Davies lobt „Heated Rivalry“ Der Kultregisseur freut sich über Geschichten mit Happy End
Der britische Drehbuchautor und Serienmacher Russell T. Davies (63) verfolgt den Erfolg von „Heated Rivalry“ mit Wohlwollen. Bereits Anfang des Jahres lobte er die kanadische Hit-Serie, jetzt sprach der Schöpfer von „Queer As Folk“ in einem Interview mit El País ausführlich über die Entwicklung schwuler und queerer Geschichten im Fernsehen und zeigte sich besonders erfreut über Produktionen, die sich an ein jüngeres Publikum richten und einen positiveren Ton anschlagen.
Das Wichtigste im Überblick
- Russell T. Davies zeigt sich begeistert von „Heated Rivalry“ und „Heartstopper“.
- Der „Queer As Folk“-Schöpfer begrüßt, dass LGBTIQ+-Geschichten heute häufiger mit einem glücklichen Ende erzählt werden.
- Seine eigenen Serien wie „Queer As Folk“ und „It’s A Sin“ entstanden vor dem Hintergrund einer deutlich schwierigeren Zeit für LGBTIQ+-Menschen.
- Die zweite Staffel von „Heated Rivalry“ wird derzeit produziert und soll im April 2027 starten.
- Davies' neue Serie „Tip Toe“ beschäftigt sich mit den Folgen LGBTIQ+-feindlicher Rhetorik in sozialen Medien und ist ab heute auf HBO zu sehen.
Davies und Happy Endings
„Ich bin froh, dass LGBTIQ+-Geschichten wie Heated Rivalry und Heartstopper ein glückliches Ende haben“, sagte Davies. „Aber ich scheine solche Geschichten nicht schreiben zu können … Dank dieser Serien muss ich das nicht unbedingt.“ Davies' eigene Arbeiten sind häufig von einer wesentlich düstereren Phase der LGBTIQ+-Geschichte geprägt. Sowohl die britische Originalversion von „Queer As Folk“ als auch die US-amerikanische Fassung aus den 2000er-Jahren spiegelten eine Zeit nach der AIDS-Krise und vor der Einführung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare wider.
Auch „It’s A Sin“, das in Großbritannien bei Channel 4 und in den USA bei HBO Max lief, spielte während der AIDS-Krise. Die Miniserie erzählte von einer Gruppe homosexueller Freunde in den 1980er- und 1990er-Jahren. Noch düsterer ist da seine neuste Produktion „Tip Toe“, die in Großbritannien für viele Debatten sorgte und ab heute bei HBO Max auch in Deutschland zu empfangen ist. Die Drama-Serie handelt von den Nachbarn Leo Struthers (Alan Cumming) und Clive Goss (David Morrissey). Beide bekommen die negativen Auswirkungen LGBTIQ+-feindlicher Rhetorik in sozialen Netzwerken zu spüren. Über fünf Episoden hinweg wird die Freundschaft der beiden Männer auf die Probe gestellt – mit einem besonders drastischen und brutalen Ende, das bereits in der ersten Folge aufgezeigt wird.
Stolz auf seine Arbeit
Davies ist vielleicht gerade deswegen ein Fan von „Heated Rivalry“, auch wenn er seine eigene Arbeit weiterhin mit besonderem Stolz begutachtet. Beim queeren Filmfestival BFI Flare in London im März dieses Jahres reagierte er auf Fans, die sagten, „Queer As Folk“ habe den Weg für den späteren Erfolg von „Heated Rivalry“ bereitet. „Wir sind verdammt noch mal von Anfang an gerannt!“, sagte Davies. Die erste Staffel von „Heated Rivalry“ war ähnlich erfolgreich wie damals „Queer as Folk“ erfolgreich. Anfang August begannen die Dreharbeiten für die zweite Staffel. Die Serie basiert auf einer Reihe von Liebesromanen über schwule Eishockeyspieler. Im Mittelpunkt stehen erneut Shane (Hudson Williams) und Ilya (Connor Storrie). Die beiden sollen sich sowohl in ihrer beruflichen Entwicklung als auch in ihrer Beziehung weiterentwickeln. Die zweite Staffel von „Heated Rivalry“ soll im April 2027 bei Crave und HBO Max Premiere feiern.
Frisch verliebt in einen Kellner
Davies sorgte zuletzt nebst „Tip Toe“ auch mit seinem Privatleben für Schlagzeilen. Der 63-jährige Regisseur und Produzent ist seit einem Jahr mit dem 27-jährigen australischen Kellner Oliver Cole (27) zusammen. Im Juli feierte das Paar ihren ersten Jahrestag, beide zeigten sich auch verliebt bei den europäischen Pride Awards in London. „Er ist wunderschön, oder? Ich habe großes Glück. Es ist jetzt ein Jahr her, seit wir angefangen haben, Hallo zu sagen. Unglaublich. Ich habe sehr, sehr großes Glück. Ich bin vor acht Jahren Witwer geworden, und man denkt irgendwie: Das war’s – wirklich. Und mit 63 denkt man: Das war’s, gut, ich hatte eine schöne Zeit. Dass dies nun passiert ist, ist eine großartige Überraschung und sehr schön“, so Davies über seine neue Liebe.