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Spekulationen in Marokko Führt der König eine heimliche Beziehung mit einem Sportler?

Von ms - 17.08.2026 - 15:30 Uhr
Spekulationen in Marokko
Foto: IMAGO / ABACAPRESS
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Die öffentliche Abwesenheit von König Mohammed VI. sorgt in Marokko und darüber hinaus immer wieder in den letzten Monaten für Aufmerksamkeit. Während sich zuletzt in Ceuta eine schwere Migrationskrise abspielte, war der Monarch ebenso nicht vor Ort. Dabei befand er sich lediglich rund 42 Kilometer entfernt im marokkanischen Tétouan. Immer stärker verbreitet sich im Land zudem ein Gerücht, was für den Monarch bedrohlich werden könnte. 

Das Wichtigste im Überblick

  • König Mohammed VI. war während der jüngsten Migrationskrise in Ceuta nicht vor Ort.
  • Beobachter kritisieren seit Jahren die häufige Abwesenheit des Monarchen aus der Öffentlichkeit.
  • Im Mittelpunkt seines Privatlebens steht der ehemalige UFC-Kämpfer Abubakr „Abu“ Azaitar.
  • Zwischen dem König und Azaitar soll seit etwa sieben Jahren eine enge Freundschaft bestehen - oder mehr?
  • Offizielle Belege für eine Liebesbeziehung zwischen den beiden Männern gibt es bisher nicht.
  • Homosexualität wird im Land mit bis zu drei Jahren Haft bestraft. 

Mohammed VI. bleibt fern

Während der Krisensituation an der Grenze, leitete Mohammed VI. eine militärische Zeremonie, bei der junge Offiziere der Armee ihre Diplome erhielten. Der König war zu diesem Zeitpunkt ohnehin in Marokko, um seinen Sommerurlaub zu verbringen. Seine Kinder sollten nach einem Aufenthalt auf Capri zu ihm stoßen. Der Auftritt in Tétouan war damit ein offizieller Termin während des königlichen Urlaubs. Zeitgleich reiste der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez persönlich nach Ceuta, um die dortige Notlage zu bewältigen. Auch beim Anlegen einer Schwulenkreuzfahrt in Tanger war Mohammed VI. nicht öffentlich in Erscheinung getreten. Die Kreuzfahrt hatte in sozialen Netzwerken für viel Kritik gesorgt. 

Enge Freundschaft zu Sportkämpfer

Die Abwesenheit des Monarchen während wichtiger Ereignisse ist kein neues Phänomen. Internationale Medien und Beobachter beschreiben seit Jahren einen König, der sich zunehmend aus der öffentlichen Repräsentation zurückziehe und sein Privatleben stärker in den Mittelpunkt stelle. Dabei fällt immer wieder der Name Abubakr „Abu“ Azaitar. Der aus Marokko stammende und in Deutschland aufgewachsene ehemalige UFC-Kämpfer gilt seit Jahren als enger Vertrauter des Königs. Azaitar war als MMA-Kämpfer unter anderem in den Verbänden WSOF und ACB aktiv. Er war zudem der erste Marokkaner mit einem Vertrag bei der UFC. Dort bestritt er 2021 und 2023 jeweils einen Kampf und verlor beide. 

Seine Vergangenheit ist ebenfalls bekannt. Vor seiner Karriere als Kickboxer war Azaitar in Deutschland mehrfach in Haft. Zu den Vorwürfen gehörten der Diebstahl von Luxusfahrzeugen, Erpressung und Gewalt gegen eine frühere Partnerin. Trotz dieser Vergangenheit ist Azaitar weiterhin im Umfeld des marokkanischen Königs präsent. Im Mai 2026 veröffentlichte er auf seinem Instagram-Account, dem rund zwei Millionen Menschen folgen, ein Foto von Mohammed VI. und dessen Sohn Moulay El Hassan. Nach einigen Berichten soll der Kronprinz dem Kämpfer allerdings nicht besonders zugeneigt sein.

Spekulationen über die beiden Männer

Nach Angaben des Magazins Africa Confidential besteht die Verbindung zwischen Mohammed VI. und Azaitar seit ungefähr sieben Jahren. Azaitar veröffentlicht regelmäßig gemeinsame Bilder mit dem König in den sozialen Netzwerken. Dies hat sowohl in ausländischen als auch zuletzt in marokkanischen Medien Spekulationen ausgelöst. Der Politikwissenschaftler Nicolas Pelham schilderte in einem Interview mit dem CSIS, wie die enge Verbindung entstanden sein könnte. Verschiedenen Quellen zufolge habe sie ihren Anfang im Jahr 2018 genommen – kurz nach der nie offiziell bekannt gegebenen Scheidung des Königs von Prinzessin Lalla Salma. 

Die Prinzessin ist seitdem weitgehend aus der Öffentlichkeit verschwunden. Dabei ist eine wichtige Einschränkung nötig: Beweise für eine Liebesbeziehung zwischen Mohammed VI. und Azaitar liegen nicht vor. Die entsprechenden Gerüchte beruhen vielmehr auf Spekulationen über die auffällige Nähe der beiden Männer, den zeitlichen Zusammenhang mit der Trennung des Königs von seiner Ehefrau und die gesellschaftlichen Bedingungen in Marokko. Homosexualität ist in Marokko nach Artikel 489 des Strafgesetzbuches strafbar und kann mit bis zu drei Jahren Haft geahndet werden. Zudem radikalisierte sich zuletzt im Land die Einstellungen und Angriffe gegenüber schwulen Menschen.

Weitreichende Macht des Monarchen

Die marokkanische Verfassung von 2011 sieht für den König eine wesentlich stärkere Rolle vor als etwa die Verfassungen europäischer Monarchien wie Spanien oder Großbritannien. Mohammed VI. ist Staatsoberhaupt, Oberbefehlshaber der Streitkräfte und Vorsitzender des Ministerrats. Außerdem trägt er den Titel „Befehlshaber der Gläubigen“ und gilt damit als oberster religiöser Führer des Landes. Kritiker sehen deshalb in der Abwesenheit des Monarchen nicht nur eine Frage der öffentlichen Wahrnehmung. Sie befürchten auch eine Verlagerung politischer Entscheidungen auf den königlichen Hof und dessen Berater.

Die langen Abwesenheiten Mohammeds VI. können nach Einschätzung von Beobachtern auch die Arbeit der Regierung beeinflussen. Als Beispiel wird das Erdbeben von 2023 genannt. Damals habe sich kein Minister mit der betroffenen Bevölkerung fotografieren lassen können, bevor der König dies selbst getan habe. Wenn der Monarch nicht öffentlich auftritt, können dadurch Entscheidungs- und Repräsentationsaufgaben auf Personen aus seinem unmittelbaren Umfeld übergehen. Diese Berater sind nicht gewählt, sondern werden vom König ernannt. Die Diskussion über die Abwesenheit des Königs berührt damit nicht nur sein Privatleben und seine Freundschaft mit Abu Azaitar. Sie wirft zugleich grundsätzliche Fragen über die Machtverteilung und das politische System Marokkos auf.

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