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Lesbische Polizistin bricht Schweigen
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Lesbische Polizistin packt aus Klage gegen Polizeichef in New Jersey eingereicht

ms - 11.09.2026 - 11:00 Uhr
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Eine lesbische Polizistin aus New Jersey hat jetzt Klage gegen den Bezirk Somerville und Polizeichef Dennis Manning eingereicht. Nicole DeBiase wirft ihnen Diskriminierung aufgrund ihrer sexuellen Orientierung vor. Der Fall sorgt in diesen Tagen landesweit in den USA für Schlagzeilen. 

Das Wichtigste im Überblick

  • Nicole DeBiase, eine lesbische Polizistin aus New Jersey, hat Klage gegen den Bezirk Somerville und Polizeichef Dennis Manning eingereicht.
  • Sie wirft ihrem Arbeitgeber Diskriminierung aufgrund ihrer sexuellen Orientierung vor.
  • Ein Kollege soll ihr 2019 ungefragt die Schultern massiert haben. Dabei habe sie eine Erektion an ihrem Rücken gespürt.
  • Nach einer Schulteroperation 2024 sei ihr eine vom Arzt empfohlene Tätigkeit im eingeschränkten Dienst verweigert worden.
  • DeBiase beklagt zudem unangemessene sexuelle Äußerungen von Kollegen und fehlende Unterstützung bei einem Einsatz.
  • Sie fordert unter anderem Schadensersatz sowie die Erstattung ihrer Anwaltskosten.
  • Frauen stellen laut Bureau of Justice Statistics 12,6 Prozent der Polizeikräfte in den USA.

Vorwurf gegen Kollegen

DeBiase, die verheiratet ist und deren sexuelle Orientierung nach ihren Angaben ihrem Arbeitgeber und ihren Kollegen bekannt war, beschreibt in der 25-seitigen Klageschrift mehrere Vorfälle. Sie sei unangemessenen sexuellen Äußerungen ausgesetzt gewesen. Außerdem sei ihr eine Anpassung ihrer Arbeit wegen einer vorübergehenden körperlichen Einschränkung verweigert worden. Bei einem brisanten Einsatz habe sie zudem nicht rechtzeitig Unterstützung erhalten.  Zu den Vorwürfen gehört ein Vorfall aus dem Jahr 2019. DeBiase beschuldigt den Polizeibeamten Vito Spadea, sich ihr von hinten genähert und ihr die Schultern massiert zu haben. Dabei habe sie „etwas gespürt, von dem sie glaubte, dass es eine Erektion war, die gegen ihren Rücken gedrückt wurde“.

Als sie sich zu ihm umgedreht habe, habe sie gesehen, wie er „seine Hand in seinen Schritt zwang und sich ‚zurechtrückte‘“. DeBiase schildert in ihrer Klage außerdem die Folgen einer Schulteroperation im Dezember 2024. Ihr Arzt habe empfohlen, sie vorübergehend mit leichteren Aufgaben zu betrauen. Polizeichef Manning habe dies jedoch abgelehnt und gesagt: „Wenn er es für sie machen würde, müsste er es für alle machen.“ Nach Angaben von DeBiase wurden anderen Polizisten hingegen Aufgaben im eingeschränkten Dienst zugewiesen.

Fehlende Unterstützung bei Einsatz

DeBiase zufolge wurden zudem ihre Arbeitszeiten verändert. Dadurch sei ihr ein Freizeitausgleich für geleistete Überstunden vorenthalten worden. Außerdem sei sie von Veranstaltungen der Polizeiarbeit in der Gemeinde abgezogen worden. Ein weiterer Vorwurf betrifft einen Einsatz Mitte Juni mit einer „aggressiven und aufgebrachten weiblichen Jugendlichen“. DeBiase erklärte, ihr Polizeidepartement habe ihr bei dem Vorfall nicht rechtzeitig Verstärkung geschickt. Auch Äußerungen ihrer männlichen Kollegen sind Bestandteil der Klage. Diese hätten sich über die Brüste und Körper von Frauen im Fernsehen unterhalten. Einmal hätten sie DeBiase gefragt, ob sie mit einer bestimmten Frau aus dem Fernsehen Sex haben würde.

Die Äußerungen und Handlungen hätten sie verunsichert und ein „feindseliges, einschüchterndes, erniedrigendes und/oder beleidigendes Arbeitsumfeld“ geschaffen, heißt es in der Klageschrift. Die Vorfälle hätten nach Darstellung der Polizistin ihr Selbstwertgefühl, ihre emotionale Gesundheit, ihren Ruf und ihre beruflichen Möglichkeiten beeinträchtigt. Auch ihr Berufs- und Familienleben seien betroffen gewesen.

Forderung nach Schadensersatz

DeBiase verlangt nun unter anderem die Erstattung ihrer Anwaltskosten. Außerdem fordert sie nominalen, kompensatorischen und Strafschadensersatz für die Schmerzen und das Leid, die sie nach eigenen Angaben erlitten hat. Die Vorwürfe stehen auch vor dem Hintergrund der weiterhin vergleichsweise geringen Zahl von Frauen im Polizeidienst. Nach Angaben des Bureau of Justice Statistics machen Frauen landesweit 12,6 Prozent der Polizeikräfte aus. In New Jersey liegt ihr Anteil demnach bei neun Prozent.

Die American Public Health Association berichtete 2025, Frauen im Polizeidienst seien häufiger Belästigung und Vorurteilen ausgesetzt. Zudem würden ihre körperlichen Fähigkeiten unterschätzt. Hinzu kämen fehlende Unterstützung durch Vorgesetzte und eine geringere Verbundenheit mit männlichen Kollegen. Dies alles trage zu höheren Raten von Vorurteilen und Burnout bei. Auch lesbische Polizistinnen hätten von einem besonderen Problem am Arbeitsplatz berichtet, heißt es weiter. Sie erlebten demnach einen doppelten Maßstab: Verhielten sie sich stereotyp weiblich, würden sie als schwach angesehen. Träten sie dagegen selbstbewusst und durchsetzungsstark auf, würden sie wegen ihrer als „männlich“ wahrgenommenen sexuellen Orientierung verspottet. Der Fall von DeBiase reiht sich damit in die von verschiedenen Organisationen beschriebenen Probleme von Frauen und lesbischen Polizistinnen im Polizeidienst ein.

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