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Abschied von Heartstopper

Alice Oseman blickt zurück Neue Wege nach Nick, Charlie und der Heartstopper-Serie

ms - 07.07.2026 - 13:30 Uhr
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Die Geschichte von „Heartstopper“ erreicht ihr Ende. Zehn Jahre, nachdem Alice Oseman die Erzählung zunächst als Tumblr-Comic begonnen hatte, verabschiedet sich die Autorin nun von Nick und Charlie. Aus dem ursprünglichen Online-Projekt wurde eine weltweit erfolgreiche Netflix-Serie und schließlich ein Filmprojekt.

Das Wichtigste im Überblick

  • „Heartstopper“ begann vor zehn Jahren als Tumblr-Comic und entwickelte sich zu einer erfolgreichen Netflix-Adaption.
  • Alice Oseman begleitet die Geschichte von Nick und Charlie bis zum letzten Kapitel selbst als Autorin.
  • Mit „Heartstopper Volume 6“ und der Verfilmung „Heartstopper Forever“ endet die Erzählung.
  • Oseman betont die Bedeutung von Hoffnung, Repräsentation und einem positiven Blick auf queeres Erwachsenwerden.
  • Die Autorin möchte sich nach dem Abschluss zunächst Zeit nehmen und offen für neue Projekte bleiben.

Achterbahnfahrt der Gefühle 

Eine Konstante blieb dabei bestehen: Oseman selbst bestimmte die Richtung der Geschichte. Auch das abschließende Kapitel entstand unter ihrer Federführung. Mit der Veröffentlichung von „Heartstopper Volume 6“ und der kommenden Verfilmung „Heartstopper Forever“ wird die Geschichte der beiden Jugendlichen abgeschlossen. Die Umsetzung der Beziehung zwischen Charlie (Joe Locke) und Nick (Kit Connor) für das Filmformat sei für sie eine besondere Erfahrung gewesen, so Oseman: „Anstatt einzelner halbstündiger Abschnitte verbringt man fast zwei Stunden ohne Unterbrechung mit der Heartstopper-Gruppe. Es hat mir ermöglicht, Heartstopper an einen dramatischeren Ort zu bringen und Nick und Charlie auf eine ziemlich intensive Achterbahnfahrt mitzunehmen!“

Das Ende war lange geplant

Über den Abschluss der Geschichte sagte Oseman, dass der Zeitpunkt des Endes bereits seit mehreren Jahren festgestanden habe. Auf die Frage, wann sie sich für das Finale entschieden habe und ob das letzte Bild mit dem Erinnerungsfotoalbum schon immer geplant gewesen sei, antwortete sie: „In den vergangenen Jahren wusste ich, dass die Geschichte enden soll, wenn Nick die Universität beginnt und Nicks und Charlies gemeinsame Schulzeit vorbei ist. Die Einzelheiten dieser letzten Seiten haben sich aber erst entwickelt, als ich angefangen habe, Volume 6 zu schreiben. Die Idee für das Erinnerungsbuch war jedoch von Anfang an die richtige.“

Für viele LGBTIQ+-Jugendliche ist die Welt von „Heartstopper“ zu einem sicheren Ort geworden. Oseman sieht Hoffnung, Freude und Optimismus als wichtige Bestandteile der Geschichte. „Freude, Hoffnung und Optimismus waren von Anfang an zentrale Elemente von Heartstopper. Ich bin sehr glücklich, dass die Geschichte jungen Menschen, besonders jungen queeren Menschen, diese Dinge geben konnte.“ Gleichzeitig betonte sie, dass queere Geschichten vielfältig erzählt werden müssten. „Wir müssen eine große Bandbreite queerer Geschichten in allen Medien sehen – die Antwort auf Fragen der Repräsentation ist immer mehr. Aber bei Heartstopper wollte ich ganz bewusst einen Raum schaffen, der die schwierigen und authentischen Lebenserfahrungen queerer junger Menschen nicht ausblendet, aber letztlich vermittelt, dass alles gut werden kann und dass es immer Licht am Ende des Tunnels gibt.“

Auch schwierige Erfahrungen gehören dazu

Oseman fügte hinzu: „Es ist okay, sich dieses Happy End zu wünschen, und ich bin einfach sehr bewegt zu wissen, dass Heartstopper so vielen Menschen, jung und alt, geholfen hat, auf diesem Weg Freude und Trost zu finden. Ich hoffe, dass es für Menschen weiterhin dieser sichere Ort bleibt.“ Im sechsten Band spielen neben der Liebesgeschichte auch Herausforderungen des Erwachsenwerdens eine Rolle. Dazu gehört die Trennung von Tao (William Gao) und Elle (Yasmin Finney). Oseman erklärte, sie habe auch solche Erfahrungen zeigen wollen, weil sie zum Leben von Jugendlichen gehörten. „Heartstopper beschäftigt sich mit so vielen Themen, Erfahrungen und Gefühlen aus dem Leben von Teenagern, und ich wollte sicherstellen, dass es eine authentische Darstellung der Höhen und Tiefen der Jugend ist – einschließlich Trennungen.“

