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ESC-Suche nimmt Fahrt auf Musikteam erhält zentrale Rolle, Deutschland greift nach dem Sieg

Von ms - 03.08.2026 - 15:00 Uhr
ESC-Suche nimmt Fahrt auf
Foto: FASH Medien Archiv KI
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Die Vorbereitungen für den deutschen Beitrag beim Eurovision Song Contest (ESC) 2027 nehmen immer mehr Gestalt an. Nach aktuellen Informationen soll der deutsche Vorentscheid erneut im Februar stattfinden. Außerdem ist offenbar vorgesehen, die Live-Show wie bereits im Vorjahr an einem Samstag auszutragen. Damit dürfte die deutsche Auswahl erneut zeitgleich mit mehreren ESC-Vorentscheiden anderer europäischer Länder stattfinden. Noch offen sind dagegen der offizielle Titel der Sendung, die Moderation sowie das Abstimmungsverfahren.

Das Wichtigste im Überblick

  • Der deutsche ESC-Vorentscheid 2027 soll erneut im Februar stattfinden.
  • Über die erste Auswahl der Bewerbungen entscheidet zunächst ausschließlich das neue Musikteam des SWR.
  • Eine Expertenjury bewertet die Beiträge in einer zweiten Runde, trifft aber keine endgültige Entscheidung.
  • Gesucht werden mutige Songs mit internationalem Potenzial.
  • Delegationsleiterin Tina Sikorski formuliert das Ziel eines Sieges beim Eurovision Song Contest.
  • ESC-Urgestein Ralph Siegel will nach künstlichem Koma jetzt ein neues Lied für 2027 einreichen.

Erste Auswahl trifft Musikteam

Eine zentrale Rolle bei der Auswahl des deutschen Beitrags erhält das neu gebildete fünfköpfige Musikteam des SWR. Nach Ablauf der Bewerbungsfrist am 21. September soll zunächst ausschließlich dieses Gremium alle eingereichten Beiträge sichten. Nur die vom Musikteam ausgewählten Acts und Songs erreichen die zweite Auswahlrunde. Anschließend werden die verbliebenen Beiträge einer Jury aus „internationalen Musik- und ESC-Expert*innen“ vorgestellt. Diese bewertet die Songs, ihre Einschätzung dient den Verantwortlichen des SWR jedoch lediglich als Orientierung. Die endgültige Entscheidung über das Teilnehmerfeld des deutschen Vorentscheids treffen erneut das Musikteam und die „Verantwortlichen des SWR“. Wer diesem abschließenden Entscheidungsgremium angehört, wurde bislang nicht bekanntgegeben.

SWR sucht mutige Beiträge

Nach Informationen der Fanplattform ESC Kompakt setzt der Sender bei der Auswahl des deutschen Beitrags demnach bewusst auf musikalische Vielfalt und will sich nicht auf klassische Radiohits beschränken möchte. „Unser Ziel ist ein deutscher Beitrag, der Deutschland auf der Höhe der Zeit repräsentiert. Wir denken dabei nicht in Schubladen oder engen Grenzen. Jede musikalische Vision aus dem Spektrum der Populären Musik ist willkommen“, wird ein SWR-Verantwortlicher zitiert.  Besonderes Interesse gilt dabei Liedern, die sich stilistisch vom Mainstream abheben und beim internationalen Publikum einen bleibenden Eindruck hinterlassen. „Wir suchen Songs, die Potenzial haben, beim ESC ganz oben zu landen. Wir freuen uns vor allem über mutige Kompositionen, die eher polarisieren, als zu gefällig sind und die beim internationalen ESC-Publikum sofort im Kopf bleiben.“

Spiel auf Sieg 

Delegationsleiterin Tina Sikorski machte dabei deutlich, mit welchem Anspruch das Team arbeitet. Im Interview mit der Fachzeitschrift Musik Woche sagte sie: „Wir spielen auf Sieg.“ Zwar sei der Eurovision Song Contest weit mehr als die Platzierung am Ende des Wettbewerbs, dennoch verfolge das deutsche Team das Ziel, das bestmögliche Ergebnis zu erzielen. Innerhalb des neu zusammengestellten Musikteams werde ein Sieg als Ziel ausgegeben. Ein Erfolg beim ESC wäre aus Sicht Sikorskis eine grundlegende Veränderung für Deutschland.

Beim deutschen Vorentscheid setzt der SWR nach Angaben der Delegationsleiterin auf eine schrittweise Weiterentwicklung. Ziel sei es, die Qualität der Auswahl, die Zusammenarbeit mit der Musikbranche sowie das Abschneiden beim ESC im Vergleich zum Vorjahr zu verbessern. Wichtig sei es, sich als „vertrauensvoller Partner“ innerhalb der deutschen Musikszene zu etablieren. Langfristig solle dies zu stärkeren Teilnehmerfeldern im Vorentscheid und geeigneteren Beiträgen für den internationalen Wettbewerb führen.

Musikbranche stärker einbinden

Nach den Vorstellungen des SWR soll der deutsche ESC-Beitrag nicht allein innerhalb des Senderteams entstehen. Vielmehr setzt Sikorski auf eine enge Zusammenarbeit mit der gesamten Musikbranche. „Wichtig ist es uns, uns immer wieder selbst zu hinterfragen in unserer Arbeit. Letztlich sehen wir die gesamte Act- und Song-Akquise als Teamsache der gesamten deutschen Musikbranche und freuen uns über jegliche Ideen und Input (…)  Ein gutes Abschneiden des deutschen Beitrags beim ESC kann perspektivisch der gesamten deutschen Musikbranche zugutekommen.“

Nach Einschätzung der Delegationsleiterin orientieren sich viele Musikerinnen und Musiker in Deutschland zunächst an Radio- und Charterfolgen. Ein erfolgreicher Radiosong sei jedoch nicht automatisch auch beim Eurovision Song Contest erfolgreich – und umgekehrt. Deshalb wolle das ESC-Team beide Perspektiven gleichermaßen berücksichtigen und das Verständnis für die Besonderheiten des Wettbewerbs stärken. Für den Vorentscheid 2027 können sich erneut Musikerinnen und Musiker öffentlich bewerben. Auch Newcomer sind ausdrücklich willkommen. 

Comeback von Ralph Siegel?

Vielleicht ist die Suche nach dem neuen Nummer-eins-Hit auch viel einfacher: ESC-Urgestein Ralph Siegel meldete sich zu Wort, nachdem er letzten Monat noch aufgrund einer Lungenentzündung im künstlichen Koma gelegen hatte: „Ich habe aus dem Koma ein fantastisches Lied mitgebracht. Es ist in meinem Kopf, und ich weiß schon jetzt: Es ist unschlagbar", so der Produzent gegenüber dem Münchner Merkur. Er wolle den Song beim nächsten ESC für 2027 einreichen und betonte, er habe ein Gefühl wie damals mit seinem Siegersong "Ein bisschen Frieden". 

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