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Amnesty zieht Bericht zurück Massive Kritik von Martina Navratilova und John Cleese

Von ms - 14.07.2026 - 10:30 Uhr
Amnesty zieht Bericht zurück
Foto: iStock / ZU_09
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Nach deutlicher Kritik hat Amnesty International UK einen Bericht über die sogenannte „Anti-Rechte-Bewegung“ im Vereinigten Königreich vorläufig zurückgezogen. In dem Dokument war unter anderem das von „Harry Potter“-Autorin J.K. Rowling gegründete Zentrum für Opfer sexueller Gewalt Beira’s Place als „anti-rights“ eingestuft worden. Die Menschenrechtsorganisation erklärte, der Bericht werde derzeit intern überprüft.

Das Wichtigste im Überblick

  • Amnesty International UK hat einen Bericht über die sogenannte „Anti-Rechte-Bewegung“ vorläufig von seiner Website entfernt.
  • Darin war J.K. Rowlings Hilfszentrum Beira’s Place als „anti-rights“ eingestuft worden.
  • Auslöser für die Entfernung war Kritik unter anderem von Martina Navratilova und John Cleese.
  • Amnesty spricht von einer internen Überprüfung und hält zugleich an seinem Einsatz für die Rechte von Frauen, LGBTIQ+- und trans* Menschen fest.

Kritik an Rowlings Frauenzentrum 

Der Bericht mit dem Titel „A Growing Threat: The Anti-Rights Movement in the UK“ war erst die Tage veröffentlicht worden. Darin listete Amnesty International UK mehrere Organisationen auf, denen nach Einschätzung der Organisation vorgeworfen wird, die Rechte von Frauen und LGBTIQ+-Menschen im Vereinigten Königreich einzuschränken. Beira’s Place wurde 2022 von Rowling gegründet und richtet sich ausschließlich an Frauen. Nach eigenen Angaben bietet die Einrichtung „praktische und emotionale Hilfe für Frauen in einer sicheren und unterstützenden Umgebung“. Zudem arbeite sie „in Übereinstimmung mit dem Equality Act 2010“, nachdem dieser festgelegt habe, dass die rechtliche Definition des Geschlechts ausschließlich das biologische Geschlecht sei.

In dem inzwischen entfernten Bericht definierte Amnesty International UK sogenannte „anti-rights actors“ als „formelle oder informelle Gruppen, Einzelpersonen sowie private und staatliche Akteure, deren Ziel es ist, Menschenrechte einzuschränken, indem sie den Schutz der Menschenrechte in Gesetz und Praxis untergraben“. Zu den von Amnesty als „anti-rights“-Organisationen eingestuften Gruppen zählte auch Beira’s Place. Als Begründung führte die Organisation an, das Zentrum vertrete „gender critical“-Positionen. Außerdem wurden die Organisationen LGB Alliance, For Women Scotland und Sex Matters in der Liste aufgeführt.

Distanzierung von John Cleese

Der Bericht verschwand jedoch jetzt nach massiver öffentlicher Kritik von der Internetseite der Organisation. Zu den Kritikern gehörten unter anderem die lesbische Ex-Tennisspielerin Martina Navratilova sowie der britische Schauspieler und Komiker John Cleese. Dieser schrieb im Onlinedienst X: „Früher habe ich in großem Umfang Spenden für Amnesty gesammelt. Damals ging es um die Verhinderung von Folter – nicht um sexuelle Identität. Ich distanziere mich von ihnen.“

Auch J.K. Rowling reagierte auf die Entfernung des Berichts. Sie veröffentlichte einen Screenshot der inzwischen gelöschten Internetseite und kommentierte: „Übersetzung: Ups, wir haben nicht gemerkt, dass Menschen außerhalb unserer ideologischen Blase so verdammt wütend über den Verlust geschlechtsbasierter Rechte sind. Wir lehnen weiterhin jede Organisation entschieden ab, die sich für deren Erhalt einsetzt, fügen aber die Worte ,Rechte der Frauen‘ ein, um die Fanatiker zufriedenzustellen.“ In einem weiteren Beitrag schrieb Rowling: „Es scheint, dass Amnesty – wie viele von uns seit Jahren vermutet haben – glaubt, dass bestimmte Gruppen von Menschen keine Rechte verdienen: Frauen, Mädchen und Menschen, die sich offen zu ihrer gleichgeschlechtlichen Orientierung bekennen. Ich hoffe, dass Spenderinnen und Spender aus diesen Gruppen das zur Kenntnis nehmen.“

Interne Überprüfung

Amnesty International UK erklärte inzwischen: „Wir haben dieses Hintergrundpapier vorübergehend entfernt, während es einer internen Überprüfung unterzogen wird. Amnesty International UK setzt sich weiterhin für die Erforschung von Menschenrechtsthemen und entsprechende Kampagnen ein. Dazu gehört unser langjähriges und ausdrücklich erklärtes Engagement für Geschlechtergerechtigkeit, einschließlich der Rechte von Frauen sowie von LGBTIQ+- und trans Menschen.“

J.K. Rowling engagiert sich seit Jahren öffentlich für Frauenrechte und insbesondere für den Schutz von Frauenräumen, wobei sie sich auf die Bedeutung des biologischen Geschlechts in bestimmten gesellschaftlichen und rechtlichen Bereichen beruft. Ihre Positionen haben wiederholt heftige Kritik von trans* Aktivistinnen und Aktivisten hervorgerufen, die ihr vorwerfen, die Rechte und Anerkennung von trans* Menschen infrage zu stellen.

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