Tao und Elle befänden sich in einer ähnlichen Situation wie Nick und Charlie, da bei beiden Paaren eine mögliche Fernbeziehung bevorstehe. Allerdings gingen sie unterschiedlich damit um. „Ich denke, es ist wirklich wertvoll, ein Paar zu sehen, das mit 18 Jahren noch nicht alles herausgefunden hat. Das Leben endet nicht, wenn man die Schule verlässt, und Tao und Elle haben ihr ganzes Leben vor sich, um herauszufinden, was ihre Beziehung bedeutet und ob es in Zukunft einen Weg gibt, die Dinge wieder neu zu entfachen.“

Emotionaler Abschied vom Set

Mit „Heartstopper Forever“ werden Joe Locke und Kit Connor ihre Rollen als Charlie und Nick zum letzten Mal spielen. Für Oseman sei der Abschied von den Figuren und der Besetzung emotional gewesen. „Es ist alles ein bisschen emotional! Es ist sehr bittersüß, sich von Nick und Charlie als Figuren zu verabschieden. Ich zeichne sie seit über zehn Jahren und sie fühlen sich für mich wie eine Familie an.“ Sie sei froh, die Geschichte so beendet zu haben, wie sie es sich vorgestellt habe. „Ich bin sehr froh, dass ich die Geschichte genau so beenden konnte, wie ich es wollte, und ihnen das Ende geben konnte, das sie und die Fans verdienen, aber es ist trotzdem ein schwieriger Abschied.“

Auch für die Schauspieler sei das Ende eine besondere Situation gewesen. „Der letzte Tag am Set fühlte sich wie der letzte Schultag an – alle waren bereit, aufzubrechen und ihre eigenen Zukunftswege in unterschiedliche Richtungen zu gehen.“ Oseman zeigte sich besonders glücklich über die Freundschaften, die während der Produktion entstanden seien. „Ich bin sehr glücklich, dass Heartstopper ihnen ermöglicht hat, so schöne Freundschaften aufzubauen, und es beruhigt mich zu wissen, dass sie sich auch weiterhin gegenseitig unterstützen werden, wenn sie in die nächste Phase ihres Lebens eintreten.“ Sie habe für die Besetzung immer eine besondere Verantwortung empfunden. „Ich habe für die Besetzung immer ein Gefühl elterlicher Fürsorge empfunden. Deshalb ist es aufregend zu sehen, woran sie außerhalb von Heartstopper gearbeitet haben, und ich kann kaum erwarten zu sehen, was sie als Nächstes machen.“

Blick nach vorne bleibt offen

Als eine ihrer liebsten Szenen aus Volume 6 nennt Oseman den Abschlussball. „Es ist so schwer, sich zu entscheiden! Eine meiner Lieblingsszenen ist wahrscheinlich der Abschlussball. Er sieht optisch etwas anders aus als die Szene im Buch, aber der Film fängt den Geist der Buchszene perfekt ein, indem alle Figuren gemeinsam eine großartige Zeit haben.“ Für sie sei die Szene zugleich ein Abschied innerhalb der Geschichte und ein Abschied an das Publikum. „Es ist ein Abschiedsmoment für die Figuren innerhalb der Geschichte, aber auch ein Abschied der Figuren an uns, das Publikum. Ich kann es kaum erwarten, dass die Menschen ihn sehen.“

Die Arbeit an „Heartstopper“ habe ihr vor allem gezeigt, ihrer eigenen Stimme zu vertrauen. „Das Vertrauen, meiner eigenen Stimme zu vertrauen. Bevor all das passiert ist, hatte ich nie in einem Team gearbeitet. Dieser Prozess hat mir ermöglicht, auf eine neue Art zusammenzuarbeiten und gleichzeitig mir selbst und meiner kreativen Vision zu vertrauen.“ Nach zehn intensiven Jahren möchte sich Oseman zunächst Zeit für sich nehmen. „Ich weiß es wirklich nicht! Die vergangenen zehn Jahre waren ein Wirbelsturm, deshalb werde ich mir etwas Zeit zum Ausruhen nehmen, vielleicht in den Urlaub fahren, entspannen, die Kunst anderer Menschen genießen und hoffentlich auf diesem Weg inspiriert werden.“

Neue Möglichkeiten sieht sie vor allem in unterschiedlichen Medienformaten. „Ich freue mich über die Möglichkeit, in verschiedenen Medien zu arbeiten – Bücher, Graphic Novels, Film und Fernsehen. Es gibt viele Möglichkeiten da draußen, aber wer weiß, was als Nächstes kommt.“ „Heartstopper Volume 6“ von Alice Oseman ist bereits erhältlich. „Heartstopper Forever“ erscheint am 17. Juli auf Netflix.

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