Homophober Lehrer gesperrt Suspendierung in England nach LGBTIQ+-feindlichen Statements
Ein muslimischer Lehrer in England darf nach diskriminierenden Äußerungen über schwule und trans* Menschen vorerst nicht mehr unterrichten. William Garwood (60) wurde aus dem Schuldienst ausgeschlossen, nachdem er während einer Geschichtsstunde unter anderem sinngemäß erklärt haben soll, „schwule und transgender Menschen sind psychisch krank“.
Das Wichtigste im Überblick
- Der muslimische Lehrer William Garwood wurde in England aus dem Schuldienst ausgeschlossen.
- Er soll unter anderem gesagt haben, schwule und trans* Menschen seien "psychisch krank“.
- Die Teaching Regulation Agency wertete seine Aussagen als diskriminierendes Verhalten.
- Garwood berief sich auf seine religiösen und philosophischen Überzeugungen.
- Das Gremium kritisierte die Aussagen als unangemessen und ohne Bezug zum Unterricht.
- Ein Antrag auf Aufhebung des Berufsverbots ist frühestens im Juni 2032 möglich.
Bizarre Theorien im Schulunterricht
Garwood unterrichtete an der katholischen St Mary’s Menston Catholic Voluntary Academy in West Yorkshire. Die beanstandeten Aussagen fielen im Oktober 2023 während einer Geschichtsstunde mit Schülerinnen und Schülern einer elften Klasse. Der Fall wurde von einem Gremium der Teaching Regulation Agency (TRA) geprüft. Die britische Behörde ist für die Regulierung des Lehrerberufs zuständig und untersucht Fälle von beruflichem Fehlverhalten.
Nach Angaben eines Schülers, der in den Unterlagen als „Schüler A“ bezeichnet wird, begann die Diskussion mit einer Frage zum Thema Krieg. Ein Schüler fragte Garwood: „Gibt es gerechte Kriege?“ Der Lehrer antwortete darauf mit „Ja“. Nach Aussage des Schülers soll Garwood der Klasse anschließend gesagt haben, er sei glücklich darüber, dass Wladimir Putin „satanische Nazis“ in der Ukraine töte. Außerdem habe er behauptet, die Welt werde von Milliardären kontrolliert, die „böse Ukrainer“ erschaffen hätten.
Angriff auf Schwule und trans* Menschen
Die Teaching Regulation Agency kam zu dem Schluss, dass Garwoods Aussagen vor Schülerinnen und Schülern einer Rechtfertigung des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine gleichgekommen seien. Das Gremium stellte außerdem fest, dass Garwood während derselben Unterrichtsstunde Aussagen über Homosexualität und Transgeschlechtlichkeit gemacht habe. Demnach habe er gesagt, „schwule und transgender Menschen sind psychisch krank“. Ihm wurde zudem vorgeworfen, erklärt zu haben: „Milliardäre sind die Ursache für Transgender-Menschen, und sie verbreiten das in den Medien und beeinflussen Menschen.“
Garwood erklärte gegenüber der Behörde, er habe aufgrund seiner muslimischen Religionsüberzeugung sowie seiner philosophischen Überzeugung des Antinazismus das Recht auf diese Ansichten. Er berief sich dabei auf Abschnitt 10 des Equality Act 2010, des britischen Gleichstellungsgesetzes. Nach Einschätzung der Teaching Regulation Agency waren die Aussagen jedoch nicht mit den Anforderungen an eine Lehrkraft vereinbar. Das Gremium erklärte, die Bemerkungen seien „eindeutig unangemessen und völlig unabhängig“ vom eigentlichen Unterrichtsthema gewesen. Außerdem seien die Aussagen ohne Ausgewogenheit und ohne die Darstellung anderer Sichtweisen erfolgt: „Das Gremium stellte fest, dass die Äußerungen ein erhebliches und stark subjektives Werturteil enthielten, das keinen Bezug zu den vermittelten Lehrplaninhalten hatte.“
Schulbehörde betont falsches Verhalten
Besonders kritisch bewertete die Behörde die Aussagen über Homosexualität und trans* Menschen. Das Gremium erklärte: „Das Gremium betrachtete die Kommentare zu Homosexualität und transgender Menschen als besonders problematisch angesichts ihrer möglichen Auswirkungen auf Kinder im Schulalter. Dabei wurde berücksichtigt, dass dieses Thema Gegenstand häufiger öffentlicher Diskussionen und besonderer Sensibilität ist. Daher stellte das Gremium fest, dass das Verhalten eindeutig unangemessen war und deutlich außerhalb der Grenzen akzeptabler Unterrichtspraxis lag.“
Zudem bekräftigte die TRA, dass die Aussagen über Ukrainer sowie über schwule und trans* Menschen „in den Bereich diskriminierenden Verhaltens fielen“. Garwood kann damit frühestens im Juni 2032 einen Antrag stellen, um die Sperre gegen seine Tätigkeit als Lehrer aufheben zu lassen. Lehrkräfte in England können nach festgestelltem beruflichem Fehlverhalten vom Unterricht ausgeschlossen werden. Dies erfolgt üblicherweise nach einem Verfahren der Teaching Regulation Agency und einer abschließenden Entscheidung. Der Fall reiht sich in eine Reihe von Debatten in Großbritannien über die Grenzen zwischen persönlicher Überzeugung und professionellen Anforderungen an Lehrkräfte ein. Ähnliche Auseinandersetzungen wurden bereits vor Gerichten verhandelt, darunter ein Verfahren vor dem High Court gegen einen Lehrer, der erklärt hatte, LGBTIQ+-Sein sei eine Sünde.