Schwule Witze Akzeptanz für homophobe Jokes? Neuer Trend in England!
In Großbritannien wächst einer Studie zufolge die Zahl der Menschen, die herabwürdigende Witze über homosexuelle Menschen als akzeptabel ansehen. Die Entwicklung sorgt angesichts gleichzeitig berichteter zunehmender Fälle von Homophobie und Hasskriminalität gegenüber Schwulen und Lesben für Diskussionen.
Das Wichtigste im Überblick
- Eine neue YouGov-Studie zeigt einen Anstieg der Zahl der Briten, die depektierliche Witze über homosexuelle Menschen als akzeptabel ansehen.
- Der Anteil dieser Einschätzung stieg von 25 Prozent im Jahr 2019 auf 30 Prozent im Jahr 2026.
- Gleichzeitig sank der Anteil derjenigen, die solche Witze grundsätzlich ablehnen, von 40 auf 36 Prozent.
- Männer stimmten der Aussage deutlich häufiger zu als Frauen: 43 Prozent der Männer und 18 Prozent der Frauen finden solche Witze 2026 akzeptabel.
- Junge Menschen zeigen laut Umfrage die stärkste Ablehnung gegenüber sogenannten „Gay Jokes“.
Britischer Humor über Schwule
Die YouGov-Studie ist ein halbjährlich durchgeführtes Trendbarometer und erfasst Daten von August 2019 bis Januar 2026. An den einzelnen Erhebungsrunden nahmen jeweils über 2.000 britische Erwachsene teil. Die jüngste Umfrage trug den Titel: „Do Brits think it’s acceptable to make jokes about gay people?“ – auf Deutsch: „Glauben Briten, dass es akzeptabel ist, Witze über homosexuelle Menschen zu machen?“ Die Teilnehmer wurden gefragt: „Welche, wenn überhaupt, der folgenden Identitätsgruppen finden Sie, über die es akzeptabel ist, Witze zu machen? Bitte wählen Sie alle zutreffenden Antworten aus.“ Zum Thema „Gay People“ standen vier Antwortmöglichkeiten zur Auswahl, darunter „Akzeptabel nur, wenn Sie selbst dieser Gruppe angehören“ sowie „Akzeptabel, unabhängig davon, ob Sie selbst dieser Gruppe angehören oder nicht“ und „Nicht akzeptabel, unabhängig davon, ob Sie selbst dieser Gruppe angehören oder nicht“ und abschließend „Ich weiß es nicht“.
Anteil der Befürworter steigt
Im Jahr 2019 gaben 25 Prozent der Befragten an, dass Witze über homosexuelle Menschen „akzeptabel sind, unabhängig davon, ob man selbst dieser Gruppe angehört oder nicht“. Im Jahr 2026 lag dieser Wert bei 30 Prozent. Parallel dazu sank der Anteil der Menschen, die solche Witze grundsätzlich ablehnen. 2019 erklärten 40 Prozent, dass diese „nicht akzeptabel sind, unabhängig davon, ob man selbst dieser Gruppe angehört oder nicht“. 2026 lag dieser Wert bei 36 Prozent – dem niedrigsten Stand seit Beginn der Datenerhebung. Der höchste Wert wurde 2020 und 2021 mit jeweils 42 Prozent erreicht.
Die Daten zeigten laut den Studienautoren, dass sich Teile der britischen Bevölkerung zunehmend damit wohlfühlten, sogenannte „Gay Jokes“ als akzeptabel einzustufen – unabhängig davon, ob sie selbst Teil der LGBTIQ+-Gemeinschaft seien oder nicht. Die Ergebnisse kommen zu Berichten über eine zunehmende Homophobie und Hasskriminalität im Vereinigten Königreich hinzu.
Unterschiede zwischen Männern und Frauen
Eine Aufschlüsselung der Ergebnisse nach Geschlecht zeigt Unterschiede zwischen Männern und Frauen. Bei Männern stieg der Anteil derjenigen, die Witze über homosexuelle Menschen unabhängig von der eigenen Zugehörigkeit akzeptabel finden, von 38 Prozent im Jahr 2019 auf 43 Prozent im Jahr 2026. Dies sei der höchste gemessene Wert. Bei Frauen lag der Anteil deutlich niedriger: 2019 stimmten 14 Prozent dieser Aussage zu, 2026 waren es 18 Prozent.
Die Umfrage zeigt außerdem Unterschiede zwischen den Altersgruppen. Besonders junge Menschen äußerten demnach die stärkste Zustimmung gegenüber „Gay Jokes“. In der Altersgruppe der 18- bis 24-Jährigen gaben nur 25 Prozent an, solche Witze seien „nicht akzeptabel, unabhängig davon, ob Sie selbst dieser Gruppe angehören oder nicht“. Zum Vergleich: Bei den 25- bis 49-Jährigen lag dieser Anteil bei 33 Prozent, bei den 50- bis 64-Jährigen bei 36 Prozent und bei den über 65-Jährigen bei 45 Prozent. Die Ergebnisse zeigen damit ein uneinheitliches Bild: Während insgesamt mehr Menschen in Großbritannien solche Witze als akzeptabel betrachten, bleibt die Ablehnung insbesondere bei älteren Befragten weiterhin stärker ausgeprägt.