Angriff auf LGBTIQ+-Bar Protest gegen eskalierende Hass-Gewalt in Frankreich
Nach einem Angriff auf Gäste einer LGBTIQ+-Bar im französischen Saint-Étienne hat die Staatsanwaltschaft jetzt Ermittlungen wegen „schwerer Körperverletzung“ eingeleitet. Dabei wird auch ein Zusammenhang mit der sexuellen Orientierung der Opfer geprüft. Zwei Männer wurden festgenommen.
Das Wichtigste im Überblick
- Vor der Zanzy Bar in Saint-Étienne kam es zu einem Angriff auf Gäste und einen Mitarbeiter.
- Die Ermittler gehen von einer Tat mit homophobem Hintergrund aus.
- Zwei Männer im Alter von 19 und 29 Jahren wurden festgenommen und vorläufig wieder freigelassen.
- Rund 200 Menschen protestierten nach der Attacke vor dem Lokal.
- Der Bürgermeister kündigte weitere sichtbare Zeichen für die LGBTIQ+-Community im Stadtbild an.
Ermittlungen nach homophober Attacke
Die Tat ereignete sich in der Nacht von Samstag auf Sonntag in der Rue de la Résistance im Zentrum der Stadt im Département Loire, die Tat wurde jetzt publik. Nach bisherigen Erkenntnissen begann der Vorfall, nachdem Gäste der Zanzy Bar Autofahrer aufgefordert hatten, langsamer zu fahren. Nach Angaben der Nachrichtenagentur AFP hielten die späteren Angreifer daraufhin ihr Fahrzeug an, stiegen aus und gingen auf Gäste sowie einen Mitarbeiter der queeren Bar los. Dabei sollen sie mehrere Menschen geschlagen, homophobe Beleidigungen gerufen und Gläser in Richtung der Anwesenden geworfen haben.
Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen „schwerer Körperverletzung, gemeinschaftlich begangen und aufgrund der sexuellen Orientierung der Opfer“. Die beiden Tatverdächtigen im Alter von 19 und 29 Jahren wurden zunächst festgenommen. Anschließend kamen sie vorläufig wieder frei, damit „alle Zeugen angehört“ werden könnten, erklärte Aurélien Buffart, stellvertretender Staatsanwalt von Saint-Étienne, gegenüber AFP.
Betreiber spricht von extremer Gewalt
Der Betreiber des Zanzy Bar, Hervé Divet, zeigte sich nach dem Angriff erschüttert, wie er gegenüber der Zeitung Le Progrès betonte: „Wir sind Beleidigungen gewohnt, weil wir eine Bar sind, die als schwul bekannt ist. Die Ereignisse dieser Nacht hatten jedoch eine andere Dimension. An diesem Abend war die Gewalt extrem.“ Auf Initiative der Bar versammelten sich am Montagabend etwa 200 Menschen vor dem Lokal, um gegen den Angriff zu protestieren. Die Betreiber erklärten, die Gewalt gegen die LGBTIQ+-Community sei kein Einzelfall, und forderten die Behörden dazu auf, Sicherheit zu einer „nationalen Priorität“ zu machen.
An der Kundgebung nahm auch der sozialistische Bürgermeister von Saint-Étienne, Régis Juanico, teil. Er erinnerte daran, dass die Stadt erst vor kurzer Zeit wegen der gemeinsamen Einweihung eines Regenbogen-Zebrastreifens mit dem Präfekten massiv angegriffen worden sei. Unter dem Beifall der Teilnehmer sagte Juanico: „Wir werden angesichts der anonymen Hass- und homophoben Welle in den sozialen Netzwerken nicht nachgeben.“ Er kündigte weitere Maßnahmen an: „Wir werden die Sichtbarkeit von LGBTIQ+-Personen im öffentlichen Raum weiter stärken und demnächst die Stufen einer Treppe in der Stadt in Regenbogenfarben gestalten.“ Die Ermittlungen zu dem Angriff laufen weiter.