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Proteste gegen Uni-Vorlesung Rektorin verteidigt Wissenschaftsfreiheit

Von ms - 23.07.2026 - 08:30 Uhr
Proteste gegen Uni-Vorlesung
Foto: IMAGO / Hans Blossey
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Nach Protesten gegen eine Vorlesung über trans* Identitäten an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf hat Rektorin Anja Steinbeck jetzt Forderungen nach einer Absage der Veranstaltung und einer Entlassung der Dozentin zurückgewiesen. Die Hochschulleitung habe sich bewusst dafür entschieden, die Vorlesung stattfinden zu lassen. Zur Begründung verwies Steinbeck auf die an Universitäten geltende Forschungs- und Wissenschaftsfreiheit.

Das Wichtigste im Überblick

  • Proteste an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf gegen eine Vorlesung über trans* Identitäten.
  • Studentenverbände forderten die Absage der Veranstaltung sowie die Entlassung der Professorin.
  • Rektorin Anja Steinbeck lehnte dies mit Verweis auf die Wissenschaftsfreiheit ab.
  • Die Vorlesung fand wie geplant statt und wurde um eine Diskussion ergänzt.
  • Die Hochschulleitung bezeichnete Forderungen nach Campusverbot und Entlassung als unverhältnismäßig.

Rektorin betont Wissenschaftsfreiheit

Im Gespräch mit Welt-TV erklärte die Rektorin, sie werde nicht „ohne genau zu wissen, ob der Schutzbereich der Wissenschaftsfreiheit überschritten ist oder nicht“ eine Vorlesung absagen. Zugleich betonte Steinbeck, dass Studenten selbstverständlich ihre Kritik äußern dürften. „Natürlich muss niemand schweigen, wenn etwas gesagt wird, das ihm nicht gefällt.“ Gleichzeitig sei die Universität ein Ort des wissenschaftlichen Austauschs. „Es ist nicht akzeptabel, jemanden im Vorfeld zum Schweigen zu bringen.“ Wissenschaftliche Argumente müssten mit wissenschaftlichen Argumenten beantwortet werden – „und nicht dadurch, dass man die Debatte komplett verhindert“. Deshalb habe sich die Universitätsleitung gegen ein Verbot entschieden, „denn an der Universität herrscht nun mal Forschungs- und Wissenschaftsfreiheit.“

Veranstaltung fand wie geplant statt

Die umstrittene Vorlesung wurde daher in dieser Woche wie vorgesehen abgehalten. Nach Angaben der Rektorin wurde die Vorlesungszeit verlängert, anschließend sollte eine Diskussion stattfinden. „Ich glaube, das ist der richtige Weg“, sagte Steinbeck. Zum Zeitpunkt des Interviews seien der Hochschulleitung keine Erkenntnisse darüber vorgelegen, dass in der Veranstaltung „diskriminierende oder menschenfeindliche Äußerungen“ gefallen seien. Steinbeck räumte ein, dass wissenschaftliche Erkenntnisse von Betroffenen als belastend oder verletzend empfunden werden könnten, betonte aber weiter: „Solange wissenschaftliche Methoden eingehalten werden und der Stand der Forschung dargestellt wird, müssen wir das akzeptieren.“

Studentenverbände forderten Entlassung

Auslöser der Debatte war eine Vorlesung der Psychologie-Professorin Ute Bayen, die sich kritisch mit trans* Identitäten auseinandersetzen wollte. Bayen lehrt seit 2007 an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Zuvor war sie in Forschung und Lehre an mehreren renommierten Hochschulen in den USA tätig. Studentische linke Gruppen hatten bereits vor der Veranstaltung zu einer Demonstration aufgerufen. In einem auf Instagram veröffentlichten Aufruf hieß es, die Psychologie-Professorin plante im Rahmen ihrer Veranstaltung über Entwicklungspsychologie darüber zu sprechen, warum die „Existenz von Trans*Identitäten wissenschaftlich nicht haltbar sei“ und die „Verbreitung von ‚Trans-Ideologie‘ Kinder und Jugendliche gefährden würde.“ Weiter heißt es: „Diese Aussagen sind nicht nur menschenfeindlich, sondern auch wissenschaftlich falsch.“ Deshalb habe die Veranstaltung „somit nichts an einer Universität zu suchen“. Neben der Absage der Vorlesung forderten der Allgemeine Studentenausschuss (AStA) der Heinrich-Heine-Universität sowie die Interessenvertretung für trans* Personen TINBy ein Campusverbot und die Entlassung der Professorin.

Forderungen seien unverhältnismäßig

Nach Angaben der Rektorin gingen die Proteste unter anderem auf eine Formulierung in einer internen E-Mail der Professorin zurück. Darin sei der Begriff „Trans-Ideologie“ verwendet worden. Außerdem habe Bayen darin die Auffassung vertreten, dass „Trans-Ideologie“ die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen gefährden könnte. Steinbeck erklärte dazu: „Ich kann nachvollziehen, dass die Betroffenen Probleme haben mit dem Wort Trans-Ideologie.“ Die von Demonstranten erhobenen Forderungen seien aus Sicht der Hochschulleitung jedoch nicht gerechtfertigt gewesen. „Die geforderten Konsequenzen, Campusverbot, Entlassung waren aus Sicht der Hochschulleitung allerdings unverhältnismäßig.“

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