Spanien unter Schock Jugendbande schlägt bei Stadtfest auf lesbische Mädchen ein
Ein brutaler Angriff auf fünf 14-jährige Mädchen hat in der spanischen Gemeinde Benialí für Empörung gesorgt. Nach bisherigen Ermittlungen sollen drei junge Männer im Alter von 16 und 17 Jahren die Mädchen während der örtlichen Feierlichkeiten beleidigt und körperlich angegriffen haben, offenbar aus homophoben Motiven heraus – zwei der Mädchen sind lesbisch. Die Guardia Civil untersucht den Vorfall.
Das Wichtigste im Überblick
- Fünf 14-jährige Mädchen wurden bei einem Volksfest in einem Dorf in der Provinz Alicante von drei Jugendlichen brutal angegriffen.
- Dabei wurden die Mädchen auch immer wieder homophob beleidigt.
- Die Guardia Civil ermittelt, die drei mutmaßlichen Angreifer sind ebenfalls minderjährig.
- In der Gemeinde demonstrierten anschließend mehr als 200 Menschen gegen den Angriff.
- Spaniens Gleichstellungsministerin Ana Redondo verurteilte den Angriff und sprach von Lesbophobie.
Eskalation nach Zärtlichkeiten
Auslöser soll demnach gewesen sein, dass zwei der Mädchen lesbisch sind und während des Festes „Zärtlichkeiten ausgetauscht“ haben sollen. Die Jugendlichen sollen die Mädchen daraufhin mit den Worten „maricona“ und „bollera“ wüst beschimpft haben. Die spanischen Begriffe sind homophobe Schimpfwörter: „maricona“ bedeutet etwa „Schwuchtel“, während „bollera“ eine abwertende Bezeichnung für eine lesbische Frau ist und auf ihre Genitalien abzielt. Schließlich ging ein unbeteiligter Gast des Festes dazwischen, um die Situation zu beruhigen. Nachdem dieser den Ort verlassen hatte, soll es zu dem brutalen Angriff gekommen sein. Der Jugendmob schlug demnach auf die fünf befreundeten Mädchen ein, die mittelschwere Verletzungen im Gesicht und am restlichen Körper davontrugen. Die Betroffenen erstatteten mit ihren Familien anschließend Anzeige bei der Guardia Civil.
Solidarität in der Gemeinde
Benialí gehört zur Vall de Gallinera in der Provinz Alicante und hat rund 580 Einwohner. Nach dem Vorfall versammelten sich am darauffolgenden Tag rund 200 Menschen vor dem Sitz der Gemeindeverwaltung, um gegen die mutmaßlich homophobe Attacke zu protestieren. Die Gemeinde selbst verurteilte die Geschehnisse ebenso und erklärte, bei den örtlichen Festen dürfe kein Platz für Hass, Diskriminierung oder Angriffe aufgrund der sexuellen Orientierung sein. Zugleich bekräftigte sie ihr Engagement für eine „vielfältige, inklusive, respektvolle“ Vall de Gallinera.
Auch der LGBTIQ+-Verband Diversitat Alacant bezeichnete den Vorfall als homophobe Gewalt. Dessen Vorsitzender Juan David Santiago warnte vor einer zunehmenden Zahl von „Brennpunkten“ der Homophobie. „Man kann nicht zulassen, dass der Hass auf LGBTIQ+-Menschen und bestimmte faschistische Diskurse in das Alltagsleben unserer Jugendlichen eindringen können, als wäre das etwas Normales.“ Spaniens Gleichstellungsministerin Ana Redondo betonte: „Meine Solidarität mit den jungen Frauen, die in Alicante wegen Lesbophobie angegriffen wurden. Der Hass brandmarkt, legitimiert und schlägt auf der Straße zu. Angesichts der extremen Rechten, die die Angst sät, die zum Hass führt, braucht es Festigkeit in den demokratischen Überzeugungen und Respekt vor den Menschenrechten. Keinen Schritt zurück!“ Auch in Spanien sieht sich die Community verstärkt Hassgewalt und Angriffen ausgesetzt.