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Autor Benjamin Alire Sáenz Schriftsteller von „Aristoteles und Dante“ ist tot

Von ms - 31.07.2026 - 15:15 Uhr
Schriftsteller Benjamin Alire Sáenz
Foto: Coppercanyonpress
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Der schwule US-amerikanische Schriftsteller und Lyriker Benjamin Alire Sáenz ist tot. Der Autor, dessen Jugendromane auch im deutschsprachigen Raum große Beachtung fanden, starb am 28. Juli nach längerer Krankheit in El Paso im US-Bundesstaat Texas. Er wurde 71 Jahre alt.

Das Wichtigste im Überblick

  • Der schwule US-amerikanische Autor und Lyriker Benjamin Alire Sáenz starb am 28. Juli in El Paso, Texas.
  • Sáenz wurde vor allem durch den Jugendroman „Aristoteles und Dante entdecken die Geheimnisse des Universums“ bekannt.
  • Sein Werk prägte die Sichtbarkeit homosexueller und mexikanisch-amerikanischer Lebensrealitäten in der Jugendliteratur.
  • Der Schriftsteller wurde 71 Jahre alt.

Stimme der Jugendliteratur 

International galt Sáenz als eine bedeutende Stimme der lateinamerikanischen und homosexuellen Jugendliteratur. In seinen Büchern setzte er sich mit Fragen nach Identität, Herkunft und gesellschaftlicher Realität auseinander. Besonders bekannt wurde sein Roman „Aristoteles und Dante entdecken die Geheimnisse des Universums“. Das Werk erschien in 25 Übersetzungen, wurde mehrfach ausgezeichnet und später fürs Kino verfilmt. Die deutsche Ausgabe erschien 2014 bei Thienemann in der Übersetzung von Brigitte Jakobeit. Das Buch erhielt auch in Deutschland viel Aufmerksamkeit und wurde 2015 für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert.

„Aristoteles und Dante entdecken die Geheimnisse des Universums“ erzählt die Geschichte der beiden mexikanisch-amerikanischen Jugendlichen Aristoteles „Ari“ Mendoza und Dante Quintana, die sich in den 1980er-Jahren in El Paso, Texas, kennenlernen. Während ihrer Freundschaft entdecken sie gemeinsam Fragen über Identität, Familie, Herkunft, Liebe und das Erwachsenwerden – und Ari beginnt allmählich zu verstehen, welche Gefühle er für Dante entwickelt. Weitere Werke des Autors erschienen ebenfalls bei Thienemann. Dazu gehören 2017 „Die unerklärliche Logik meines Lebens“ sowie 2023 der zweite Teil der Geschichte um die beiden Jungen aus El Paso: „Aristoteles und Dante springen in den Strudel des Lebens“. Die Wochenzeitung Die Zeit schrieb: „Es ist eine große Liebesgeschichte, die Benjamin Alire Sáenz erzählt, weite Strecken getragen von scheinbar beiläufigen und doch so tiefen Dialogen.“

Spätes Coming-Out, große Erfolge 

Benjamin Alire Sáenz wurde 1954 in Old Picacho im US-Bundesstaat New Mexico geboren und wuchs in einer mexikanisch-amerikanischen Arbeiterfamilie nahe der Grenze zu Mexiko auf. Diese Herkunft und die Erfahrungen seiner Kindheit und Jugend prägten sein literarisches Schaffen nachhaltig. Nach Studien der Philosophie und Theologie, unter anderem in Belgien, wurde Sáenz zunächst katholischer Priester. Später entschied er sich für eine Laufbahn als Schriftsteller. Er studierte Kreatives Schreiben, erhielt ein Stipendium an der Stanford University und unterrichtete viele Jahre kreatives Schreiben an der University of Texas at El Paso. Im Jahr 2008 outete er sich im Alter von 54 Jahren als schwul und gestand, dass er lange gebraucht habe, seine Homosexualität zu akzeptieren. 

Sein Gesamtwerk umfasst Lyrik, Romane und Erzählungen für Erwachsene sowie Kinder- und Jugendbücher. Wiederkehrende Themen waren das Aufwachsen unter schwierigen Bedingungen, familiäre Konflikte, Sucht, Rassismus und Homofeindlichkeit. Dabei zeichnete Sáenz seine Figuren mit großer Genauigkeit und viel Aufmerksamkeit für Dialoge. Mit seinen Büchern trug Benjamin Alire Sáenz wesentlich dazu bei, homosexuelle und mexikanisch-amerikanische Lebensgeschichten in der Jugendliteratur sichtbarer zu machen.

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