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Zeichen der Solidarität
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Zeichen der Solidarität Nach Berliner Anschlag wächst der Zulauf bei CSDs

ms - 10.08.2026 - 09:00 Uhr
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Der Anschlag beim Christopher Street Day (CSD) in Berlin wirkt auch zwei Wochen später auf die queeren Demonstrationen in anderen Städten nach. Veranstalter berichten von einem deutlich größeren Zulauf als in vergangenen Jahren. Das gilt nicht nur für die großen Veranstaltungen in Metropolen, sondern auch für kleinere CSDs.

Das Wichtigste im Überblick

  • In mehreren Städten sind deutlich mehr Menschen als üblich zu CSD-Demonstrationen gekommen.
  • In Braunschweig beteiligten sich nach Polizeiangaben mindestens 6.000 Menschen.
  • Nürnberg meldete mit mehr als 20.000 Teilnehmern einen Rekord; die Polizei sprach am Nachmittag sogar von rund 23.000 Demonstranten.
  • Beim Ruhr Pride in Essen nahmen mindestens 3.500 Menschen am Demonstrationszug teil.
  • Die Veranstaltungen standen zwei Wochen nach dem Anschlag beim Berliner CSD besonders im Zeichen von Solidarität und des Schutzes queerer Menschen.
  • Auch in Hamburg und Kempten hatten die CSD-Veranstaltungen am vergangenen Wochenende ungewöhnlich viele Teilnehmer angezogen.
  • In Prag gedachten die Teilnehmer zu Beginn der Pride-Demonstration mit einer Schweigeminute der Opfer des Berliner Anschlags.
  • Die Sicherheitsvorkehrungen wurden vielerorts nach dem Angriff verschärft.

Mehr Menschen als sonst 

In Braunschweig gingen nach Angaben der Polizei mindestens 6.000 Menschen für die Rechte queerer Menschen auf die Straße. Damit lag die Beteiligung deutlich über den Zahlen der vergangenen Jahre. Damals hatten die Beamten zwischen 4.500 und 5.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer gezählt. Björn Waldmann vom Organisationsteam des Braunschweiger CSD beobachtete dabei auch eine stärkere Beteiligung von Menschen, die selbst nicht queer sind. „Es sind auch viele nicht-queere Menschen dabei, die der Community ihrer Solidarität zeigen wollen“, sagte er der Nachrichtenagentur epd. Nach Waldmanns Einschätzung hat sich zugleich der politische Charakter der Veranstaltung verändert. Der CSD sei „wieder politischer als in den Vorjahren“. Nach dem Anschlag in Berlin sei zudem eine „Jetzt-erst-recht-Stimmung“ zu spüren.

Rekorde in Nürnberg und Essen 

Besonders viele Menschen kamen auch in Nürnberg zusammen. Mehr als 20.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer wurden beim Christopher Street Day gezählt. Damit wurde ein neuer Rekord erreicht. Unter dem Motto „Nürnberg liebt“ zogen mehr als 60 Gruppen durch die Innenstadt. Sie wollten für Sichtbarkeit und Gleichberechtigung eintreten und zugleich ein Zeichen gegen Queerfeindlichkeit setzen. Die Polizei erhöhte ihre Schätzung im Laufe des Nachmittags noch einmal. Sie ging schließlich von rund 23.000 Demonstranten aus. Die Veranstaltung verlief nach ihren Angaben friedlich und ohne Zwischenfälle.

Auch beim Ruhr Pride in Essen hatten die Behörden die Sicherheitsmaßnahmen nach dem Anschlag in Berlin verstärkt. In Nordrhein-Westfalen beteiligten sich nach Polizeiangaben mindestens 3.500 Menschen am Demonstrationszug. Die Parade setzte sich am Mittag an der Grugahalle in Bewegung. Am Nachmittag verlief der Zug ohne besondere Vorkommnisse. Für die gesamte CSD-Veranstaltung erwarteten die Organisatoren im Laufe des Tages rund 12.000 Menschen.

Hohe Beteiligung am Vorwochenende 

Der starke Zuspruch ist kein ausschließliches Phänomen des aktuellen Wochenendes. Schon eine Woche zuvor hatten sowohl große als auch kleinere CSD-Veranstaltungen mehr Menschen angezogen. In Hamburg fand der erste große CSD nach dem Anschlag von Berlin statt. Rund 300.000 Menschen kamen dort nach Veranstalter- und Polizeiangaben zusammen – so viele wie noch nie zuvor. Auch in Kempten im Allgäu lag die Beteiligung über den Erwartungen. Dort nahmen am vergangenen Wochenende gut 2.500 Menschen am CSD teil. Die Veranstalter mehrerer Demonstrationen hatten nach dem Angriff in Berlin ihre Sicherheitskonzepte überprüft und teilweise angepasst. Der Anschlag hat damit nicht nur die politische Debatte über den Schutz queerer Menschen beeinflusst, sondern auch die Vorbereitungen der Veranstaltungen.

Schweigeminute bei Pride in Prag

Die Folgen des Anschlags waren auch außerhalb Deutschlands bei einer Pride-Veranstaltung präsent. In Prag wurde zu Beginn der Pride-Demonstration der Opfer des Berliner Angriffs gedacht. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer legten eine Schweigeminute ein. Danach zogen Zehntausende Menschen durch die tschechische Hauptstadt. Mit der Demonstration forderten sie gleiche Rechte für sexuelle Minderheiten.

Auch die Organisatoren des Prager Festivals hatten als Reaktion auf den Angriff in Berlin zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen angekündigt. Hunderte Polizisten begleiteten die Parade. Unterstützt wurden sie von einem Deeskalations-Team. Für die Teilnehmer galten zudem besondere Vorgaben bei den Transparenten. Sie wurden aufgefordert, diese entweder mit der Hand zu tragen oder Kunststoffstangen zu verwenden. Auf Holzstangen und Besenstiele sollte verzichtet werden. Nach Angaben der Polizei blieb die Veranstaltung ohne besondere Zwischenfälle. Das galt auch, obwohl sich entlang der Strecke eine kleine Gruppe von Gegendemonstranten versammelt hatte.

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