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Vergewaltigung in Pompeji
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Vergewaltigung in Pompeji Aufseher der Ausgrabungsstätte lockt 17-Jährigen in Falle

ms - 17.09.2026 - 11:00 Uhr
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Ein 17-jähriger Schüler soll in der italienischen Ausgrabungsstätte Pompeji von einem Aufseher sexuell missbraucht worden sein. Der Mann soll sich als Fremdenführer ausgegeben und den Jugendlichen Mitte August in einen für die Öffentlichkeit gesperrten Bereich gelockt haben. Einen Monat später wurde der mutmaßliche Täter jetzt festgenommen.

Das Wichtigste im Überblick

  • Ein 17-jähriger Schüler soll Mitte August in Pompeji von einem Aufseher der Ausgrabungsstätte sexuell missbraucht worden sein.
  • Der Mann soll sich als Fremdenführer ausgegeben und dem Jugendlichen eine für Besucher geschlossenes römisches Wohnhaus gezeigt haben.
  • Dort soll er den Jugendlichen wiederholt berührt und geküsst und ihn zu sexuellen Handlungen gezwungen haben.
  • Der Jugendliche meldete den Vorfall unmittelbar den Carabinieri vor Ort.
  • Videoaufnahmen aus dem Archäologiepark führten die Ermittler zum mutmaßlichen Täter.
  • Der Mann wurde jetzt in Scafati festgenommen. Ihm wird schwerer sexueller Missbrauch eines Minderjährigen vorgeworfen.
  • Pompejis Parkdirektor Gabriel Zuchtriegel bezeichnete den Vorfall als „äußerst schwer und schockierend“.

Angriff abseits der Öffentlichkeit 

Der 17-Jährige besuchte am Morgen des 16. August den Archäologiepark bei Neapel. Nach den bisherigen Ermittlungen soll sich der Aufseher als Fremdenführer ausgegeben und dem Jugendlichen angeboten haben, ihm eine für die Öffentlichkeit geschlossene Domus, ein römisches Wohnhaus, zu zeigen. Damit habe er dem Jugendlichen den Zugang zu einem Bereich versprochen, den andere Besucher nicht besichtigen konnten. Nach Angaben der Ermittler soll der Mann den Jugendlichen in den abgelegenen Bereich gebracht haben. Dort, abseits der anderen Touristen und der Überwachungskameras der Hauptwege, soll es zu dem sexuellen Übergriff gekommen sein.

Der Aufseher soll den Jugendlichen in die Enge getrieben, ihn wiederholt unsittlich berührt und geküsst haben. Schließlich soll er ihn zu wiederholten sexuellen Handlungen gezwungen haben. Der 17-Jährige habe sich dagegen gewehrt und versucht, sich dem Mann zu entziehen. Nach den bisherigen Erkenntnissen soll der Aufseher ihn jedoch mit Gewalt festgehalten haben. Der Jugendliche soll anschließend unter Schock gestanden und durch den Angriff traumatisiert gewesen sein. Trotzdem habe er den Mut gefunden, den Vorfall unmittelbar zu melden. Er ging zum Carabinieri-Posten Scavi innerhalb der Ausgrabungsstätte und schilderte dort unter Tränen das Geschehen.

Videoaufnahmen belasten Verdächtigem

Die Ermittler werteten anschließend die Aufnahmen der Videoüberwachung des Archäologieparks von Pompeji aus. Mithilfe der Bilder konnten sie den mutmaßlichen Täter identifizieren. Auch der 17-Jährige soll den Mann wiedererkannt haben. Unter Leitung der Staatsanwaltschaft von Torre Annunziata liefen daraufhin rund einen Monat lang Ermittlungen. Am gestrigen Mittwoch, dem 16. September, schlugen die Carabinieri zu. Einsatzkräfte der Kompanie Torre Annunziata fanden den Mann rund fünf Kilometer von Pompeji entfernt in Scafati. Dort wurde er aufgrund eines Haftbefehls festgenommen, den der Ermittlungsrichter auf Antrag der Staatsanwaltschaft erlassen hatte. Der Vorwurf lautet auf schweren sexuellen Missbrauch eines Minderjährigen. Der Beschuldigte wurde in das Gefängnis von Vallo della Lucania gebracht.

"Schockierender Vorfall"

Die Nachricht löste bei Mitarbeitern und Leitung des weltberühmten Archäologieparks Bestürzung aus. Parkdirektor Gabriel Zuchtriegel erklärte: „Es handelt sich um einen äußerst schweren und schockierenden Vorfall, der sich zudem an einem Ort ereignet hat, der eigentlich ein Ort der Menschlichkeit und Kultur sein sollte.“ Zuchtriegel fügte hinzu: „Unsere Gedanken gelten dem Opfer.“ Der Vorfall „wird auch disziplinarische Konsequenzen haben, sobald alle notwendigen internen Untersuchungen abgeschlossen sind“, kündigte der Direktor an. Zum aktuellen Gesundheitszustand des Jugendlichen gibt es keine Angaben.

Pompeji mehrfach in den Schlagzeilen

Die Ausgrabungsstätte war bereits im August 2022 Gegenstand eines umstrittenen Vorfalls. Damals soll sich eine autorisierte Fremdenführerin gegenüber einem Kollegen über die Ankunft eines „Schiffes voller Schwuchteln“ geäußert haben. Gemeint war eine schwule Themenkreuzfahrt der Reederei Royal Caribbean. Ein schwules Touristenpaar hatte den Vorfall gemeldet. Parkdirektor Gabriel Zuchtriegel schaltete sich auch hier schlussendlich ein. Es kam zudem zu einem Austausch mit der Organisation Pride Vesuvio Rainbow, womit der Fall abgeschlossen wurde.

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