Angriff auf queeres Zentrum Drohungen und Sachbeschädigung in Hannover
Ein Angriff auf das queere Zentrum Andersraum in Hannover beschäftigt die Stadt. Am Samstagabend wurde eine dort zusammengekommene Gruppe von unbekannten Personen gestört und bedroht. Nach Darstellung der Organisation richtete sich die Tat gezielt gegen queere Menschen.
Das Wichtigste im Überblick
- Unbekannte drangen am Samstagabend in das queere Zentrum Andersraum in Hannover ein.
- Nach Angaben der Organisation wurden Anwesende bedroht und verbal angegriffen.
- Die Angreifer forderten die Gruppe auf, die Räume zu verlassen.
- Nach der Weigerung wurden eine Tür zugeschlagen und eine Fensterscheibe zerbrochen.
- Verletzt wurde niemand; der Vorfall wurde der Polizei gemeldet.
- Andersraum wertet die Tat als gezielten Angriff auf queere Menschen.
- Oberbürgermeister Belit Onay (Grüne) besuchte das Zentrum und verurteilte den Vorfall.
Massive Drohungen
Zwischen 21.00 und 21.30 Uhr seien die Unbekannten in die Räumlichkeiten eingedrungen, teilte Andersraum mit. Die dort anwesenden Menschen seien bedroht und beschimpft worden. Zugleich hätten die Eindringlinge verlangt, dass die Gruppe das Zentrum verlässt. Die Betroffenen kamen dieser Aufforderung nach Angaben der Organisation nicht nach. Daraufhin hätten die Angreifer die Tür zugeschlagen und eine Fensterscheibe eingeschlagen. Anschließend seien sie geflüchtet. Körperlich verletzt wurde bei dem Vorfall niemand. Nach Angaben von Andersraum wurde die Polizei eingeschaltet.
Gezielter Angriff auf LGBTIQ+
Andersraum sieht in dem Geschehen mehr als eine gewöhnliche Sachbeschädigung. „Es war keineswegs eine unpolitische Tat, sondern ein Versuch, queere Menschen aufgrund ihrer Identität einzuschüchtern und zu bedrohen“, erklärte die Organisation. Das Gebäude sei deutlich als Ort für die queere Community erkennbar. Der Angriff habe sich damit gegen einen Treffpunkt im hannoverschen Stadtteil Nordstadt gerichtet. Zugleich verwies Andersraum auf eine aus Sicht der Organisation zunehmende Zahl von Bedrohungen und Fällen von Vandalismus gegen queere Einrichtungen.
Das Team des Zentrums kündigte unterdessen an, seine Arbeit fortzusetzen. In einem Beitrag auf Instagram hieß es: „Wir lassen uns nicht einschüchtern und akzeptieren nicht, dass solche Taten normalisiert oder verharmlost werden.“ Weiter erklärte das Team: „Wir bleiben ein offener und unterstützender Ort für queere Menschen und ihre Verbündeten.“
Oberbürgermeister besucht Zentrum
Auch Hannovers Oberbürgermeister Belit Onay (Grüne) reagierte auf den Angriff. Er besuchte das Zentrum am gestrigen Montag und äußerte sich anschließend auf seinem Instagram-Kanal zu dem Vorfall. „Ich verurteile den Angriff auf Andersraum am vergangenen Wochenende. Menschen wurden beleidigt, bedroht und eingeschüchtert, weil sie queer sind“, schrieb Onay. Der Oberbürgermeister bezeichnete Andersraum als „einen wichtigen Ort für queere Menschen in Hannover. Einen Ort der Begegnung und der Unterstützung“. Zugleich betonte er die Verantwortung der Stadt, für Sicherheit und Sichtbarkeit einzustehen. „Hannover sollte eine Stadt sein, in der alle Menschen sicher, frei und selbstbestimmt leben können“, fügte Onay hinzu.