Direkt zum Inhalt
Sex bei Heartstopper
ANZEIGE

Sex bei Heartstopper Emotionales Serienfinale und sehr intime Momenta

ms - 10.07.2026 - 14:30 Uhr
Loading audio player...

Mit einem finalen Spielfilm findet die queere Erfolgsserie „Heartstopper“ in einer Woche (17.7.) ihren Abschluss. „Heartstopper Forever“ erzählt die Geschichte von Nick (Kit Connor) und Charlie (Joe Locke) weiter, die inzwischen 17 und 18 Jahre alt sind und sich den Herausforderungen des Erwachsenwerdens stellen. Im Mittelpunkt stehen Themen wie Studium, Zukunftspläne, Eifersucht und die Angst vor einer Trennung.

Das Wichtigste im Überblick

  • Mit „Heartstopper Forever“ endet die erfolgreiche Netflix-Serie als Spielfilm.
  • Kit Connor und Joe Locke blicken emotional auf den Abschied von ihren Rollen zurück.
  • Der Film zeigt die Beziehung von Nick und Charlie erwachsener – auch mit intimen Szenen.
  • Beide Schauspieler verteidigen die Darstellung von Sexualität als wichtigen Teil queerer Geschichten.
  • Die Darsteller betonen die Bedeutung der Serie für LGBTIQ+-Sichtbarkeit und junge Menschen weltweit.

Abschiede innerhalb einer Familie

Die Netflix-Serie, die auf den Graphic Novels von Alice Oseman basiert und 2022 erschien, entwickelte sich zu einem internationalen Erfolg. Sie machte Kit Connor und Joe Locke weltweit bekannt und verhalf auch Nebendarstellerinnen wie Yasmin Finney, die später unter anderem in „Doctor Who“ zu sehen war, zu großer Aufmerksamkeit. Gedreht wurde das Finale innerhalb von sieben Wochen in England. Während der Arbeiten sei den Schauspielerinnen und Schauspielern zunehmend bewusst geworden, dass ein wichtiger Lebensabschnitt zu Ende gehe.

„Es gab Momente, in denen ich emotional geworden bin“, sagt Kit Connor. „Will [Gao, der Tao spielt] und ich hatten vor ein paar Tagen unsere letzte gemeinsame Szene, und ich dachte nur: ‚Verdammt, das ist ziemlich traurig.‘ Diese Figuren haben uns über die Jahre sehr viel bedeutet und wir werden sie immer in uns tragen.“ Auch Joe Locke beschreibt das enge Verhältnis innerhalb des Ensembles: „Es ist mehr als Freundschaft; es ist Familie.“ Die jungen Schauspieler hätten während der Dreharbeiten gemeinsam gelebt und stünden bis heute über WhatsApp-Gruppen miteinander in Kontakt. „Ich weiß, dass diese Menschen immer Teil meines Lebens sein werden.“

Serie veränderte ihr Leben

Rund elf Monate nach Abschluss der Dreharbeiten blickten beide Hauptdarsteller jetzt auf die Auswirkungen des Serienerfolgs zurück. „Heartstopper hat mein Leben in jeder Hinsicht verändert“, sagt Joe Locke. Ohne die Serie würde er heute weder als Schauspieler arbeiten noch mit 22 Jahren in London leben. „Mein Leben wäre komplett anders.“ Auch Kit Connor sieht die Entwicklung als prägend. „Natürlich bin ich unter diesen neuen Umständen erwachsen geworden, und diese Erfahrungen verändern die Art, wie man die Welt wahrnimmt. Sie haben mir auch eine andere Sicht auf mich selbst gegeben, und das ist etwas Schönes.“

Mehr Intimität im Finale

Mit dem Abschlussfilm entwickelt sich auch die Beziehung der beiden Hauptfiguren weiter. Anders als in den bisherigen Staffeln werden nun auch sexuelle Erfahrungen gezeigt. Zu den Szenen gehören unter anderem intime Momente auf einem Pier sowie gegenseitige Masturbation. Connor hält diesen Schritt für konsequent. „Wenn es nach mir gegangen wäre, hätte ich Nick und Charlie sogar fremdgehen lassen und all diese dummen Dinge tun lassen. Denn junge Menschen machen so etwas nun einmal und müssen deshalb nicht gleich zu Bösewichten gemacht werden. ‚Heartstopper Forever‘ geht einen Schritt weiter und zeigt das Menschsein weniger rosarot.“

Gleichzeitig habe das Produktionsteam sorgfältig abgewogen, wie weit die Darstellung gehen solle. „Am Ende fühlte es sich einfach richtig an, weil diese beiden Jungen sich sehr zueinander hingezogen fühlen – in einem Alter, in dem sie solche Erfahrungen wahrscheinlich machen würden.“ Auch Joe Locke hält die intimen Szenen für wichtig. „Es wäre seltsam gewesen, sie nicht zu zeigen. Nur weil unsere Serie eine aufrichtigere Form queerer Darstellung ist, heißt das nicht, dass Sex keinen Platz haben sollte. Er gehört für jeden Menschen zum Leben.“

