Direkt zum Inhalt

Sichtbar bleiben im Sport Lucas Krzikalla wünscht sich mehr queere Vorbilder

Von tb - 12.10.2026 - 18:18 Uhr
Handballer Lucas Krzikalla nach seinem Coming-out
Foto: © Picture Point
ANZEIGE
Loading audio player...

Vier Jahre nach seinem Coming-out wirbt Lucas Krzikalla erneut für mehr queere Vorbilder im Sport. In einem Beitrag von BR24Sport steht sein Wunsch nach Sichtbarkeit im Mittelpunkt. Der Handballer verbindet damit eine klare Grenze: Offenheit soll Mut machen, aber niemanden unter Druck setzen.

Das Wichtigste im Überblick

  • Lucas Krzikalla lebt seit seinem öffentlichen Coming-out 2022 offen schwul.
  • Er wünscht sich mehr queere Vorbilder im Sport.
  • Der Handballer spielt inzwischen für die Münchner Panther.
  • Ein Coming-out bleibt für ihn eine persönliche Entscheidung.

Mut machen, ohne zu drängen

Im BR-Interview spricht Krzikalla über seine damalige Angst, nach dem Coming-out anders behandelt zu werden. Tatsächlich habe er viel Unterstützung erfahren. Dass weitere Sportler sichtbar werden, würde ihn freuen. Dabei betont er: „Aber jeder Sportler braucht seine Zeit – und da soll man niemanden drängen.“

Heute lebt der ehemalige Leipziger Bundesligaspieler mit seinem Partner in München. Seit diesem Sommer steht er für die Münchner Panther in der Regionalliga auf dem Feld.

Die Vorbilder fehlten ihm selbst

Der Wunsch ist für Krzikalla keine neue Forderung. Schon 2023 erzählte er, dass ihn nach seinem Coming-out Menschen aus dem privaten Umfeld und dem Breitensport um Rat baten. Das bestätigte ihn in seiner Entscheidung, selbst sichtbar zu werden. SCHWULISSIMO berichtete damals über seine Erfahrungen nach dem Coming-out.

In der Mannschaft sei seine Beziehung ganz normal aufgenommen worden, schilderte er seinerzeit. Beim Umgang miteinander habe sich kaum etwas verändert. Einzelne Schwulenwitze, die zuvor gefallen seien, hätten sich seine Mitspieler allerdings verkniffen. Seine Geschichte zeigt damit auch, dass Sichtbarkeit den Alltag verändern kann, ohne einen Sportler auf seine sexuelle Orientierung zu reduzieren.

Mehr als ein Moment vor der Kamera

Auch außerhalb der Halle beschäftigt sich Krzikalla mit dem Thema. Eine Porträtserie der Fotografin Jana Gerberding, über die SCHWULISSIMO Ende 2025 berichtete, rückte seine Persönlichkeit und die Sichtbarkeit eines schwulen Athleten in den Mittelpunkt.

Für junge LGBTIQ+-Menschen können solche Geschichten eine konkrete Antwort auf eine schwierige Frage geben: Kann ich im Sport dazugehören und zugleich offen leben? Ein Vorbild ersetzt keine verlässlichen Ansprechpersonen, keinen Rückhalt im Verein und kein konsequentes Vorgehen gegen Diskriminierung. Es kann aber zeigen, dass sportlicher Ehrgeiz und eine gleichgeschlechtliche Beziehung zusammengehören können.

Krzikallas Appell richtet den Blick deshalb auch auf das Umfeld. Wer mehr Offenheit möchte, muss Bedingungen schaffen, unter denen Sportlerinnen und Sportler sich sicher fühlen. Wann jemand über die eigene Identität spricht, entscheidet die Person selbst.

Anzeige
ANZEIGE

QUEERE PRESSESCHAU

tazHomosexualität im japanischen Sport: Rui Takahashi macht den ganz mutigen AufschlagtazNeue ZDF-Serie: Das Geisterhaus im SchwarzwaldhessenschauTanzen gegen die Einsamkeit: Ein Ort, an dem sich queere Menschen nicht erklären müssenBerliner MorgenpostDie Sehnsucht im Italien der bleiernen Jahre: „Buch der Träume“Alle Meldungen ansehen
ANZEIGE

Umfrage der Woche

Sollte die geplante automatische Weitergabe sensibler Daten in Baden-Württemberg verhindert werden?

Choices
Artikel zur Umfrage lesen
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Mord in München

Agatha Christies Klassiker

Ein abgelegenes Gästehaus, meterhoher Schnee und ein Mörder unter den Anwesenden: „Die Mausefalle“ im Blutenburg-Theater.
Kunst ohne Grenzen in München

ARTMUC: Kunst aus aller Welt

Mehr als 190 internationale Künstler, Galerien und Kollektive machen die ARTMUC erneut zu einem Treffpunkt für aktuelle Kunst aus aller Welt.
Ostheim vor der Rhön

Genuss in der Rhön

Zum 13. Mal wird Ostheim vor der Rhön zum Highlight für alle, die regionale Spezialitäten schätzen.
GOP Varieté-Theater München

Zirkus neu erzählt

Mit „Circus“ verbindet das GOP Varieté-Theater München klassische Bilder der Manege mit moderner Varietékunst.
Queere Erinnerung

Verfolgung sichtbar machen

Im Oktober lädt die Münchner Regenbogen Stiftung und das Forum Queeres Archiv München zu einer Führung durch das NS Dokumentationszentrum ein.
Highlights im Süden

Kalendertipps für Oktober 2026

Im Oktober gibt es bei CineQueer den Film "Free at Heart". Ein intensives deutsches Coming-of-Age-Drama über erste Liebe, Identität und Gefühle.
Queer Film Festival München

Kino mit Haltung und Herz

Vom 16. bis 23. Oktober geht das Queer Film Festival München in seine elfte Ausgabe.
Staatstheater Augsburg

Nähe, die verloren geht

Mit „Frau Yamamoto ist noch da“ bringt das Staatstheater Augsburg ein Schauspiel von Dea Loher auf die Bühne.
Heißer Oktober in Nürnberg

Vier Specials im Achilleus

Im Oktober wird es im Achilleus Men’s Spa & Sauna in Nürnberg an vier Wochenenden besonders abwechslungsreich. Bären und Otter aufgepasst!