Heated Rivalry Effekt Hollywood entdeckt asiatische Hauptdarsteller
Der große Erfolg der Serie „Heated Rivalry“ scheint in Hollywood neue Aufmerksamkeit für asiatische Schauspieler und Darsteller mit asiatischer Herkunft zu schaffen. Das berichtet der „Heartstopper“-Schauspieler William Gao. Seit dem Durchbruch von Hudson Williams, der in „Heated Rivalry“ eine Hauptrolle spielt, bekomme er deutlich mehr Anfragen.
Das Wichtigste im Überblick
- Der Erfolg von Hudson Williams in „Heated Rivalry“ sorgt laut William Gao für deutlich mehr Interesse an asiatischen und „Wasian“-Schauspielern.
- Gao, bekannt als Tao Xu aus „Heartstopper“, berichtet von mehr Anfragen, Self-Tapes und Vorsprechen.
- Gao sieht die Entwicklung positiv für seine Karriere, bezeichnet sie aber zugleich als „vorhersehbar“ und „seltsam“.
- Die Debatte über „Wasian“-Repräsentation ist Teil eines größeren Wandels in Hollywood und der Popkultur.
- Kritiker warnen davor, ethnische Identität lediglich als vorübergehenden Trend zu behandeln.
- Nun stellt sich die Frage, ob Hollywood asiatische und „Wasian“-Geschichten dauerhaft fördern oder nur kurzfristig vom Trend profitieren wird.
Mehr Chancen für asiatische Schauspieler
Gao spielte Tao Xu in der „Heartstopper“-Serie. Nach eigenen Angaben eröffnen sich ihm inzwischen neue berufliche Möglichkeiten. Diese Entwicklung führt er auch auf den Erfolg von Williams zurück. „Seit Hudson Williams versuchen jede Menge Leute, mich zu kontaktieren“, so Gao. „Ich war vor kurzem bei einem Vorsprechen mit vier anderen Wasian-Männern. Es fühlte sich an wie: ‚Avengers, versammelt euch!‘“ Den Begriff „Wasian“ verwendet die Filmbranche für Menschen mit sogenannter weiß-asiatischer Herkunft. Auch eine aktuelle Untersuchung des US-Magazins Vulture beschäftigt sich mit der wachsenden Sichtbarkeit dieser Gruppe in Medien und Popkultur. Gao sieht die Entwicklung zwiespältig. „Ich weiß nicht, was ich davon halten soll, weil es positiv für meine Karriere ist, aber im größeren Zusammenhang ist es irgendwie vorhersehbar: Lasst uns einfach auf diesen Trend aufspringen. Es ist gut, aber es ist seltsam.“
Mehr Sichtbarkeit – aber nicht für alle
Die neue Aufmerksamkeit bedeute allerdings nicht, dass alle Probleme bei der Repräsentation asiatischer Menschen in den Medien gelöst seien. Auch asiatische Identität dürfe nicht auf ein einheitliches Bild reduziert werden. Online ist für Fans klar: Hudson Williams habe nicht im Alleingang alle Probleme der asiatischen Repräsentation gelöst. Sein Erfolg habe jedoch eine Tür geöffnet und eine Diskussion angestoßen. Daraus könnten auch Gespräche über die Repräsentation anderer Minderheitengruppen entstehen.
Dass Hollywood asiatische Schauspieler lange Zeit nur begrenzt berücksichtigt hat, ist insbesondere im LGBTIQ+-Fernsehen sichtbar. Asiatische Männer seien in Mainstream-Produktionen häufig übergangen worden. Umso auffälliger sei es, wenn das neue Interesse vor allem damit begründet werde, dass eine bestimmte ethnische Identität gerade als „trend“ gelte. Für Schauspieler wie Gao sei dies deshalb ein zweischneidiges Schwert. Einerseits entstehen neue Möglichkeiten, andererseits bleibt die Frage nach den Motiven der Branche.
„Crazy Rich Asians“ als früher Wendepunkt
Ob die Entwicklung nachhaltig ist, muss sich erst noch zeigen. Vor acht Jahren wurde bereits „Crazy Rich Asians“ zu einem großen Kassenerfolg. Der Film trug dazu bei, den Weg für weitere Geschichten mit asiatischen Hauptfiguren zu ebnen. Genannt wurden dabei unter anderem „The Farewell“, „Fire Island“ und „Everything, Everywhere, All At Once“, die Finanzierung und Erfolg beim Mainstream-Publikum fanden. Die aktuelle Entwicklung wirkt indes für viele Branchenkenner offenbar doch oberflächlicher. Auch Drehbuchautor Aaron Stewart-Ahn warnt davor, Identität lediglich als Lifestyle-Marke zu behandeln, Hollywood stehe vor einer Grundsatzfrage: Sind Studios bereit, asiatische und „Wasian“-Geschichten auch dann zu finanzieren, wenn diese nicht mehr als aktueller Trend gelten?