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Weniger queere Filme Jeder fünfte große Hollywood-Film hatte 2025 LGBTIQ+-Bezüge

Von ms - 10.07.2026 - 13:30 Uhr
Weniger queere Filme
Foto: iStock / nisara Tangtrakul
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Die Sichtbarkeit von LGBTIQ+-Figuren in Kinofilmen ist erneut zurückgegangen. Das geht aus der aktuellen Jahresstudie der queeren Organisation GLAAD hervor. Demnach enthielten insgesamt 46 der 225 im Jahr 2025 veröffentlichten Filme der großen Studios LGBTIQ+-Charaktere. Das entspricht einem Anteil von 20,4 Prozent. Damit sank die Repräsentation bereits im dritten Jahr in Folge.

Das Wichtigste im Überblick

  • Laut GLAAD enthielten 20,4 Prozent der 2025 veröffentlichten Filme LGBTIQ+-Figuren.
  • Die Repräsentation ist damit das dritte Jahr in Folge rückläufig.
  • Trans* Figuren kamen in den mehr als 200 untersuchten Filmen überhaupt nicht vor.
  • Mittelgroße Produktionen und Horrorfilme schnitten bei queerer Sichtbarkeit besonders gut ab.
  • GLAAD warnt die Filmbranche vor dem Verlust eines jungen Publikums.

Repräsentation erreicht Drei-Jahres-Tief

Den bisherigen Höchststand hatte GLAAD in seiner Studie für 2023 mit 28,5 Prozent festgestellt. „Wenn die Branche nicht verstärkt in Filme mit LGBTIQ+-Figuren investiert, riskiert sie, eine ganze Generation zu verlieren, die sich anderswo Unterhaltung sucht, in der unsere Community vertreten ist“, sagte GLAAD-Präsidentin und Geschäftsführerin Sarah Kate Ellis. Als besonders positiv hebt der Bericht mehrere Filme mit mittlerem Budget hervor. Dazu zählen „Downton Abbey: Das große Finale“, „After the Hunt“ und „ Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast “.

Auch Horrorfilme erzielten laut der Studie gute Ergebnisse bei der LGBTIQ+-Repräsentation. Die Produktionen „Ein Wochenende zum Gruseln“, „Die perfekte Begleitung“ und „Weapons“ enthielten queere oder homosexuelle Figuren und spielten an den Kinokassen jeweils mehr als das Doppelte ihrer Produktionskosten ein.  Die meisten LGBTIQ+-Charaktere waren allerdings in Nebenrollen zu sehen. Besonders gelobt wurden dabei Nia DaCostas „Hedda“, „Blue Moon“ mit Ethan Hawke sowie Eva Victors „Sorry, Baby“, in denen LGBTIQ+-Figuren eine zentrale Rolle einnehmen und die von der Kritik positiv aufgenommen wurden. „Wenn unsere Geschichten im Mittelpunkt stehen, sind diese Filme erfolgreich“, heißt es in dem Bericht als Annahme von GLAAD. 

Trans* Figuren und kleine Verleiher 

Besonders kritisch bewertet GLAAD hingegen die Darstellung von trans* Menschen. In den mehr als 200 analysierten Filmen sei keine einzige trans* Figur vorgekommen. „Die falsche Darstellung und das völlige Fehlen von trans* Figuren und Geschichten in der Unterhaltungsbranche sind unentschuldbar – gerade in einer Zeit, in der Politiker und LGBTIQ+-feindliche Aktivisten trans* Menschen mit Desinformation, transfeindlicher Gesetzgebung und Gewalt ins Visier nehmen“, so die Studienautoren weiter. 

Die Untersuchung konzentrierte sich auf die zehn größten Filmverleiher, darunter Sony Pictures Entertainment, The Walt Disney Company, Netflix und A24. Gleichzeitig betont GLAAD, dass kleinere Unternehmen „außergewöhnliche LGBTIQ+-inklusive Filme veröffentlicht haben, die Grenzen verschieben und Anerkennung verdienen“. Besonders hervorgehoben werden Mubi, Bleecker Street, Magnolia Pictures und Blue Harbor Entertainment.

Warnung vor wirtschaftlichen Folgen

GLAAD-Unterhaltungsforscherin Megan Townsend sieht in der Entwicklung auch ein wirtschaftliches Risiko für die Filmbranche. „Die Generation Z stellt den größten Anteil der Kinobesucher in Nordamerika“, sagte Townsend. „Gleichzeitig hat die Generation Z den höchsten Anteil an Menschen, die angeben, zur LGBTIQ+-Community zu gehören. Laut Gallup sind mehr als jeder fünfte Amerikaner unter 30 Jahren (23 Prozent) LGBTIQ+.“ Sie ergänzte: „Wenn Studios für ein junges Publikum relevant bleiben und an den Kinokassen erfolgreich sein wollen, können sie es sich nicht leisten, fast ein Viertel ihrer engagiertesten Ticketkäufer zu ignorieren.“ Kritiker des jährlichen GLAAD-Rankings indes verweisen auf die Gesamtzahl von LGBTIQ+-Menschen in den USA, demnach je nach Studie neun bis zehn Prozent der Amerikaner sich LGBTIQ+ definieren. Eine Quote von 20 Prozent Repräsentation in den großen Filmen der Traumfabrik wäre da sogar eine Verdopplung im Vergleich zur Verteilung in der Gesamtbevölkerung. 

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