Direkt zum Inhalt

Streit um Altenarbeit Schwuler Verein Mann-O-Meter wehrt sich gegen Förderstopp

Von ms - 12.08.2026 - 15:20 Uhr
Streit um Altenarbeit
Foto: iStock / LuckyDuck
ANZEIGE
Loading audio player...

Der Verein Mann-O-Meter, Berlins schwuler Checkpoint, geht juristisch gegen die Einstellung der Förderung seiner Altenarbeit vor. Der Verein hat beim Verwaltungsgericht Berlin Klage gegen den Ablehnungsbescheid der Senatsverwaltung für Arbeit, Soziales, Gleichstellung, Integration, Vielfalt und Antidiskriminierung eingereicht. Gleichzeitig stellte er einen Antrag auf einstweiligen Rechtsschutz.

Das Wichtigste im Überblick

  • Mann-O-Meter hat beim Verwaltungsgericht Berlin gegen den Förderstopp für die Altenarbeit 2026 Klage eingereicht.
  • Zugleich beantragte der Verein einstweiligen Rechtsschutz.
  • Das Angebot richtet sich an ältere schwule und bisexuelle Männer und umfasst Begegnung, Beratung und Unterstützung.
  • Nach Angaben des Vereins war aufgrund von Gesprächen mit der Senatsverwaltung von einer weiteren Finanzierung oder einer gleichwertigen Lösung ausgegangen worden.
  • Mann-O-Meter hofft trotz des Rechtsstreits weiterhin auf eine politische Einigung mit dem Land Berlin.

Angebot für Senioren 

Mann-O-Meter bietet nach eigenen Angaben seit vielen Jahren Begegnungs-, Beratungs- und Unterstützungsangebote für ältere schwule und bisexuelle Männer an. Das Angebot richtet sich insbesondere an Menschen, die von Einsamkeit, sozialer Isolation und den Folgen jahrzehntelanger Diskriminierung betroffen sind. Die Entscheidung über die weitere Finanzierung sei für den Verein überraschend gekommen, heißt es in der Mitteilung. Aufgrund mehrerer Gespräche mit der politischen Leitung der zuständigen Senatsverwaltung sei man davon ausgegangen, dass die Finanzierung der Altenarbeit oder zumindest eine gleichwertige finanzielle Lösung gesichert werde. Im Vertrauen darauf seien bestehende Verpflichtungen fortgeführt worden. Den Ablehnungsbescheid erhielt der Verein nach eigenen Angaben erst im Mai 2026.

„Wir hätten uns eine gerichtliche Auseinandersetzung ausdrücklich erspart. Unser Ziel war und ist eine verlässliche Lösung für die Menschen, die unsere Altenarbeit nutzen. Nachdem die Finanzierung trotz anderer Signale letztlich vollständig abgelehnt wurde, sehen wir uns jedoch verpflichtet, die Interessen des Vereins auch rechtlich zu wahren“, erklärt Marius Niespor, Vorstand von Mann-O-Meter.

Frage der Kommunikation 

Mit der Klage wolle der Verein nach eigenen Angaben nicht grundsätzlich die politischen Schwerpunktsetzungen des Landes Berlin infrage stellen. Im Mittelpunkt des Verfahrens stehe vielmehr die Frage, ob Mann-O-Meter aufgrund der Kommunikation der Senatsverwaltung darauf habe vertrauen dürfen, dass die Finanzierung fortgeführt oder abgesichert werde. Zudem gehe es darum, ob dem Verein dadurch ein finanzieller Schaden entstanden sei.

Unabhängig vom Gerichtsverfahren hält Mann-O-Meter an seiner Einschätzung fest, dass die Altenarbeit einen unverzichtbaren Bestandteil der Berliner Unterstützungsangebote für ältere schwule und bisexuelle Männer darstellt. Gerade für Menschen, die aufgrund ihrer Lebensgeschichte mit Einsamkeit, sozialer Isolation oder den Folgen von Diskriminierung konfrontiert seien, seien entsprechende Angebote von Bedeutung. Der Verein setzt deshalb nach eigenen Angaben weiterhin auf eine politische Lösung. Er hoffe auf einen konstruktiven Dialog mit dem Land Berlin und darauf, die Finanzierung der Altenarbeit auf verlässliche Weise sicherzustellen.

Anzeige
ANZEIGE

QUEERE PRESSESCHAU

Süddeutsche ZeitungNews-Überblick: Das sind die Nachrichten des TagesSüddeutsche Zeitung„Sextortion“ in München: Er wollte sich zum Sex treffen. Dann wurde er erpresstrbb24Queere Demo in Kreuzberg: Mehrere tausend Menschen fordern Schutz queeren LebensndQueeres Leben | Casa Kuá Demo in Berlin: »Hände weg von Trans Leben!«Alle Meldungen ansehen
ANZEIGE

Umfrage der Woche

Wie wichtig ist dir ein LGBTIQ+-freundliches Arbeitsumfeld bei der Wahl eines Arbeitgebers?

Choices
Artikel zur Umfrage lesen
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Schwuler Tory sagt Tschüss

Boff geht im Menschenrechtsstreit

Andrew Boff verlässt die Konservativen. Der Londoner Politiker will am Schutz durch die Europäische Menschenrechtskonvention festhalten.
Stars zeigen Solidarität

Berlin feiert für die Aids-Hilfe

Sven Ratzke, T-Seven und The Baseballs: Am 2. November steigt „Künstler gegen Aids“. Annabelle Mandeng führt durch die Berliner Gala.
Comeback für das Kurioos

Neustart am 29. Oktober

Das Kurioos öffnet am 29. Oktober um 18 Uhr wieder. Kevin Bauer übernimmt die queere Koblenzer Bar – und startet rauchfrei.
Urteil nach Schwulen-Hetze

Ex-AfD-Mann fehlt bei Verkündung

800 Euro Geldstrafe nach homophoben Beleidigungen in Hamburg: Ein früherer AfD-Kommunalpolitiker erschien nicht zur Urteilsverkündung.
Messerangriff vor Bussi Bar

Zwei Helfer schwer verletzt

Vor der queerfreundlichen Bussi Bar in Berlin wurden zwei Helfer mit einem Messer verletzt. Zuvor hatte ein Trio eine Mitarbeiterin angegriffen.
Schwuler Vater kann aufatmen

Keine Anklage nach viralem Schlag

Nach der Konfrontation mit einem rechten Streamer wird David Vulin nicht angeklagt. Der schwule Vater hat eine Vereinbarung mit der Justiz erfüllt.
Queerfeindlicher Hass an der FU

Hakenkreuze nach Flaggen-Attacke

Pride-Flagge abgerissen, Hakenkreuze entdeckt: Die FU Berlin verurteilt Angriffe am Institut für Theaterwissenschaft. Die Polizei ermittelt.
Lara Heubeck lebt offen

DSC-Kommentatorin macht Mut

Lara Heubeck spricht über ihr Leben als trans Frau. Die Kommentatorin des Deggendorfer SC berichtet von großer Unterstützung nach ihrem Coming-out.
Solidarität mit Casa Kuà

Hunderte protestieren nach Razzia

Rund 500 Menschen demonstrieren in Berlin für trans* Gesundheitsversorgung. Nach der Razzia im Casa Kuà wächst der Protest gegen den Polizeieinsatz.