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Allein in der Wohnung Immer mehr Menschen leben allein, hoher Anteil bei Senioren

Von ms - 24.08.2026 - 11:00 Uhr
Allein in der Wohnung
Foto: iStock / Deagreez
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Rund 17,3 Millionen Menschen in Deutschland haben im Jahr 2025 allein gelebt. Das entsprach 20,9 Prozent der Bevölkerung und damit gut jeder fünften Person. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) nach Erstergebnissen des Mikrozensus mitteilte, ist die Zahl der Alleinlebenden in den vergangenen 20 Jahren deutlich gestiegen. Davon betroffen sind auch mehr als zwei Millionen LGBTIQ+-Menschen. 

Das Wichtigste im Überblick

  • 2025 lebten rund 17,3 Millionen Menschen in Deutschland allein.
  • Die Zahl der Alleinlebenden stieg seit 2005 um 22,3 Prozent.
  • Schätzungsweise rund 2,1 Millionen homosexuelle und queere Menschen leben allein.
  • Besonders häufig leben ältere Menschen und Bewohner von Großstädten allein.
  • Deutschland liegt mit 20,9 Prozent Alleinlebenden deutlich über dem EU-Durchschnitt von 16,5 Prozent.
  • Mehr als jede dritte Person ab 65 Jahren lebt allein.

Deutliche Zunahme in 20 Jahren

Im Vergleich zu 2005 nahm ihre Zahl um 22,3 Prozent zu. Damals lebten knapp 14,2 Millionen Menschen allein, ihr Anteil an der Bevölkerung lag bei 17,3 Prozent. Nach den vorliegenden Zahlen bedeutet dies zugleich, dass rund 2,1 Millionen homosexuelle und queere Menschen in Deutschland allein leben. Die Gruppe ist damit in erheblichem Umfang von den gesellschaftlichen Entwicklungen rund ums Alleinleben und mögliche soziale Isolation betroffen.

Besondere Bedeutung hat das Thema für ältere homosexuelle Menschen. Schwule Senioren gehören vielfach zu Generationen, die über Jahrzehnte gesellschaftliche Ausgrenzung und Diskriminierung erlebt haben. Viele von ihnen haben keine eigenen Kinder oder verfügen nur über kleinere oder gar keine familiären Unterstützungsnetzwerke als gleichaltrige Heterosexuelle. Hinzu kommt, dass  Partner im höheren Alter versterben können und soziale Kontakte im Ruhestand häufig abnehmen. Fachleute sehen deshalb bei älteren LSBTIQ+-Menschen ein erhöhtes Risiko für Einsamkeit und soziale Isolation.

Allein im Alter 

Generell leben ältere Menschen besonders häufig allein. In der Altersgruppe ab 65 Jahren wohnte 2025 gut jede dritte Person (34,4 Prozent) allein. Bei den mindestens 85-Jährigen war es mit 55,8 Prozent sogar mehr als jede zweite Person. Überdurchschnittlich hoch war der Anteil auch bei jungen Erwachsenen zwischen 25 und 34 Jahren mit 28,7 Prozent. Insgesamt lebten Frauen mit 21,5 Prozent etwas häufiger allein als Männer mit 20,4 Prozent.

Auch der Wohnort spielt eine wichtige Rolle. Je größer eine Gemeinde ist, desto höher fällt der Anteil der Alleinlebenden aus. In Großstädten mit mindestens 100.000 Einwohnerinnen und Einwohnern lebte 2025 gut ein Viertel der Bevölkerung (25,9 Prozent) allein. In mittelgroßen Gemeinden zwischen 20.000 und 100.000 Einwohnerinnen und Einwohnern lag der Anteil bei 20,6 Prozent. In kleineren Gemeinden mit weniger als 20.000 Einwohnerinnen und Einwohnern lebten mit 17,2 Prozent anteilig die wenigsten Menschen allein.

Europäischer Vergleich 

Im europäischen Vergleich liegt Deutschland deutlich über dem Durchschnitt. Nach Angaben der EU-Statistikbehörde Eurostat betrug der Anteil der Alleinlebenden an der EU-Bevölkerung 2025 insgesamt 16,5 Prozent. Höhere Werte als Deutschland verzeichneten lediglich Litauen (31,4 Prozent), Finnland (25,8 Prozent), Dänemark (24,3 Prozent) sowie Estland und Schweden mit jeweils 22,0 Prozent. Die niedrigsten Anteile wurden für die Slowakei (3,0 Prozent), Irland (8,1 Prozent) und Polen (9,2 Prozent) gemeldet. Während Alleinlebende gut ein Fünftel der Bevölkerung ausmachen, stellen Einpersonenhaushalte den häufigsten Haushaltstyp in Deutschland dar. Ihr Anteil lag 2025 bei 42,1 Prozent aller Haushalte. Vor 20 Jahren hatte dieser Wert noch 36,8 Prozent betragen.

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