Direkt zum Inhalt

Kultrolle für Charlie Hunnam Rückblick auf die schwule Hit-Serie „Queer as Folk“

Von ms - 18.09.2026 - 14:30 Uhr
Schwule Kultrolle für Charlie Hunnam
Foto: IMAGO / Starface
ANZEIGE
Loading audio player...

Das 30-jährige Jubiläum von „Queer as Folk“ rückt näher. Die britische Serie startete 1999 auf Channel 4 und gehörte zu den Produktionen, die die Darstellung von homosexuellen Menschen im Fernsehen maßgeblich prägten. Kurz darauf folgte der oftmals viel bekanntere Ableger aus den USA. 

Das Wichtigste im Überblick

  • „Queer as Folk“ feierte 1999 in Großbritannien Premiere und wird bald 30 Jahre alt.
  • Charlie Hunnam spielte darin den 15-jährigen Nathan Maloney.
  • Hunnam bezeichnet die Serie als wichtigen Startpunkt seiner Karriere.
  • In „Monster: The Lizzie Borden Story“ spielt Hunnam Andrew Borden, den Vater von Lizzie Borden.
  • Die Serie beschäftigt sich auch mit der vermuteten Beziehung zwischen Lizzie Borden und Bridget Sullivan.
  • Rebecca Hall sieht in der Netflix-Produktion eine starke queere Dimension und thematisiert unterdrückte Sexualität.

Dankbar für schwule Filmrolle

Charlie Hunnam war damals Teil des außergewöhnlichen Ensembles. Er spielte den 15-jährigen Nathan Maloney, einen selbstbewussten und rebellischen Schüler, der sich in der schwulen Szene von Manchester bewegt. Rückblickend verbindet Hunnam mit der Serie vor allem Dankbarkeit. „Was für eine Welle der Unterstützung und des Feierns diese Serie erfahren hat! Es war eine so schöne Erfahrung und ein wunderbarer Start für meine Karriere. Ich blicke mit sehr schönen Erinnerungen und großer Dankbarkeit darauf zurück. Wir haben ein wichtiges Stück Fernsehen geschaffen! 1998 gab es keine Gleichstellung zwischen der schwulen und der heterosexuellen Bevölkerung. Wir haben sicherlich viel zur damaligen gesellschaftlichen Debatte beigetragen“, so Hunnam.

Mit Ryan Murphy vor der Kamera

Inzwischen arbeitet Hunnam erneut mit einem bekannten Vertreter queerer und homosexueller Film- und Fernsehproduktionen zusammen: Nach seiner Hauptrolle in „Monster: The Ed Gein Story“ steht er für Ryan Murphys „Monster: The Lizzie Borden Story“ erneut vor der Kamera. Die True-Crime-Serie erzählt die Geschichte von Lizzie Borden. Ihr wird vorgeworfen, ihre Eltern mit einer Axt ermordet zu haben. Über den Fall ist unter anderem die berühmte Behauptung überliefert, sie habe ihrer Mutter „40 Hiebe“ versetzt. 

Hunnam spielt Andrew Borden, Lizzies Vater. In der Serie wird die Figur als äußerst missbräuchlicher, manipulativer und abstoßender Vater dargestellt. Ein weiterer Schwerpunkt der Produktion ist Lizzies Sexualität. Über die historische Figur wurde vielfach spekuliert, sie habe eine Beziehung mit Bridget Sullivan, dem Dienstmädchen der Familie, gehabt. Hunnam sagt dazu: „Es ist eine tragische und faszinierende Geschichte. Es scheint tatsächlich eine fortlaufende Beziehung zwischen Lizzie und Bridget gegeben zu haben, die über all das hinausging. Sie standen sich weiterhin sehr nahe. Es wurde stark darüber spekuliert, dass Andrew seine Position als Hausherr ausgenutzt und eine Beziehung mit Bridget gehabt habe. Es schien, als habe sich dieses zutiefst dysfunktionale Liebesdreieck entwickelt. Vielleicht war das einer der Beweggründe! Da war ein Gefühl von Eifersucht, Wut und Zorn auf ihren Vater, weil er seine Autorität für sexuelle Gefälligkeiten eingesetzt hat.“

Ella Beatty spielt Lizzie Borden

Die Hauptrolle übernimmt Ella Beatty. Sie hofft, dass Zuschauer trotz der komplexen und dunklen Geschichte einen Zugang zu Lizzie Borden finden. „Ich war so begeistert davon, diese Figur und diese Geschichte zum Leben zu erwecken. Ich hoffe, dass das Publikum in unserer Geschichte viele aktuelle und zeitnahe Aspekte finden wird. Ihre Geschichte hält sich so dauerhaft, weil sie sich auch heute noch sehr relevant anfühlt. Es geht darum, wie wichtig es ist, gesehen und geliebt zu werden“, sagt Beatty. Beatty verteidigt dabei nicht zwangsläufig alle Verbrechen, die Borden zugeschrieben werden. 

