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HIV-Wissen für die Polizei
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HIV-Wissen für die Polizei Englisches Projekt gegen Angst und Vorurteile

ms - 21.08.2026 - 12:00 Uhr
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Ein britischer Polizeibeamter will die Aufklärung über HIV innerhalb der Polizei deutlich verbessern. Casey Pownall von der Metropolitan Police setzt sich für verpflichtende Schulungen für Polizeibeamte im gesamten Vereinigten Königreich ein. Seit seinem Eintritt in die Metropolitan Police im Jahr 2023 hat er nach eigenen Angaben bereits 120 Polizisten und Beschäftigte geschult.

Das Wichtigste im Überblick

  • 120 Polizisten und Beschäftigte hat Casey Pownall bereits über HIV aufgeklärt.
  • Der Beamte der Metropolitan Police fordert verpflichtende HIV-Schulungen für Polizeikräfte im gesamten Vereinigten Königreich.
  • Anlass sind unter anderem Ängste und falsche Vorstellungen von Polizisten über die Übertragung von HIV.
  • Pownall setzt sich auch für ein landesweites Peer-Support-Netzwerk für Polizeibeamte mit HIV ein.

Einsatz gegen Stigmatisierung 

Auslöser des Engagements waren unter anderem Situationen, in denen Pownall beobachtete, dass Kollegen beim Umgang mit Tatverdächtigen mit HIV seltsam reagierten. Obwohl er selbst nicht mit HIV lebt, engagiert sich der offen schwule Polizist deswegen gegen die Stigmatisierung. „Ich bemerkte, dass Beamte bei der Durchführung von Ermittlungen im Zusammenhang mit Festnahmen von Tatverdächtigen mit HIV verunsichert wurden, häufig aufgrund falscher Vorstellungen über die Übertragung“, so Pownall. Er wolle zugleich auf die weiterhin bestehenden Vorurteile aufmerksam machen: „Mir ist bewusst, dass Menschen, die mit HIV leben, leider sowohl innerhalb der Polizei als auch in der Gesellschaft insgesamt noch immer mit Stigmatisierung und Diskriminierung konfrontiert sind. Ich will das Bewusstsein dafür schärfen, um meinen Kollegen zu helfen, Stigmatisierung entgegenzutreten und zu verstehen, wie wirksam moderne Behandlungen sind.“

Von der Idee zur Schulung

Der Weg zu seinem Aufklärungsprojekt war zunächst schwierig. „Als ich zum ersten Mal in meinem Bezirk ankam, hatte ich keine Ahnung, an wen ich mich wenden sollte oder wie ich die richtigen Wege beschreiten konnte, um diese Initiative in die richtige Richtung zu bringen“, berichtete er weiter. Gemeinsam mit dem Gründer des HIV-Peer-Support-Netzwerks Positive Plus entwickelte Pownall dann eine Schulungspräsentation. Diese hat er inzwischen 120 Polizeibeamten und Beschäftigten vorgestellt. Die Inhalte wurden außerdem unabhängig vom Chief Medical Officer der Metropolitan Police und vom National AIDS Trust überprüft.

Pownall ist mittlerweile einer von zwei Vorsitzenden von Positive Plus. Gemeinsam mit der Police Federation arbeitet er daran, das College of Policing zur Einführung einer formellen HIV-Schulung für Polizeikräfte im gesamten Vereinigten Königreich zu bewegen. Die bisherigen Erfahrungen stimmen ihn zuversichtlich. „Die Beamten sind dankbar für das größere Bewusstsein, das diese Initiative geschaffen hat. Das zeigt ihren Wert und warum ich glaube, dass sie im ganzen Land verpflichtend eingeführt werden sollte. Die Reaktion war sehr positiv, und es gibt einige erstaunliche Fortschritte.“ Dabei gehe es ausdrücklich nicht darum, Polizisten für ihre bisherigen Wissenslücken bloßzustellen. „Es geht nicht darum, jemanden zu beschämen. Ich möchte einen sicheren Raum schaffen, in dem die Menschen darüber sprechen können“, sagte Pownall. 

Moderne Behandlungen von HIV

Ein häufiges Missverständnis betreffe beispielsweise die Übertragung durch Speichel.  HIV kann durch Blut, Sperma, Präejakulat, Rektalflüssigkeit, Vaginalflüssigkeit und Muttermilch einer Person mit nachweisbarer Viruslast übertragen werden. Wer mit HIV lebt und eine wirksame Behandlung erhält, kann eine nicht nachweisbare Viruslast erreichen. In diesem Fall kann das Virus beim Sex nicht weitergegeben werden. Für Pownall ist deshalb Aufklärung besonders wichtig. „Diese Gespräche zu führen, ist von entscheidender Bedeutung. Es gibt nicht viele Erkrankungen, die noch immer mit einem vergleichbaren Maß an Stigmatisierung und Diskriminierung verbunden sind wie HIV.“

Seine Initiative soll zugleich Polizisten unterstützen, die selbst mit HIV leben. „Und es gibt Polizeibeamte aus verschiedenen Polizeibehörden, die mit HIV leben und das Gefühl haben, niemanden zu haben, mit dem sie sprechen können. Deshalb finde ich es absolut großartig, dass wir unser Peer-Support-Netzwerk jetzt auf das gesamte Land ausweiten.“ Unterstützung kommt vom National AIDS Trust. Annie Howard, Senior Programme Manager für HIV Confident, sagte: „Es ist entscheidend, dass Polizeibeamte als Ersthelfer Zugang zu Schulungen haben, die die moderne Realität des Lebens mit HIV erklären.“ 

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