Trans* Frau schwer verletzt Französische Polizei fahndet nach zwei Männern
Eine 22-jährige trans* Frau ist Ende letzter Woche im französischen Montpellier Opfer eines versuchten Vergewaltigungsdelikts und anschließend eines Angriffs mit Glasscherben geworden. Sie erlitt rund 100 Verletzungen, wurde schwer verletzt und musste im Krankenhaus behandelt werden. Die Polizei fahndet derweil nach den zwei Tätern.
Das Wichtigste im Überblick
- Eine 22-jährige trans* Frau ist Mitte August in Montpellier von zwei Männern brutal angegriffen worden.
- Nach Angaben der Polizei sollen die Männer sie zunächst unsittlich berührt und versucht haben, sie zu vergewaltigen.
- Danach sollen sie die Frau mit Glasscherben immer wieder am Körper verletzt haben.
- Sie erlitt rund 100 Schnittverletzungen und musste mit etwa 50 Stichen genäht werden.
- Die Polizei ermittelt; bislang wurde niemand festgenommen.
- Queere Vereine verurteilen die "Horror-Tat" mit scharfen Worten.
Eskalation in Tunnel
Die junge Frau war gekommen, um sich die Tags und Graffiti anzusehen, die die Wände des Tunnels entlang der Ufer des Verdanson bedecken, eines künstlich angelegten Kanals nordöstlich des Stadtzentrums von Montpellier. Sie verließ den Tunnel mit rund hundert Schnittverletzungen. Am letzten Donnerstagabend wurde die 22-Jährige dort von zwei Männern angegriffen. „Sie sollen sie zunächst unsittlich berührt und anschließend versucht haben, sie zu vergewaltigen“, teilte die nationale Polizei von Montpellier mit.
Nach den ersten Erkenntnissen der Ermittler sollen die Gewalttaten eskaliert sein, als die beiden Männer bemerkten, dass es sich bei ihrem Opfer um eine trans* Frau handelte. Es sollen Beleidigungen gefallen sein. Anschließend sollen die Angreifer die Frau attackiert haben. „Sie sollen ihren Körper mehrfach mit Glasscherben aufgeschlitzt haben, bevor sie die Flucht ergriffen und sie blutüberströmt zurückließen“, erklärte die Polizei weiter.
Rund 100 Schnittverletzungen
Schwer verletzt soll es der jungen Frau dennoch gelungen sein, eine öffentliche Straße zu erreichen, bis zur Kreuzung der Rue Boussairolles und der Avenue Saint-Charles. Passanten fanden sie blutüberströmt und alarmierten sofort die Rettungskräfte. Die Feuerwehr brachte die Frau in das Universitätsklinikum CHU Lapeyronie, wo sie medizinisch versorgt werden konnte. Bei ihrer Ankunft im Krankenhaus war ihr Leben nach Angaben der Ermittler nicht unmittelbar in Gefahr. Die Frau aus Montpellier hatte Verletzungen am gesamten Körper, vor allem an Armen und Beinen, aber auch im Gesicht. Insgesamt wurden rund 100 Schnittverletzungen festgestellt, die etwa 50 Stiche erforderlich machten. Nach zwei Tagen im Krankenhaus konnte die junge Frau nach Hause zurückkehren.
Inzwischen hat sie Anzeige erstattet. Die Polizei leitete Ermittlungen ein, um die beiden Angreifer zu identifizieren und den genauen Ablauf der Tat zu klären. Dabei setzen die Ermittler unter anderem auf Aufnahmen von Überwachungskameras in dem Gebiet. „Der Ort ist nicht dafür bekannt, besonders problematisch zu sein“, teilte die nationale Polizei mit. Die Aufnahmen werden derzeit ausgewertet. Bislang wurde keine Festnahme bekannt gegeben.
Vereine verurteilen Horror-Tat
Ob die Gewalt einen transfeindlichen Charakter hatte, wie er von der Betroffenen in ihrer Aussage gegenüber den Ermittlern geschildert wird, muss laut den Beamten noch im Verlauf der Ermittlungen festgestellt werden. Der Angriff löste große Empörung bei LGBTIQ+-Verbänden aus. In einer Mitteilung bekundete Stop Homophobie seine Unterstützung für die Betroffene und forderte dazu auf, das Ausmaß der Gewalt zu berücksichtigen: „Unabhängig von den rechtlichen Einstufungen, die letztlich von der Justiz vorgenommen werden, ist das Ausmaß der festgestellten Verletzungen beträchtlich.“ Der Verband betonte außerdem, „dass dieser Fall daran erinnert, wie notwendig ein angemessener Schutz und eine geeignete Begleitung für transgeschlechtliche Menschen sind, die Opfer von Gewalt werden“. Auch der Verein Fiertés Citoyennes, verurteilte in einem Tweet „den Horror“ des Angriffs und sprach der Betroffenen seine Unterstützung aus.