Sie sieht jedoch in Erfahrungen wie Frustration, Verlassenheit und Missbrauch Aspekte, die auch für das Publikum der „Monster“-Reihe nachvollziehbar seien. „Sie hat sich zuvor noch nie als menschliches Wesen wahrgenommen gefühlt. Wir alle können uns mit der ersten Erfahrung identifizieren, von jemandem geliebt zu werden, und damit, wie diese Erfahrung die Chemie unseres Gehirns, unseres Körpers und unseres Geistes verändern kann. Diese Verbindung und Beziehung ist entscheidend für ihre Entwicklung als Figur. Gewalt und Mord sind nicht zu rechtfertigen, aber der menschliche Teil dieser Geschichte ist universell“, erklärt Beatty.

„Queere Energie ist überall“

Auch Rebecca Hall, die Lizzies Mutter Abby spielt, betont die queere Dimension der Netflix-Produktion. Sie war besonders angetan davon, dass die Geschichte die Erfahrung des Coming-Outs im späten 19. Jahrhundert aufgreift. „Queere Energie ist überall! Das Ganze ist sehr queer. Genau das habe ich daran geliebt und genau das hat mich daran angezogen. Das ist der Blickwinkel, den Ryan Murphy auf die Geschichte werfen wollte, und ich denke, es ist ein wirklich guter. Die Geschichte ist eine Untersuchung dessen, wie Frauen in ganz unterschiedlichen Käfigen gefangen sind. Eine weitere Ebene unterdrückter Sexualität hinzuzufügen, macht sie noch vielschichtiger. Jeder Mensch ist auf irgendeine Weise unterdrückt“, sagt Hall. Für Hunnam schließt sich damit auch ein Kreis: Seine Karriere begann mit einer Rolle in einer Serie, die 1999 neue Maßstäbe für die Darstellung schwuler Lebenswelten setzte. Heute arbeitet er erneut an einer Produktion, in der homosexuelle Aspekte einer historischen Geschichte eine wichtige Rolle spielen.

Anzeige
ANZEIGE

QUEERE PRESSESCHAU

Berliner MorgenpostDie Sehnsucht im Italien der bleiernen Jahre: „Buch der Träume“WDRComing-Out-Days: Queeres Leben auf dem LandWDRDüsseldorfer spricht über Coming-out und Identitätder FreitagTürkischer Exil-Autor Barbaros Altuğ: „Ich stand dort plötzlich wie der Hauptangeklagte“Alle Meldungen ansehen
ANZEIGE

Umfrage der Woche

Wo würdest du ein erstes Date am liebsten verbringen?

Choices
Artikel zur Umfrage lesen
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Bond-Star am Tresen

Ein Pub mit Geist und Geschichte

Daniel Craig steigt beim Horseshoe in London ein. Drei Gastronomieprofis sind dabei – und der Bond-Star bringt eigene Pub-Erfahrung mit.
Peter Illmann blickt zurück

Nach dem Outing erleichtert

Peter Illmann wollte keine Coming-out-Schlagzeile. Rückblickend fühlte sich der Kultmoderator dennoch erleichtert – und spricht über die Hintergründe.
Michael Johnstons Kampf

„Schwule kommen in die Hölle“

Der schwule Schauspieler Michael Johnston wuchs mit der Angst vor der Hölle auf. Erst Jahre später konnte er seine Homosexualität akzeptieren.
Greg Louganis und die Liebe

Single mit 66: Und was jetzt?

Der schwule Olympiasieger Greg Louganis spricht mit 66 Jahren über die Partnersuche, feste Gewohnheiten und die Freiheit eines Lebens als Single.
Lillard und queere Außenseiter

Horrorstar macht LGBTIQ+-Fans Mut

Schauspieler Matthew Lillard hofft, dass queere Menschen in der Neuverfilmung von „Carrie“ eigene Erfahrungen wiedererkennen und daraus Kraft schöpfen
Troye Sivan zeigt neue Seiten

Neues Album heute erschienen

Troye Sivan verbindet auf seinem neuen Album „She’s the Best“ erotische Fantasien, schwule Lebensfreude und die Sehnsucht nach Liebe.
„Die Nanny“ erobert Frankfurt

Fran Drescher bei „Die Zweiflers“

Community-Liebling und „Nanny“-Star Fran Drescher übernimmt eine wichtige Rolle in der zweiten Staffel der preisgekrönten ARD-Serie „Die Zweiflers“.
Céline Dion gestürzt

Schockmoment bei Konzert

Ein Sturz, ein vergessener Songtext und Tränen: Bei Céline Dions Konzert in Paris sorgen 35.000 Fans für einen besonderen Moment.