HIV-Krise verschärft sich Neue Studie bestätigt aktuelle Lage weltweit
Der Rückzug der USA aus internationalen HIV-Programmen könnte nach Einschätzung einer neuen Studie bereits jetzt zu einem deutlichen Rückgang bei der Behandlung von Kindern geführt haben. Die Untersuchung wurde bei der internationalen Aids-Konferenz in Rio de Janeiro vorgestellt, die noch bis zum 31. Juli läuft. Die Finanzierung von Programmen gegen HIV und Aids gehört dort zu den zentralen Themen.
Das Wichtigste im Überblick
- Eine Studie sieht einen deutlichen Rückgang von HIV-Behandlungen für Kinder nach dem Rückzug der USA aus internationalen Programmen.
- Bis Oktober 2025 erhielten weltweit rund 77.000 Kinder weniger eine HIV-Therapie als im Vorjahreszeitraum.
- Das US-Außenministerium weist die Kritik zurück und spricht von einer Folge sinkender Infektionszahlen.
- Hilfsorganisationen warnen vor den Folgen der Kürzungen für die weltweite HIV-Bekämpfung.
Studie warnt vor Folgen
Nach den Ergebnissen der Studie erhielten weltweit bis Oktober 2025 rund 77.000 Kinder und Jugendliche weniger eine Behandlung gegen HIV als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Die Daten beziehen sich ausschließlich auf Programme, die durch US-amerikanische Hilfen unterstützt wurden. Hintergrund ist die Entscheidung der US-Regierung nach der erneuten Amtsübernahme von Präsident Donald Trump, die amerikanische Entwicklungsbehörde USAID aufzulösen und internationale Hilfsprogramme zurückzufahren.
US-Regierung widerspricht
Das US-Außenministerium wies die Kritik an den Kürzungen zurück und erklärte, die wissenschaftliche Methodik der Untersuchung sei nicht fehlerfrei. Der Rückgang bei den behandelten Kindern sei demnach darauf zurückzuführen, dass es weniger HIV-Infektionen gebe. Die Autoren der Studie widersprechen dieser Darstellung. Zwar seien die Infektionszahlen und die Zahl der behandelten Kinder bereits seit Jahrzehnten rückläufig, der Rückgang im untersuchten Zeitraum sei jedoch deutlich stärker ausgefallen als der bisherige Durchschnitt. Nach den Ergebnissen der Untersuchung gingen die durch die USA unterstützten HIV-Behandlungen in 20 von 21 untersuchten Ländern zurück. Besonders betroffen sei Südafrika. In einigen Staaten hätten nationale Gesundheitsprogramme versucht, die entstandenen Lücken zu schließen. Der Rückzug von Hilfsprogrammen kann zudem vielerorts auch zu einer Verschärfung der Lage für homosexuelle Menschen mit HIV führen und mögliche Stigmata sowie Ausgrenzung und Diskriminierung weiter befeuern.
Warnung vor Versorgungslücken
Internationale Organisationen warnen seit Monaten vor den Auswirkungen der Kürzungen bei den US-Hilfsprogrammen. Vertreter von Amnesty International und anderen Hilfsorganisationen verweisen unter anderem auf Uganda, wo die Bekämpfung von HIV nach ihrer Einschätzung maßgeblich durch die Unterstützung der USA vorangekommen sei. Nach Angaben des Bündnisses „Aktion gegen den Hunger“ waren die Vereinigten Staaten bislang der weltweit größte Geldgeber für humanitäre Hilfe. Die Organisationen befürchten, dass ein Rückzug der amerikanischen Unterstützung langfristige Folgen für Prävention, Diagnostik und Behandlung von HIV haben könnte.