Neuer Streit um trans* Schüler Klage in den USA stellt Elternrechte in den Mittelpunkt
Die Regierung von US-Präsident Donald Trump hat einen öffentlichen Schulbezirk im Bundesstaat Kansas verklagt. Das Justizministerium wirft den Kansas Public Schools vor, trans* Schüler bei der Verwendung ihrer gewählten Namen und Geschlechtsidentitäten zu unterstützen, ohne die Eltern ausreichend einzubeziehen.
Das Wichtigste im Überblick
- Das US-Justizministerium verklagt einen öffentlichen Schulbezirk in Kansas wegen dessen Umgang mit trans* Schülern.
- Die Schulen erlauben es Schülern, ihre gewählten Namen und Geschlechtsidentitäten zu verwenden, ohne in jedem Fall die Eltern einzubeziehen.
- Die Regierung sieht darin einen Verstoß gegen Bundesgesetze zum Schutz elterlicher Rechte.
- Das Bildungsministerium bezeichnet das Vorgehen als „bisher einmalige Klage dieser Art“
- LGBTIQ+-Organisationen betonen, dass Vertraulichkeit für trans* Jugendliche in wenig unterstützenden Familien wichtig sein kann.
Klage gegen Schulbezirk
Das US-Bildungsministerium bezeichnete das Verfahren als „erstmalige Klage dieser Art“. Der Schulbezirk habe „geheime‚ geschlechtliche Transitionen‘ von Kindern in der Schule ohne Wissen oder Zustimmung ihrer Eltern“ ermöglicht. Nach Darstellung des Bildungsministeriums verstößt die Praxis gegen zwei Bundesgesetze: den Family Educational Rights and Privacy Act (FERPA) und den Protection of Pupil Rights Amendment (PPRA). Beide Regelungen betreffen unter anderem Rechte von Eltern im Zusammenhang mit den Bildungs- und Schülerdaten ihrer Kinder.
Harmeet K. Dhillon, stellvertretende Generalstaatsanwältin in der Bürgerrechtsabteilung des Justizministeriums, erklärte: „Elternrechte sind für den Betrieb der öffentlichen Schulen in Amerika von größter Bedeutung, und die Kansas City, Kansas Public Schools kennen Kinder nicht besser als ihre eigenen Eltern.“ Das Ministerium werde es nicht dulden, dass Schulbezirke im Dienste einer „radikalen Gender-Ideologie“ nachlässig mit Bundesrecht umgingen. Die Trump-Regierung hatte bereits 2025 begonnen, bestehende Vorschriften zu Elternrechten verstärkt durchzusetzen. Das Bildungsministerium richtete dabei den Fokus insbesondere auf Schulregelungen, die nach Ansicht der Behörde die Geschlechtsidentität oder mögliche geschlechtliche Transitionen von trans* Schülern vor deren Eltern geheim hielten.
Bund beendet Schutzvereinbarungen
Im April 2026 beendete das Bildungsministerium zudem mehrere Vereinbarungen zum Schutz von trans* Schülern. Die zuvor geltenden Vereinbarungen hatten unter anderem Schulungen für Beschäftigte zum Umgang mit Namen und Pronomen von Schülern sowie den Zugang zu geschlechtergerechten Toiletten vorgesehen. US-Bildungsministerin Linda McMahon erklärte: „Jahrzehntelang konnten Schulen mit wenig Rechenschaftspflicht arbeiten, während Bundesgesetze zu Elternrechten wie FERPA und PPRA nicht durchgesetzt wurden. Dadurch konnten einige Schulbezirke Eltern bei zutiefst persönlichen Angelegenheiten ihrer eigenen Kinder außen vor lassen. Diese Ära ist vorbei.“ Die Trump-Regierung setze diese Gesetze nun in einem beispiellosen Umfang durch und mache deutlich, dass Schulen sensible Informationen nicht vor Eltern verbergen könnten, ohne Konsequenzen befürchten zu müssen.
LGBTIQ+-Aktivisten warnen
LGBTIQ+-Organisationen sehen die Entwicklung kritisch. Sie argumentieren, dass Vertraulichkeit für junge trans* Menschen entscheidend sein kann, insbesondere wenn sie in Familien aufwachsen, die ihre Identität nicht akzeptieren. Sean Ebony Coleman, Gründer von Destination Tomorrow, erklärte, trans* Schüler verdienten Schulen, denen sie vertrauen könnten. Zugleich mache Trumps politische Agenda Sicherheit für sie unmöglich: „Die Frage, die sich uns stellt, ist, ob Rechte und Würde als grundlegende Werte oder als Privilegien behandelt werden, die gewährt und wieder entzogen werden können.“