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Bischof Oster nennt CSDs Gefahr für die Demokratie
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Rücktritt gefordert Passauer Bischof nennt CSDs Gefahr für die Demokratie

mr - 26.08.2026 - 12:30 Uhr
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Der Passauer Bischof Stefan Oster hat bei einer Predigt an Mariä Himmelfahrt in Passau am 15. August queere Menschen und Veranstaltungen wie den Christopher Street Day (CSD) offen als Gefahr für die Demokratie bezeichnet. Zentrale katholische Organisationen und der Bundestagsabgeordnete Luke Hoß von der Partei Die Linke kritisieren die Äußerungen nun scharf. Oster steht mit dieser Aussage erneut im Fokus öffentlicher Debatten um queere Rechte in der katholischen Kirche.

 

Das Wichtigste im Überblick

  • Bischof Stefan Oster machte CSDs für eine Gefahr für die Demokratie verantwortlich.
  • Das Katholische LSBT+ Komitee und Out in Church verurteilen die Aussagen deutlich.
  • Bundestagsabgeordneter Luke Hoß forderte den Rücktritt des Bischofs.
  • Vertreter der queeren Community bemängeln fehlende Solidarität nach dem Anschlag auf den Berliner CSD.
  • Die Debatte beleuchtet Spannungen zwischen katholischer Kirche und queeren Gläubigen.

 

Bischof Oster kritisiert queere Sichtbarkeit scharf

Bischof Stefan Oster hatte in seiner Predigt behauptet, christlicher Glaube werde durch „gelebten Atheismus“ verdrängt. Das führe seiner Ansicht nach dazu, dass CSDs und queere Menschen die Grundlage der Demokratie infrage stellten. Laut dem Katholischen LSBT+ Komitee wiederholt Oster damit gezielt queerfeindliche Stereotype und greift sexuelle und geschlechtliche Minderheiten an, die ohnehin verstärkt Angriffen ausgesetzt seien. Bereits direkt nach dem tödlichen Angriff auf den Berliner Christopher Street Day am 27. Juli hatten queere katholische Organisationen das Schweigen kirchlicher Würdenträger kritisiert. Nach Angaben des Netzwerkes Out in Church wurde von der Kirche kein öffentliches Wort der Solidarität oder klarer Verurteilung geäußert.

 

Deutliche Forderungen nach personellen Konsequenzen

Besonders scharf fiel die Reaktion von Luke Hoß aus. Der Passauer Bundestagsabgeordnete und rechtspolitische Sprecher der Linksfraktion stellte Bischof Oster öffentlich infrage. Er bezeichnete queere Menschen als integralen Bestandteil einer demokratischen Gesellschaft und forderte Osters Rücktritt. Nach Ansicht von Hoß trügen anti-queere Aussagen von Kirchenvertretern wie Oster erheblich zur gesellschaftlichen Stimmung bei, die Angriffe auf Pride-Veranstaltungen begünstigten.

 

Konflikt um Anerkennung queerer Gläubiger

Der Streit um Osters Aussagen reiht sich in eine längere Kontroverse über die Gleichberechtigung von queeren Menschen in der katholischen Kirche ein. Papst Franziskus hatte bereits 2013 offen die Frage gestellt, „Wer bin ich, zu verurteilen?“, was von vielen als Zeichen für einen progressiveren Kurs gewertet worden war. In Deutschland jedoch stehen Bischöfe wie Oster einer queerfreundlichen Öffnung weiter entgegen und kritisieren öffentlich Initiativen wie queersensible Theologie oder die Segnung homosexueller Paare. Das Katholische LSBT+ Komitee hält diese Haltung für nicht vereinbar mit den Lehren der Nächstenliebe, auf die sich die Kirche berufen will.

Als nächster Schritt ist zu erwarten, dass der Druck auf kirchliche Würdenträger wächst, klare Stellungnahmen und ein Ende queerfeindlicher Rhetorik abzugeben. Mehrere Initiativen kündigten bereits an, an den kommenden CSDs gezielt auf ein Signal von kirchlicher Seite zu drängen.

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