Große Bühne für Jordan Lucas Das Vorbild vieler schwuler Sportler spielt an der Ostküste
Jordan Lucas (22) zieht für die letzte Saison seiner College-Karriere an die US-Ostküste. Der schwule Volleyballspieler, der sich in den vergangenen Monaten zu einem der bekanntesten Gesichter des Männer-College-Volleyballs und Vorbild der Community entwickelt hat, wird künftig für die Long Island University Sharks antreten.
Das Wichtigste im Überblick
- Jordan Lucas, einer der bekanntesten US-College-Volleyballspieler, wechselt für seine letzte Saison an die Long Island University.
- Der schwule Volleyballer spielte zuletzt für die CSUN Matadors.
- Lucas wurde Anfang des Jahres durch homophobe Äußerungen eines TV-Kommentators international bekannt.
- Inzwischen folgen ihm fast 500.000 Menschen auf Instagram.
- Seine Spiele wurden zum Publikumsmagneten im Männer-College-Volleyball.
- Mit seinem Wechsel dürfte Lucas nun auch in der Region New York zahlreiche Fans zu seinen Spielen locken.
Der Big Apple ruft
Lucas machte seinen Wechsel in dieser Woche über die sozialen Medien öffentlich. „Lasst es uns noch einmal durchziehen … ein letztes Mal, aber mit einem Tapetenwechsel an der Ostküste“, schrieb er auf Instagram. Zugleich bedankte sich der Volleyballer bei seinen Unterstützern: „Danke an alle, die das möglich gemacht haben. Ebenso für all die anhaltende Unterstützung und Liebe, die ich in den vergangenen Monaten erfahren habe. Das hat mir die Welt bedeutet.“
Lucas spielte bislang für die CSUN Matadors. Das Team beendete die vergangene Saison auf Rang 18 der nationalen Rangliste. Die Long Island University war dagegen während der Saison nicht in der Rangliste vertreten und kam auf 14 Siege bei 15 Niederlagen. In der vergangenen Saison trafen beide Mannschaften bereits aufeinander. CSUN setzte sich dabei mit 3:0 gegen LIU durch. Der Wechsel nach New York dürfte Lucas nun eine neue große Bühne verschaffen. Nach den vergangenen Monaten ist der Volleyballer längst über die eigentliche College-Sportwelt hinaus bekannt.
Homophobe Äußerungen
Lucas wurde Anfang dieses Jahres international bekannt, nachdem der Volleyball-Kommentator der UC Irvine, Charlie Brande, sich abfällig über ihn geäußert hatte. Brande deutete an, jemand solle Lucas ins Gesicht schlagen, weil dieser sich zu schwul verhalte. „Ich bin erstaunt, dass Jordan Lucas noch von niemandem eine verpasst bekommen hat“, sagte Brande während einer Live-Übertragung. Er bezog sich dabei auf Lucas' charakteristische Bewegungen, das Wedeln mit den Fingern und seine auffälligen Jubelgesten nach gewonnenen Punkten. „Die Possen, die er unter dem Netz aufführt, sind sehr geschmacklos.“
Die Äußerungen lösten eine breite Kontroverse aus. Der Versuch, Lucas' Auftreten zu diskreditieren, hatte jedoch einen anderen Effekt: Seine Bekanntheit nahm deutlich zu. Brande selbst hat seit dem Beginn der Kontroverse kein weiteres Spiel mehr kommentiert. Die Auseinandersetzung verbreitete sich in sozialen Netzwerken und wurde auch von Medien aufgegriffen.
New Yorker Fans warten auf ihn
Für Lucas entwickelte sich die Kontroverse zu einem erheblichen Popularitätsschub. Seine internationale Bekanntheit wuchs stark, inzwischen hat er auf Instagram fast 500.000 Follower und avancierte zum Vorbild vieler junger schwuler Sportler und der LGBTIQ+-Community. Auch in den Hallen zeigte sich das gestiegene Interesse. Zu den letzten Spielen von CSUN kamen besonders viele Zuschauer. Begegnungen mit Lucas entwickelten sich zu den begehrtesten Veranstaltungen im Männer-College-Volleyball. Mit seinem Wechsel an die Long Island University dürfte der Hype nun auch die Region New York erreichen, eines der Mekka der amerikanischen Gay-Community. Lucas kann damit für seine letzte College-Saison mit zusätzlicher Aufmerksamkeit und zahlreichen neuen Fans rechnen.