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Heated Rivalry als Fan-Treiber Weibliche Zuschauerzahlen explodieren bei den NHL-Playoffs

Von ms - 10.07.2026 - 16:30 Uhr
„Heated Rivalry“ als Fan-Treiber
Foto: Crave / HBO Max
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Die NHL verzeichnet bei den jüngsten Stanley-Cup-Playoffs einen deutlichen Anstieg weiblicher Zuschauer. Nach Einschätzung von Experten könnte die erfolgreiche schwule Serie „Heated Rivalry“ dabei eine wesentliche Rolle gespielt haben.

Das Wichtigste im Überblick

  1. Die Zahl weiblicher Zuschauer bei den NHL-Playoffs ist deutlich gestiegen: Im Vergleich zum Vorjahr wurde ein Zuwachs von 164 Prozent gemessen.
  2. Experten sehen einen Zusammenhang zwischen dem Erfolg der Serie „Heated Rivalry“ und dem wachsenden Interesse neuer Zuschauergruppen am Eishockey.
  3. Die NHL spricht von einem ungewöhnlichen Faktor für die Gewinnung neuer Fans.
  4. Die Serie erzählt die schwule Liebesgeschichte zweier professioneller Hockeyspieler und erreichte nebst schwulen Männern auch besonders viele weibliche Zuschauer.
  5. Eine zweite Staffel von „Heated Rivalry“ soll rechtzeitig zu den NHL-Playoffs 2027 erscheinen.

Das neue weibliche Interesse am Eishockey

Die Zahlen sind laut Sport Business Journal bemerkenswert: ESPN zufolge verfolgten durchschnittlich zwei Millionen Frauen das Stanley-Cup-Finale – nach knapp 800.000 im Vorjahr. Die durchschnittliche weibliche Zuschauerschaft während der gesamten Playoffs lag bei 786.000 pro Spiel und damit 164 Prozent höher als 2025, als 298.000 Zuschauerinnen gezählt wurden. Auch bei jüngeren Menschen stieg das Interesse. Die durchschnittliche Zuschauerzahl der Altersgruppe 18 bis 34 Jahre beim Stanley-Cup-Finale lag bei 839.000 – im Vorjahr waren es 456.000.

Der Sportjournalist Richard Deitsch erklärte, die Entwicklung lasse sich auf mehrere Ereignisse zurückführen. Dazu gehörten das Turnier „4 Nations Face-Off“ im Februar 2025, das olympische Eishockey-Finale zwischen den USA und Kanada sowie aber auch die Serie „Heated Rivalry“. Sport-Autor Jim Buzinski widerspricht indes der Einschätzung, dass Sportereignisse den Boom mitausgelöst hätten. Seiner Ansicht nach sei der entscheidende Impuls im Wesentlichen nur durch „Heated Rivalry“ entstanden, bevor die großen Eishockey-Turniere stattfanden. 

Heißer Sex, gleichberechtigte Liebe

Die Serie, die in den USA bei HBO ausgestrahlt wurde, erzählt die leidenschaftliche Beziehung zwischen den professionellen Hockeyspielern Shane und Ilya. Nach Angaben von HBO waren zwei Drittel der Zuschauer Frauen. Die Autorin Emma Jamieson vom Substack „Reeling and Dealing“ beschrieb, warum die Serie besonders viele Frauen angesprochen habe: „Als Frau, die ‚Heated Rivalry‘ schaut, haben die dargestellten Beziehungen es geschafft, dass ich mich gleichzeitig erregt, emotional erfüllt und – entscheidend – sicher gefühlt habe.“ Jamieson betonte außerdem: „Ilya und Shane sind gleichberechtigte Partner: beide erfolgreich, beide auf derselben Karrierestufe, beide Singles ohne Kinder, beide in ihren Branchen bewundert und respektiert, beide Männer, beide gleich alt. Das gleiche Maß an Energie, Fürsorge und Einsatz fließt in die Beziehungen. Es gibt ein vollständiges gegenseitiges Verständnis und Bewusstsein für die Situation des jeweils anderen.“

Die fehlenden Machtunterschiede hätten eine besondere Wirkung: „Dieser fehlende Machtunterschied – egal ob beruflich, finanziell, emotional, sexuell oder geschlechterbezogen – ist zutiefst befriedigend. Die Macht ist geteilt und vermittelt sowohl Sicherheit als auch Anziehung. Natürlich hat jede Figur ihre eigenen Probleme im Alltag, aber die entscheidenden Machtungleichgewichte, die in vielen typischen heterosexuellen Beziehungen zu Konflikten, Missbrauch oder Verbitterung führen können, fehlen hier.“ Jamieson ergänzte: „Mädchen, das sind schöne Männer, die flirten, verführen, sich sehnen, großartigen, heißen Sex haben, danach großartige Gespräche führen und schließlich glückliche Liebe und Erfüllung erleben. Ich liebe es, Menschen verliebt zu sehen. Es ist mir egal, ob sie hetero, queer, schwul oder nicht-binär sind. Sexy, einvernehmliche, romantische Liebe ist HEISS, ich liebe es, sie zu sehen und zu feiern!“

NHL sieht neue Chance für Fans

Die NHL selbst erkennt den Einfluss der Serie inzwischen ebenso an. In einer Stellungnahme gegenüber dem Hollywood Reporter erklärte die Liga: „Es gibt so viele Wege, sich für Hockey zu begeistern, und in der 108-jährigen Geschichte der NHL könnte dies der ungewöhnlichste Faktor sein, um neue Fans zu gewinnen. Wir sehen uns in der Arena.“ Für die NHL-Playoffs 2027 könnte der Effekt anhalten: Die zweite Staffel von „Heated Rivalry“ soll im April erscheinen – zeitlich passend zum Beginn der Playoff-Phase. Ob das Interesse an der NHL anhält, ist allerdings ungewiss, denn der Sportverband kommt nach Vorlage der Bücher dieses Mal nicht ganz so gut weg. 

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