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Schadensersatz für Verleumdung US-Gericht stärkt LGBTIQ+-Rechte nach Hetzkampagne

Von ms - 10.07.2026 - 12:00 Uhr
Schadensersatz für Verleumdung
Foto: iStock / ajr_images
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Ein schwuler Lehrer und eine Elternvertreterin, die sich für LGBTIQ+-Rechte einsetzt, haben in den USA einen Rechtsstreit wegen mutmaßlicher Verleumdung gewonnen. Zwei Geschworenengerichte am Fairfax County Circuit Court im Bundesstaat Virginia sprachen ihnen insgesamt mehr als eine Million US-Dollar Schadenersatz zu.

Das Wichtigste im Überblick

  • Zwei Geschworenengerichte in Virginia sprechen einem schwulen Lehrer und einer Elternvertreterin hohen Schadenersatz zu.
  • Robert Rigby Jr. erhält 350.000 Dollar, Vanessa Hall 750.000 Dollar.
  • Hintergrund sind verleumderische Beiträge eines politischen Aktionskomitees.
  • Die Beklagten kündigten Berufung gegen die Urteile an.

Klage für LGBTIQ+-Menschen

Robert Rigby Jr. wurde nach einem Verfahren im Juni jetzt eine Entschädigung von 350.000 Dollar zugesprochen. Vanessa Hall erhielt in einem getrennten Verfahren 750.000 Dollar. Beide waren Mitglieder von Fairfax County Public Schools Pride, einer Gruppe, die sich für LGBTIQ+-unterstützende Schulpolitik einsetzt. Beklagte waren das politische Aktionskomitee Virginia Project PAC sowie dessen Gründer und Vorsitzender David Gordon. Die Klagen warfen den Beschuldigten vor, Rigby und Hall in Beiträgen auf sozialen Medien fälschlich und böswillig mit einem „Kinderentführungsring“ sowie weiteren illegalen Handlungen im Zusammenhang mit Kindern in Verbindung gebracht zu haben. 

Rigby erklärte gegenüber dem Washington Blade, die Höhe der finanziellen Entschädigung stehe für ihn nicht im Mittelpunkt. „Ich kann Ihnen sagen: Wenn ich keinen einzigen Dollar daraus sehe, ist das in Ordnung. Denn ich bin für mich selbst eingestanden. Ich bin für Lehrer eingestanden, denen ständig Dinge vorgeworfen werden … Ich bin für Menschen in der LGBTIQ+-Gemeinschaft eingestanden und für Eltern, über die schreckliche Dinge gesagt werden – ich bin für sie eingestanden.“

Vorwürfe wegen Kampagne 

Rigby betonte weiter, die Beklagten hätten „seit Anfang 2025 eine fortlaufende Kampagne der Belästigung und Einschüchterung“ gegen ihn verstärkt. Außerdem seien Beiträge veröffentlicht worden, in denen Fairfax County Public Schools Pride als „Grooming-Gang“ dargestellt worden sei, also einer Gruppe von Kindesverführern. Zu den Veröffentlichungen habe auch ein Foto von Rigby gehört. Hall wurde dabei als langjährige Unterstützerin von Gemeinde, Schulen und Kirche beschrieben. Sie engagierte sich zudem bei Sitzungen des Fairfax County School Board für die Bürgerrechte von Schülern und Beschäftigten, insbesondere für LGBTIQ*- und Behindertenrechte. Auch sie erlebte mehrfach Beschimpfungen. 

Berufung angekündigt

Ein Anwalt von David Gordon und dem Virginia Project teilte NBC Washington mit, dass gegen die Urteile Berufung eingelegt werde. Er bezeichnete die Entscheidungen als „rechtlich unzulässig“. Rigby zeigte sich indes nach dem Urteil überzeugt von der Entscheidung des Gerichts: „Das war ein Volltreffer. Es war eindeutig eine Verleumdung. Die einzige Verteidigung war, dass es wahr sei, und das ist eindeutig und offensichtlich nicht wahr.“ Der Lehrer sieht in dem Urteil auch eine Bedeutung für andere Pädagogen: „Ich denke, es wird breitere Auswirkungen darauf haben, dass Pädagogen das Gefühl bekommen, dass jemand für uns einsteht. Jemand sagt Nein zu all den schrecklichen Dingen, die über Lehrer gesagt werden.“

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