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Neuer Mr Gay Spanien
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Neuer Mr Gay Spanien Verlassen vom eigenen Vater nach Coming-Out

ms - 16.07.2026 - 16:15 Uhr
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Mit einer bewegenden persönlichen Geschichte hat der neue Mr Gay Spanien einen eindringlichen Appell an Eltern queerer und homosexueller Kinder gerichtet. Kevin Carrera wurde während der Pride-Feierlichkeiten in Madrid zum Mr Gay Spanien 2026 gewählt. Statt seinen Titelgewinn in den Mittelpunkt zu stellen, sprach der 27-Jährige jetzt über die Folgen seines Coming-Outs.

Das Wichtigste im Überblick

  • Kevin Carrera ist zum Mr Gay Spanien 2026 gewählt worden.
  • Der 27-Jährige sprach bei der Wahl offen über die Ablehnung durch seinen Vater.
  • Seit seinem Coming-Out vor zehn Jahren hat er keinen Kontakt mehr zu ihm.
  • Carrera appellierte an Eltern, ihre LGBTIQ+-Kinder anzunehmen statt zurückzuweisen.
  • Als Titelträger setzt er sich künftig für mehr LGBTIQ+-Sichtbarkeit in ländlichen Regionen Spaniens ein.

Vater verschwindet nach Outing

Bei der Gala auf der Plaza de España berichtete Carrera, dass sich sein Leben vor zehn Jahren schlagartig verändert habe. „Mein Vater verschwand aus meinem Leben an dem Tag, an dem ich ihm sagte, dass ich schwul bin“, sagte er vor Jury und Publikum. Seitdem habe er keinen Kontakt mehr zu seinem Vater. Mit seiner Geschichte wollte Carrera anderen Familien Mut machen und zum Umdenken bewegen. „Wenn meine Geschichte auch nur einen einzigen Vater oder eine einzige Mutter dazu bewegt, ihr Kind in den Arm zu schließen, statt es zurückzuweisen, dann hat sich das alles schon gelohnt“, sagte der frisch gekürte Titelträger. Eine wichtige Botschaft angesichts der Tatsache, dass in Spanien inzwischen jeder zweite LGBTIQ+-Mensch bereits Gewalt erlebt hat.  

Carrera arbeitet im Einzelhandel und absolviert derzeit eine Ausbildung zum Flugbegleiter. In den sozialen Medien hat er sich eine große Reichweite aufgebaut. Dort wird er nach eigenen Angaben regelmäßig mit homophoben Anfeindungen konfrontiert, nutzt seine Bekanntheit aber weiterhin, um sich für die LGBTIQ+-Community einzusetzen. Nach seinem Sieg bedankte er sich besonders bei seiner Mutter. Sie sei „der Elternteil, der geblieben ist“, so Carrera.

Stärkung LGBTIQ+ auf dem Land

Als neuer Mr Gay Spanien will sich der 27-Jährige vor allem für mehr Sichtbarkeit queerer Menschen außerhalb der Großstädte einsetzen. Unter dem Motto #OrgulloEnMiPueblo („Stolz in meinem Ort“) unterstützt er eine Kampagne, die LGBTIQ+-Menschen in kleineren Städten und ländlichen Regionen Spaniens stärken soll. Dort sei ein offenes Leben häufig noch deutlich schwieriger als in Metropolen wie Madrid oder Barcelona.

In einer Videobotschaft nach seinem Wahlsieg zeigte sich Carrera überwältigt. „Ich kann das alles immer noch nicht glauben“, erklärte er. Gleichzeitig versprach er, „unsere gesamte Community so gut zu vertreten, wie ich nur kann“. Der Wettbewerb um den Titel Mr Gay Spanien entwickelt sich seit Jahren zunehmend zu einer Plattform für gesellschaftliche Themen. Viele Gewinner nutzen ihre Bekanntheit inzwischen nicht nur zur Repräsentation, sondern auch, um auf Herausforderungen aufmerksam zu machen, mit denen LGBTIQ+-Menschen im Alltag konfrontiert sind.

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