Monogamie und Penisschutz 

Dabei gehe es ausdrücklich nicht darum, Monogamie zu idealisieren. „Ich glaube nicht, dass ‚Heartstopper‘ jemals vermitteln will, dass unverbindlicher Sex etwas Schlechtes ist. Es ist einfach schön, zwei verliebte Jungen zu sehen.“ Über die Dreharbeiten dieser intimen Szenen sprechen beide mit Humor. Connor erinnert sich an einen „stillen Raum voller Männer mittleren Alters“, während Locke ergänzt: „Eine Kamera direkt vor deinem Gesicht, während du einen Penisschutz trägst.“

Erstmals waren Connor und Locke auch als Executive Producer an dem Film beteiligt. Dadurch hätten sie stärker an Drehbuch und Produktion mitwirken können. „Natürlich kennt Alice Oseman ‚Heartstopper‘ besser als jeder andere und wir wollten uns nicht zu sehr einmischen“, sagt Connor. Gleichzeitig sei die Geschichte inzwischen größer geworden: „‚Heartstopper‘ gehört nicht mehr nur Alice. Es gehört inzwischen allen.“

Bedeutung in schwierigen Zeiten

Joe Locke weist zudem die Einschätzung zurück, das Interesse an der Serie sei gesunken. „Ich weiß nicht, wie zutreffend diese Zahlen sind, aber das ‚Heartstopper‘-Publikum war immer loyal. Ich hatte nicht das Gefühl, dass Staffel drei weniger Wirkung hatte.“ Gerade angesichts eines zunehmend schwierigeren gesellschaftlichen Klimas für LGBTIQ+-Menschen sieht er die Serie als besonders wichtig an. „Das macht sie nur noch wichtiger. Das Großartige ist, dass Netflix überall verfügbar ist. Selbst in Ländern, in denen man nicht offen queer leben kann, ist ‚Heartstopper‘ auf Netflix verfügbar und die Menschen haben Zugang dazu.“

Auch Yasmin Finney betont die besondere Rolle der Serie. „‚Heartstopper‘ ist eine Form des Eskapismus für queere Menschen. Es geht nicht darum zu sagen: ‚Schaut, was in der Welt passiert, habt Mitleid mit uns.‘ Vielmehr zeigt die Serie, wie Queerness aussehen kann – schön und vielfältig. Aber Realismus ist genauso wichtig wie Eskapismus. Denn wir leben weiterhin in einer Zeit, in der trans* Menschen ständig verspottet werden. Jeden Tag versuche ich deshalb, mich auf die Gegenwart zu konzentrieren und positiv zu bleiben.“

Abschied fällt schwer

Die letzte gemeinsame Szene von Connor und Locke entstand in Burnham Park in Buckinghamshire, einem Ort, der die Serie seit Beginn begleitet hat. „Es waren nur wir beide. Das war ein schöner Abschluss – eine liebevolle Szene“, erinnert sich Joe Locke. Ob ihnen das Ende der Serie schon wirklich bewusst sei, bezweifeln beide noch. Connor glaubt, dass dies erst nach der Werbetour eintreten werde. „Danach wird es uns wahrscheinlich treffen, weil dann klar wird: Jetzt liegt alles hinter uns. Das war's – die Schule ist aus.“

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Heated Rivalry als Fan-Treiber

Viele Frauen entdecken Eishockey

Die Zahl weiblicher Zuschauer bei den Eishockey-NHL-Playoffs hat sich fast verdreifacht. Der Grund dafür lautet wohl „Heated Rivalry“.
Too Hot to Handle

Lieber Pool statt Perfektion

Die Sommerhitze bringt an diesem Wochenende selbst die größten schwulen Klischees wieder ins Schwitzen – und macht sie dabei erstaunlich sympathisch.
Schwule Witze

Homosexuelle als Lachnummer

Eine neue YouGov-Studie zeigt: In Großbritannien wächst die Zahl der Menschen, die Witze über Homosexuelle akzeptabel finden.
Kai Wegner zieht Konsequenzen

Rückzug als CDU-Spitzenkandidat

Kai Wegner gibt die CDU-Spitzenkandidatur ab, während Stefan Evers als möglicher Nachfolger den Berliner Wahlkampf übernehmen soll.
Generation Z verändert sich

Mehr Frauen queer als Männer

Eine neue Studie zeigt: Frauen der Generation Z identifizieren sich deutlich häufiger als LGBTIQ+ als Männer derselben Altersgruppe.
Klatsche für Ron DeSantis

US-Gericht stoppt "Woke"-Verbot

Ein US-Berufungsgericht stoppte jetzt Floridas „Stop Woke Act“ an Hochschulen und sieht darin eine unzulässige Machtüberschreitung.
Schadensersatz für Verleumdung

Schwuler US-Lehrer wehrte sich

Ein US-Gericht hat einem schwulen Lehrer und einer LGBTIQ+-Unterstützerin wegen Verleumdung mehr als eine Million Dollar Schadenersatz zugesprochen.
Shigella auf dem Vormarsch

Neue Gefahr durch Resistenzen

Sexuell übertragbare Shigella-Infektionen nehmen in Großbritannien weiter zu und werden zunehmend schwerer behandelbar.