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Instagram greift durch Smartbrillen in Kritik – intime Sex-Filme im Fokus

Von ms - 26.08.2026 - 10:00 Uhr
Instagram greift durch
Foto: IMAGO / MiS
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Instagram verschärft sein Vorgehen gegen heimlich mit Smartbrillen aufgenommene Videos. Künftig sollen Inhalte entfernt werden, wenn Menschen ohne ihr Wissen gefilmt, belästigt oder bloßgestellt werden. Das kündigte Instagram-Chef Adam Mosseri jetzt an. Bereits gesperrt wurden zwei Accounts von sogenannten Pickup-Artists, die Frauen auf der Straße oder im Fitnessstudio ansprachen und die Begegnungen heimlich filmten. Beide Profile hatten zuvor jeweils mehr als eine Million Follower.

Das Wichtigste im Überblick

  • Instagram entfernt künftig konsequent Inhalte, bei denen Menschen heimlich mit Smartbrillen gefilmt und belästigt werden. 
  • Bereits zwei Accounts von sogenannten Pickup-Artists mit jeweils mehr als einer Million Followern wurden gesperrt. 
  • Die Kamera der Meta-Brille geriet zuletzt wegen heimlicher Aufnahmen massiv in die Kritik. 
  • Ein Software-Update soll Manipulationen der Kamera-Anzeige verhindern. 
  • Auch in Teilen der schwulen Community werden Smartbrillen immer wieder missbraucht, um heimlich Sextreffen oder sexuelle Begegnungen aufzuzeichnen. 

Missbrauch mit Videos

Instagram-Chef Adam Mosseri erklärte: „Wenn Sie Inhalte veröffentlichen, die Menschen ausnutzen und belästigen, wie viele dieser Pickup-Line-Videos, von denen man gehört und gelesen hat, werden wir diese Inhalte entfernen. Wir wollen nicht, dass Menschen heimlich Videos von anderen aufnehmen, sie belästigen und diese anschließend auf unserer Plattform veröffentlichen.“ In der Vergangenheit waren immer wieder auch queere und homosexuelle Menschen von solchen Videos betroffen – sie wurden heimlich aufgezeichnet und beispielsweise unfreiwillig geoutet oder der Lächerlichkeit preisgegeben, insbesondere auch im schulischen Umfeld. Ein Sprecher von Meta bestätigte gegenüber Business Insider, dass die ersten Accounts wegen eines Verstoßes gegen diese Richtlinie deaktiviert wurden.

Kamera fällt kaum auf

Die gemeinsam mit Ray-Ban entwickelte Meta-Brille ist seit 2023 erhältlich und verfügt über eine integrierte Kamera. Während der Aufnahme soll ein kleines LED-Licht am Brillenrahmen anzeigen, dass gefilmt wird. In der Praxis wird dieses Signal jedoch häufig übersehen – insbesondere bei Tageslicht. Die Business-Insider-Autorin Katie Notopoulos schilderte, sie habe während eines Gesprächs nicht bemerkt, dass ihr Gegenüber die Brille zum Filmen nutzte, bis er sie ausdrücklich darauf aufmerksam machte. Hinzu kam, dass sich das Kontrolllicht bislang manipulieren ließ – etwa durch das Abkleben mit Klebeband oder das Abdecken mit Folie. Ein neues Software-Update soll dies künftig verhindern. Erkennt die Brille eine Manipulation des Lichts, wird die Kamera automatisch deaktiviert.

"Pervert Glasses" sorgen für Kritik

In sozialen Netzwerken hat sich für die Smartbrille inzwischen der Spitzname „Pervert Glasses“ – auf Deutsch etwa „Perversenbrille“ – etabliert. Bereits im Frühjahr 2026 berichtete Business Insider über eine wachsende Zahl von Prank-Videos, in denen Beschäftigte im Einzelhandel heimlich gefilmt und mit Streichen belästigt wurden. Parallel dokumentierte das Magazin Wired den Aufstieg eines Genres, bei dem Männer Frauen im öffentlichen Raum ansprechen, die Begegnungen heimlich filmen und anschließend veröffentlichen. Ähnlich werden auch immer wieder junge queere Menschen zum Opfer der vermeintlichen Scherze. Der öffentliche Druck habe nun Konsequenzen gezeigt. Was lange als Randproblem galt, wird von Instagram inzwischen ausdrücklich als Regelverstoß eingestuft. Wie Meta die neuen Vorgaben im Einzelnen durchsetzt und wie viele Videos bislang entfernt wurden, hat das Unternehmen allerdings nicht mitgeteilt.

Missbrauch bei sexuellen Begegnungen

Datenschutz- und Opferschutzorganisationen warnen seit Längerem davor, dass Smartbrillen nicht nur für heimliche Aufnahmen im öffentlichen Raum missbraucht werden können. Auch in Teilen der schwulen Community werden entsprechende Geräte immer wieder genutzt, um Sextreffen oder sexuelle Begegnungen ohne Wissen und Einverständnis der beteiligten Personen aufzuzeichnen und teilweise in Messenger-Gruppen oder auf Pornoplattformen weiterzuverbreiten. Für Betroffene kann dies gravierende Folgen haben. Neben der Verletzung der Privatsphäre drohen unfreiwillige Outings, psychische Belastungen, Rufschädigung oder berufliche Konsequenzen, wenn intime Aufnahmen in Umlauf geraten. Fachleute betonen daher, dass heimliche Mitschnitte sexueller Handlungen nicht nur einen schweren Vertrauensbruch darstellen, sondern je nach Land auch strafrechtliche Folgen haben können.

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