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Urteil im Fall O'Shae Sibley
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Urteil im Fall O'Shae Sibley Hassverbrechen erschüttert bis heute New Yorker Community

ms - 17.07.2026 - 10:30 Uhr
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Mehr als zwei Jahre nach dem tödlichen Messerangriff auf den Tänzer O'Shae Sibley (✝28) hat ein Gericht in New York jetzt den heute 20-jährigen Dmitriy Popov zu 20 Jahren Gefängnis verurteilt. Der Angeklagte war bereits im vergangenen Monat wegen Totschlags ersten Grades als Hassverbrechen schuldig gesprochen worden.

Das Wichtigste im Überblick

  • Ein Gericht in New York hat Dmitriy Popov wegen Totschlags als Hassverbrechen zu 20 Jahren Haft verurteilt.
  • Das Opfer O'Shae Sibley wurde 2023 an einer Tankstelle in Brooklyn erstochen.
  • Die Staatsanwaltschaft wirft Popov homophobe und antischwarze Beleidigungen während der Tat vor.
  • Popov entschuldigte sich vor Gericht, beharrte jedoch darauf, in Notwehr gehandelt zu haben.
  • Familie, Freunde und Weggefährten schilderten die tiefgreifenden Folgen der Tat für die LGBTIQ+-Community.

20 Jahre Haft nach Messerangriff 

Sibley war am 29. Juli 2023 an einer Tankstelle im Stadtteil Midwood tödlich verletzt worden. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft beschimpfte Popov den 28-Jährigen während der Auseinandersetzung mit homophoben und antischwarzen Beleidigungen. Obwohl Popov zum Tatzeitpunkt erst 17 Jahre alt war, wurde er als Erwachsener vor Gericht gestellt. Vor der Urteilsverkündung erinnerte die Familie an Sibley als lebensfrohen jungen Mann, der nach New York gezogen war, um seinen Traum als Tänzer zu verwirklichen. Popov nutzte die Gelegenheit zu einer persönlichen Erklärung und bat um Entschuldigung: „Ich entschuldige mich für dieses tragische Ereignis. Ich wollte niemals jemanden töten und nie, dass alles so endet. Ich wünschte von ganzem Herzen, ich könnte meine damalige Entscheidung rückgängig machen. Mir ist bewusst, dass nichts von dem, was ich heute sage, O'Shae zurückbringen kann.“ 

Emotionale Erklärungen 

Acht Angehörige und Freunde schilderten anschließend in emotionalen Erklärungen die Folgen der Tat. „Mein Bruder hätte nicht getötet werden dürfen. Er hat nichts falsch gemacht. Dass er zu sich selbst stand, hätte andere inspirieren sollen und nicht so angesehen werden dürfen, als wäre es eine Waffe. Glück sollte andere Menschen glücklich machen – und nicht dazu führen, ihnen Schaden zuzufügen“, so Sibleys Schwester Destiny Kelly vor Gericht. Nach dem Urteil betonte sie zudem: „Wir haben über meinen Bruder gesprochen, weil er derjenige ist, der nicht mehr hier ist. Es ging nicht um den Angeklagten. Ja, er hat eine Strafe bekommen. Aber seine Familie kann ihn besuchen und mit ihm sprechen. Wir werden meinen Bruder niemals wiedersehen“.

Mehrere Weggefährten beschrieben, welche negativen Auswirkungen der Tod des Tänzers auf die schwarze queere Community und die Tanzszene habe. Otis Pena, der bei der Tat anwesend war und gemeinsam mit Sibley nach New York gezogen war, um eine Tanzkarriere zu verfolgen, schilderte die Folgen des Verbrechens. „Es hat mich zutiefst erschüttert, meinen Bruder in meinen Armen sterben zu sehen.“ Seitdem leide er unter Albträumen und müsse Medikamente einnehmen, um mit den psychischen Folgen zurechtzukommen. Auch weitere Freunde des Opfers erklärten, sie hätten seit dem Mord Angst, als queere Schwarze selbst Ziel von Hass zu werden. Der Bezirksstaatsanwalt von Brooklyn, Eric Gonzalez, sagte: „Ich habe geweint – und ich übe diesen Beruf seit 30 Jahren aus. Wenn man erkennt, dass ein so außergewöhnlicher Mensch wie O'Shae aus hasserfüllten Motiven getötet wurde, dann berührt das die Menschen.“

Streit an Tankstelle eskalierte

Sibley und seine Freunde – allesamt schwarze homosexuelle Männer – hatten nach einem Strandbesuch ihr Fahrzeug an einer Tankstelle betankt und dabei in Badebekleidung zu Musik von Beyoncé getanzt. Eine Gruppe junger Männer und Jugendlicher, zu der auch Popov gehörte, sprach sie darauf an und forderte sie auf, mit dem Tanzen aufzuhören. Überwachungsvideos zeigen, dass beide Gruppen zunächst heftig miteinander stritten. Einer der Jugendlichen filmte die Situation mit seinem Mobiltelefon. Nachdem sich die Gruppen zunächst getrennt hatten, beleidigten die jungen Männer Sibley und seine Freunde weiter. Zeugen berichteten von homophoben und schwulenfeindlichen Äußerungen. 

Daraufhin kehrte Sibleys Gruppe zurück, um die Männer zur Rede zu stellen. Zwischen Sibley und dem Jugendlichen mit dem Handy entwickelte sich eine körperliche Auseinandersetzung. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft riefen Popov und seine Begleiter: „Verschwindet mit diesem schwulen Scheiß von hier.“ Popov bestritt vor Gericht, selbst solche Beleidigungen geäußert zu haben. Andere aus seiner Gruppe hätten zwar Schimpfwörter benutzt, sagte er. Er selbst habe lediglich gesagt: „Ihr müsst von hier verschwinden.“ Außerdem habe er sich zunehmend bedroht gefühlt. „Ich hatte das Gefühl, dass ich immer mehr eingekreist wurde.“

Messerstich direkt ins Herz 

Nach seinen Angaben zog er ein rund 14 Zentimeter langes Küchenmesser aus der Tasche, um Sibley einzuschüchtern. Erst als dieser auf ihn zugelaufen sei, habe er zugestochen. Der Messerstich traf Sibley ins Herz und war tödlich. Auf die Frage der Staatsanwaltschaft, warum er nicht davongelaufen sei, antwortete Popov: „Ich wollte nicht von hinten angegriffen werden.“ Die Staatsanwaltschaft hielt dagegen an ihrer Einschätzung fest, dass es sich um ein Hassverbrechen gehandelt habe.

„O'Shae Sibley war einfach er selbst – ein schwarzer schwuler Mann, der einen Sommerabend genoss. Doch allein seine Existenz brachte den Angeklagten dazu, ihn zu beschimpfen, zu belästigen und schließlich zu töten“, sagte Gonzalez. „Jeder Mensch in Brooklyn muss so leben dürfen, wie er oder sie möchte, und den Menschen lieben können, den er oder sie liebt. Meine Behörde wird auch künftig konsequent gegen Straftaten vorgehen, die aus Vorurteilen und Hass begangen werden. Ich hoffe, dass das heutige Urteil den zahlreichen Angehörigen und Freunden von O'Shae sowie der gesamten LGBTIQ+-Community, die dieses tragische und zutiefst erschütternde Verbrechen erschüttert hat, zumindest etwas Abschluss bringt.“

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