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Fußballer wird zur Zielscheibe
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Fußballer wird zur Zielscheibe Flucht vor Verfolgung in Nigeria, nun neue Angriffe in Italien

ms - 06.07.2026 - 15:15 Uhr
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Der offen bisexuelle Fußballer Evans Ogbajie ist in Italien Opfer eines homophob motivierten Vandalismus-Angriffs geworden. Der 26-Jährige entdeckte sein beschädigtes Auto am vor seinem Wohnhaus in Marano Vicentino. Nach Berichten italienischer Medien wies der Citroën C4 tiefe Kratzer über die gesamte Karosserie auf. Auf der Motorhaube waren eine obszöne Zeichnung sowie die Schmierereien „Schlampe“ und „Gay“ zu sehen. Außerdem hatten Unbekannte das hintere Kennzeichen abgerissen und auf den Boden geworfen.

Das Wichtigste im Überblick

  • Auto des offen bisexuellen Fußballers Evans Ogbajie mit homophoben Schmierereien beschädigt
  • Fahrzeug vor seinem Wohnhaus in Marano Vicentino vandalisiert
  • Ogbajie berichtet seit längerem von anonymen Beleidigungen
  • Verein sagt Unterstützung bei den Ermittlungen zu
  • Der 26-Jährige war vor der Verfolgung von LGBTIQ+-Menschen aus Nigeria geflohen
  • Nach dem Vorfall fühlt sich der Fußballer in seinem Zuhause nicht mehr sicher

Mehrfache Angriffe auf Kicker 

Ogbajie arbeitet als Tankstellenmitarbeiter in Zanè und ist Torschützenkönig seiner Staffel in der italienischen Seconda Categoria. Nach Angaben der Zeitung Corriere del Veneto wird er seit längerer Zeit auch telefonisch belästigt. Bis zu drei Mal pro Woche erhält er anonyme Anrufe, bei denen Männer ihn beleidigen und sofort auflegen, sobald sie bemerken, dass das Gespräch aufgezeichnet wird. Bereits in der Woche vor dem Angriff hatte der Fußballer einen Kratzer an seinem Fahrzeug entdeckt. Damals hielt er diesen noch für einen Einzelfall.

Da seine Versicherung Vandalismusschäden nicht abdeckt, muss Ogbajie die Reparatur voraussichtlich selbst bezahlen. Ein Karosseriebetrieb schätzte die Kosten auf rund 3.000 Euro. Der Fußballer fotografierte die Schäden vor Arbeitsbeginn und kündigte an, Anzeige bei den Carabinieri zu erstatten. Ein Nachbar machte ihn zudem auf Überwachungskameras an einem benachbarten Gebäude aufmerksam, die den Vorfall möglicherweise aufgezeichnet haben. Auch sein Verein Silva Marano reagierte auf den Vorfall. Vereinspräsident Massimo Manea sprach dem Spieler seine Solidarität aus und kündigte an, die Ermittlungen unter anderem durch die Bereitstellung vorhandener Videoaufnahmen zu unterstützen.

Flucht vor Homophobie 

Ogbajie stammt aus dem nigerianischen Bundesstaat Abia und wuchs als eines von sieben Kindern auf. Nach Berichten der Zeitung Il Fatto Quotidiano wurde er von seinem Vater misshandelt, der den Fußball für ungeeignet hielt, weil er seinen Sohn als zu feminin ansah. Demnach verbrannte der Vater auch dessen Fußballschuhe. Nach dem Tod seiner Mutter im Alter von zehn Jahren soll Ogbajie nach einem weiteren gewalttätigen Übergriff seines Vaters aus dem Elternhaus geflohen sein. 

Mit 16 Jahren durchquerte er die Wüste in Richtung Libyen, wo er etwa ein Jahr lebte. Anschließend machte er sich gemeinsam mit 119 weiteren Menschen in einem Schlauchboot auf den Weg nach Lampedusa. Nach Angaben des Corriere del Veneto überlebten von den 120 Menschen an Bord lediglich 76 die Überfahrt. Nach seiner Ankunft in Italien wurde Ogbajie zunächst in einer Aufnahmeeinrichtung in Mogliano Veneto untergebracht. Über den Fußball gelang ihm ein Neuanfang. Er spielte für mehrere Vereine in Venetien, darunter Union Pro, Ponzano, Zero Branco, Usma Padova und Valdagno, bevor er sich Silva Marano anschloss. Nach dem Angriff erklärte der 26-Jährige, dass er sich in seiner eigenen Wohnung nicht mehr sicher fühle.

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