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Gedenkstätte verwüstet
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Gedenkstätte verwüstet Berliner Polizei ermittelt nach erneuter Beschädigung

ms - 07.09.2026 - 08:30 Uhr
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Im Berliner Tiergarten ist ein weiterer Erinnerungsort an den CSD-Anschlag beschädigt worden. Der vor rund einem Monat gepflanzte Gedenkbaum wurde gewaltsam aus dem Boden gerissen. Auch das dazugehörige Schutzgitter wurde beschädigt. Der Vorfall wurde in der Nacht zum Sonntag entdeckt. Nach Angaben des Polizeilichen Lagedienstes stießen Einsatzkräfte während einer Streifenfahrt gegen 1:20 Uhr auf den beschädigten Baum, wie der rbb berichtet. 

Das Wichtigste im Überblick

  • Der Gedenkbaum für die Opfer des CSD-Anschlags im Berliner Tiergarten ist herausgerissen worden.
  • Polizeikräfte entdeckten den beschädigten Ahorn in der Nacht zum Sonntag.
  • Auch das Metallgitter um den Baum wurde aus dem Boden gerissen.
  • Kerzen, Bilder und weitere Gegenstände am Gedenkort wurden beschädigt oder zerstört.
  • Der Baum war erst vor rund einem Monat gepflanzt worden.
  • Zuvor war bereits eine Regenbogenbank direkt gegenüber schwer beschädigt worden.
  • Der Staatsschutz hat die Ermittlungen übernommen.
  • Die Berliner Grünen kündigten an, den Baum erneut zu pflanzen.
  • Bei dem Anschlag Ende Juli war eine Frau getötet worden, 31 weitere Menschen wurden teilweise schwer verletzt.

Gedenkort erneut beschädigt

Der französische Ahorn stand an jener Stelle, an der Ende Juli ein islamistischer Anschlag auf den Christopher Street Day verübt worden war. Der zuvor dort stehende Baum war bei der Tat so stark beschädigt worden, dass er später gefällt werden musste. Mit dem neuen Baum sollte zugleich ein sichtbarer Erinnerungsort geschaffen werden. Bei seiner Pflanzung war angekündigt worden, ihn durch ein Metallgitter zu schützen. An diesem sollten Besucherinnen und Besucher Karten, Fotos, Blumen und persönliche Nachrichten hinterlassen können.

Nun wurde auch dieser Gedenkort beschädigt. Der Baum lag beziehungsweise stand am Sonntag mit freiliegenden Wurzeln zur Seite. Nach Angaben der Polizei war auch das Schutzgitter aus dem Erdreich gerissen worden. Darüber hinaus wurden Gegenstände aus dem unmittelbaren Umfeld beschädigt. Dazu gehörten nach Polizeiangaben unter anderem Kerzen und Bilder. Teilweise seien diese Gegenstände zerstört worden. Der Staatsschutz übernahm die Ermittlungen.

Wiederaufbau angekündigt

Der Berliner Grünen-Fraktionsvorsitzende Werner Graf reagierte mit deutlichen Worten auf die Zerstörung. „Ich bin voller Wut und Fassungslosigkeit, aber auch trotzig“, erklärte er. Gleichzeitig richtete Graf eine Botschaft an queere Menschen in Berlin: „Ich sage allen queeren Menschen in dieser Stadt: Ihr seid nicht allein.“ Der Politiker kündigte an, den zerstörten Gedenkort wiederherzustellen. „Wir pflanzen diesen Baum wieder. So oft, wie es nötig ist.“ Damit steht bereits fest, dass der Ahorn ersetzt werden soll. Der erneute Angriff auf den Erinnerungsort sorgt derweil für Bestürzung.

Der Vorfall ist nicht die erste Beschädigung der Gedenk- und Erinnerungsstätte nach dem Anschlag. Erst letzte Woche wurde die gegenüberliegende Regenbogenbank in der Nähe komplett verwüstet. Nach Angaben der Polizei waren mehrere Holzlatten „mit erheblicher körperlicher Gewalt“ aus dem Metallrahmen gelöst worden. Außerdem wurde die Rückenlehne vom übrigen Gestell abgebrochen. Der zuständige Bezirk erstattete Strafanzeige gegen Unbekannt. Gleichzeitig kündigte er ebenso an, die beschädigte Bank wieder aufzubauen. 

Erinnerung an Anschlag Ende Juli 

Der Hintergrund der Gedenkorte ist der Anschlag vom 25. Juli im Berliner Tiergarten. Der islamistische Täter war damals mit einem Wagen in den Park gefahren und hatte dort Menschen angefahren oder überfahren. Die Fahrt endete, als das Fahrzeug gegen einen Baum prallte. Anschließend griff der 21 Jahre Abdul B. mit einer Machete weitere Menschen an, bevor er vom Tatort floh. Eine Frau kam bei dem Angriff ums Leben. Insgesamt wurden 31 Menschen verletzt, teilweise schwer. Einen Tag nach dem Anschlag wurde der islamistische Attentäter von Polizisten erschossen. Der Gedenkbaum war nach der Tat bewusst an dem Ort aufgestellt worden, an dem der ursprüngliche Baum durch den Anschlag so schwer beschädigt worden war, dass er entfernt werden musste. 

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