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25 Jahre nach „Bloody Pride“ LGBTIQ+-Lage in Serbien bleibt angespannt

Von ms - 07.09.2026 - 11:00 Uhr
25 Jahre nach „Bloody Pride“
Foto: IMAGO / Xinhua
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Unter dem Motto „Es gibt Platz für uns alle“ sind am vergangenen Wochenende Hunderte Menschen durch die Innenstadt von Belgrad gezogen, um bei der Belgrade Pride für die Rechte homosexueller und queerer Menschen einzustehen. Die Route führte am Sitz der serbischen Regierung und an der Nationalversammlung vorbei. Dafür wurden zahlreiche Straßen gesperrt.

Das Wichtigste im Überblick

  • Unter dem Motto „Es gibt Platz für uns alle“ sind am Samstag Hunderte Menschen durch Belgrad gezogen.
  • Die Route führte am Sitz der serbischen Regierung und an der Nationalversammlung vorbei.
  • Die Pride fand 25 Jahre nach der ersten Belgrade Pride statt, die 2001 von massiver Gewalt überschattet wurde.
  • Seit 2016 findet die Belgrade Pride wieder jährlich statt.
  • Serbiens EU-Beitrittswunsch spielt beim Schutz der Rechte von LGBTIQ+-Menschen eine wichtige Rolle.
  • 2021 nahmen rund 6.000 Menschen an der Belgrade Pride und dem Euro Pride teil – so viele wie nie zuvor.

25 Jahre nach „Bloody Pride“

Die Pride fand 25 Jahre nach der ersten Belgrade Pride statt. Die Erinnerung an den 30. Juni 2001 ist in der serbischen LGBTIQ+-Community bis heute präsent und stark verankert, für viele war die Veranstaltung traumatisierend, teils bis heute. Damals beteiligten sich nur einige Dutzend Menschen an der Pride. Queerfeindliche Organisationen, darunter zahlreiche gewaltbereite Hooligans, hatten zu einer Gegendemonstration aufgerufen. Der Polizei gelang es dabei nicht, die Gegendemonstranten von der Pride fernzuhalten. Mehr als 40 Teilnehmerinnen und Teilnehmer wurden verletzt, einige von ihnen schwer. Die Veranstaltung wurde deshalb später auch „Bloody Pride“ genannt.

Aus Angst vor weiteren Angriffen wurden in den folgenden Jahren keine weiteren Prides geplant. Erst 2010 gab es einen neuen Versuch. Erneut kam es zu großen Gegendemonstrationen. In den darauffolgenden Jahren wurden Genehmigungen immer wieder verweigert, weil die Behörden die Sicherheit der Teilnehmer nicht garantieren konnten. Erst seit 2016 findet die Belgrade Pride wieder jährlich statt. Dabei spielt auch Serbiens angestrebter Beitritt zur Europäischen Union eine Rolle. Das Land muss im Rahmen des Annäherungsprozesses an die EU auch die Grundrechte homosexueller und queerer Menschen gewährleisten.

Rekordzahlen bei der Euro Pride 

2021 nahmen rund 6.000 Menschen an der Belgrade Pride teil – so viele wie nie zuvor in Serbien. Es kam lediglich zu vergleichsweise kleinen Störaktionen. Ein Jahr später eskalierte der Konflikt zwischen den Organisatoren und der serbischen Regierung erneut. Damals war die Euro Pride in Belgrad zu Gast. Staatspräsident Aleksandar Vučić schaltete sich ein und verweigerte der Pride die Genehmigung. Als Grund nannte er die Spannungen zwischen Serbien und dem Kosovo. Erneut war es der Druck aus der Europäischen Union, der dazu beitrug, dass die Veranstaltung letztlich doch stattfinden konnte. Die Lage indes bleibt bis heute im Land angespannt, zuletzt kam es erst im Mai dieses Jahres zu einem Reizgas-Angriff in einem Schwulenclub in Belgrad. 

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