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Vance attackiert LGBTIQ+ Skurriler Wahlkampfauftritt sorgt für Kopfschütteln

Von ms - 17.09.2026 - 10:30 Uhr
Vance attackiert LGBTIQ+-Gruppe
Foto: IMAGO / ABACAPRESS
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US-Vizepräsident JD Vance hat bei einem Wahlkampfauftritt in Kansas die queere Organisation „Schwestern der Perpetuellen Indulgenz“ scharf angegriffen. Dabei bezeichnete er die Gruppe und deren Mitglieder fälschlich als Teufelsanbeter und stellte sie als Gegner des Christentums dar. Zudem bezeichnete er die Organisation mit einem Namen, unter dem sie nicht existiert.

Das Wichtigste im Überblick

  • US-Vizepräsident JD Vance griff bei einer Wahlkampfveranstaltung in Kansas die Schwestern der Perpetuellen Indulgenz an.
  • Er bezeichnete die Gruppe fälschlich als „teufelsanbetende Gruppe“ und „antichristliche Hassgruppe“. 
  • Anlass war unter anderem die Unterstützung des Kansas City Pride-Fest durch die von Pastor Adam Hamilton gegründete Kirche Resurrection.
  • Die Schwestern weisen den Vorwurf der Teufelsanbetung zurück und verweisen auf ihre Arbeit für Menschenrechte und soziale Projekte.

Wahlkampfauftritt in Kansas

Vance trat bei einer Wahlkampf-Kundgebung bei Webco Manufacturing in Olathe auf. Mit seinem Auftritt unterstützte er den republikanischen US-Senator Roger Marshall. Dieser tritt im November gegen den bekannten methodistischen Pastor und Demokraten Rev. Adam Hamilton an. Nach Angaben des Kansas Reflector war auch Ty Masterson bei der Veranstaltung. Der Präsident des Staatssenats ist der republikanische Kandidat für das Amt des Gouverneurs. Mit seiner Hassrede zeigte Vance dabei deutlich auch seine Unwissenheit über die bekannte queere Hilfsgruppe. 

Die Schwestern der Perpetuellen Indulgenz (englisch Sisters of Perpetual Indulgence) sind ein weltweit agierender, nicht-religiöser Orden homosexueller und queerer Nonnen und Aktivisten. Die Gruppe entstand zu Ostern 1979 in San Francisco, als sich schwule Männer in geliehenen Nonnentrachten im Stadtviertel The Castro zeigten. Sie nutzen weiße Schminke, satirisch nachempfundene religiöse Ordenstrachten und Drag-Elemente, um im öffentlichen Raum Haltung zu zeigen. Mittlerweile gibt es weltweit tausende Mitglieder, die sich in lokalen „Häusern“ oder „Orden“ organisieren. Im deutschsprachigen Raum sind sie ebenfalls seit Jahrzehnten aktiv. Sie kämpfen seit den Anfängen gegen HIV/Aids, verteilen Kondome, Safer-Sex-Materialien und informieren über sexuell übertragbare Infektionen. Zudem sammeln sie Gelder für (LGBTIQ+-Projekte und unterstützen Menschen in Not. Ein Kernanliegen ist es, Schuldgefühle zu tilgen, universelle Lebensfreude zu verbreiten und für die Inklusion diverser Lebensentwürfe einzutreten. 

Streit um Kansas City Pride-Fest

Vance richtete seine Kritik unter anderem gegen Hamilton, weil die von ihm gegründete Kirche Resurrection zu den zahlreichen Sponsoren des Kansas City Pride-Fest gehörte. Hamilton habe „stolz eine Drag-Gruppe namens ´Our Ladies of Perpetual Indulgence´ unterstützt“, behauptete Vance. Eine Organisation dieses Namens gibt es nicht. Gemeint waren die Schwestern der Perpetuellen Indulgenz. Vance bezeichnete die Mitglieder als „die teufelsanbetende Gruppe, die vor Spielen der Los Angeles Dodgers besondere Segnungen ausgesprochen hat“ und als „antichristliche Hassgruppe“. Der Wahrheit entspricht nichts davon. Vance legte auch keine Belege dafür vor, dass Hamilton oder seine Kirche den Schwestern direkt Geld zukommen ließ.

Vorwürfe gegen Pastor Hamilton

Vance behauptete außerdem, Hamilton halte es für sündhaft, weiß zu sein und Fleisch zu essen. Der Kansas Reflector berichtete, diese Vorwürfe seien aus älteren Auszügen aus Predigten zusammengestellt worden, denen der ursprüngliche Zusammenhang entzogen worden sei. Hamiltons Wahlkampfteam verwies dagegen auf die soziale Arbeit seiner Kirche. Resurrection habe 2025 mehr als 45.000 Menschen mit Essen versorgt, fast 60.000 Kinderbücher verteilt, Pflegefamilien unterstützt und bezahlbaren Wohnraum geschaffen. „Hamilton lädt Vizepräsident Vance ein, Resurrection zu besuchen, anstatt die größte United-Methodist-Kirche des Landes anzugreifen, um Roger Marshalls schwächelnde Kampagne zu retten und von den Rekordpreisen für Diesel und Benzin, dem Krieg im Iran und Roger Marshalls wucherischen Praktiken beim Einzug medizinischer Schulden abzulenken“, sagte Harvey-Sprecherin Glynnis Harvey dem Kansas Reflector.

Die Schwestern reagieren 

Inzwischen reagierten auch die örtlichen Schwestern der Perpetuellen Indulgenz. Sister Roma erklärte: „Unser Name ist nicht das Einzige, was der Vizepräsident falsch dargestellt hat. Ich erkenne seine aufhetzende und verzerrte Darstellung dessen, wer wir sind und was wir tun, nicht an und akzeptiere sie nicht. Die Sisters sind eine globale Menschenrechtsorganisation, die Geld für entsprechende Zwecke sammelt. Wir machen uns nicht über Nonnen lustig, wir sind Nonnen. Auf der ganzen Welt findet man Sisters, die Mahlzeiten an Hungernde ausgeben, obdachlosen Menschen Wärme und Trost spenden oder die am stärksten marginalisierten und häufig ausgegrenzten Mitglieder der Gesellschaft beraten. Von unserer frühen Arbeit als Pioniere bei der Aufklärung über HIV/AIDS und der Prävention bis hin zu unserem fortgesetzten Dienst und unserem Einsatz für Mitgefühl setzen sich die Sisters dafür ein, unsere Gelübde zu erfüllen, um stigmatisierende Schuld zu sühnen und universelle Freude zu verbreiten.“

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