auch „From Beginning to End” (2009, Platz 55), der die vermeintlich verbotene Liebe zwischen zwei Halbbrüdern thematisierte. Warm ums Herz wird einem überdies bei „Shelter“ (2007, Platz 30) sowie „Love, Simon“ aus dem Jahr 2018 (Platz 27). Auch von der Kritik hoch gelobte, besonders kunstvolle Geschichten finden sich im Ranking, darunter „A Single Man“ (2009, Platz 73) von Tom Ford, „Close“ (2022, Platz 42) sowie „Beach Rats” (2017, Platz 22) als auch Oscarpreisträger „Moonlight“ aus dem Jahr 2016 (Platz 18) und „Firebird“ (2021, Platz 14).
Viel Sex und Heiterkeit
Sexuell stark aufgeladene Streifen wie “Sauvage“ (2018, Platz 65) oder „O Fantasma“ aus dem Jahr 2000 (Platz 60) sind auch mit dabei – für viele bis heute einer der besten Filme über schwulen Fetisch. Nicht zu vergessen „Shortbus“ aus dem Jahr 2006 über die besondere Macht von echten Orgasmen vor der Kamera, die erste Mischung aus Kunstfilm und Porno. Ebenso dabei ist der französische Erotikfilm „Der Fremde am See“ von 2013 (Platz 23).
Leichte Komödien wie „Mascarpone“ (2021, Platz 64), „I Love You Philip Morris“ (2009, Platz 51) mit Komiker Jim Carrey in der Hauptrolle sowie „Bros“ von 2022 (Platz 12) dürfen natürlich ebenso nicht fehlen wie dramatische Netflix-Produktionen a la „The Boys in the Band“ (2020, Platz 63) und absolute Lieblinge der Community wie „Pride“ (Platz 37) über die besondere und wahre Zusammenarbeit der Gay-Community mit den britischen Bergleuten während der Thatcher-Regierung sowie „Beautiful Thing“ von 1996 (Platz 24) – ein Film mit Happy End, der einem auch 30 Jahre später noch immer ein Lächeln ins Gesicht zaubert.
Die Besten der Besten
Und welche Filme schafften es jetzt in die Top-10? Aufsteigend von Platz 10 finden sich dort „Sebastian“ (2024), „Weekend“ (2011), „God´s Own Country” (2017), „My Own Private Idaho” (1991), „Mysterious Skin” (2004), „Boy Erased” (2018) und der Amazon-Streaminghit „Red, White & Royal Blue” (2023). Platz 3 sicherte sich „Call Me by Your Name” (2017), mit dem Timothée Chalamet der Durchbruch als Schauspieler gelang. Der zweite Platz ging an den Klassiker „Brokeback Mountain“ (2005) und Platz 1 belegt „All of Us Strangers“ (2023) über zwei schwule Männer, die sich in einem anonymen Hochhaus in London kennen und lieben lernen – mit einem extrem überraschenden und berührendem Ende. Aktuelle schwule Filme aus diesem Jahr schafften es verständlicherweise noch nicht ins Ranking, das kann sich aber natürlich im neuen Jahr ändern.