Mark Foster übers Coming-Out Forderung nach mehr Offenheit für schwule Sportler
Der frühere britische Olympiaschwimmer Mark Foster blickt in seinen neuen Memoiren „My Double Life“ auf die Jahre zurück, in denen er seine Homosexualität verborgen hielt. Der 55-Jährige beschreibt darin die Belastungen eines Doppellebens als Spitzensportler und äußert sich auch zur Situation homosexueller Fußballprofis.
Das Wichtigste im Überblick
- Mark Foster beschreibt in seinen Memoiren sein Leben als ungeouteter schwuler Spitzensportler.
- Der frühere Olympiaschwimmer outete sich erst 2017 im Alter von 47 Jahren.
- Foster berichtet von Lügen und der Trennung von Berufs- und Privatleben.
- Er ist überzeugt, dass es homosexuelle Spieler in der Premier League gibt, die sich nicht outen.
- Zudem erinnert er an das Schicksal des früheren Fußballprofis Justin Fashanu.
Outing nach Karriere-Ende
Foster outete sich erst 2017 im Alter von 47 Jahren – nach einer erfolgreichen Karriere als Profischwimmer. Bei den Olympischen Spielen 2008 gewann er eine Silbermedaille und trug bei der Eröffnungsfeier als Fahnenträger die britische Flagge. In seinem Buch schildert Foster, wie sehr ihn das Verstecken seiner sexuellen Orientierung belastete. „Ich hielt mein Arbeits- und Privatleben komplett voneinander getrennt, niemals durften sie sich vermischen. Ich wurde sehr gut darin, Halbwahrheiten und glatte Lügen zu erzählen. Das war erschöpfend“, sagte er.
Weiter erklärte Foster: „Wenn dir die Gesellschaft vermittelt, dass es nicht richtig ist – sei es auf dem Schulhof, in der Umkleidekabine oder im Fernsehen –, dann dachte ich irgendwann: Okay, was auch immer ich fühle, ich kann nicht dieser Mensch sein. Dieses kleine Geheimnis wurde immer größer.“ Vor seinem Coming-Out führte Foster öffentlich eine Beziehung mit einer Frau namens Catherine. Tatsächlich sei sie jedoch lediglich eine gute Freundin gewesen. „Ihr tatsächlicher Partner hatte glücklicherweise nichts dagegen“, sagte er. Heute lebt Foster mit seinem Partner Craig McKay im englischen Leigh-on-Sea in der Grafschaft Essex.
Blick auf die Fußballwelt
Mit Blick auf den Profifußball zeigte sich Foster überzeugt, dass es homosexuelle Spieler in der Premier League gibt. „Es muss schwule Fußballer in der Premier League geben“, sagte er. „Es muss Geschichten von unglaublich talentierten, außergewöhnlich begabten Fußballern geben, die das Gefühl hatten, in diesem Umfeld nicht offen homosexuell sein zu können, weil sie es nicht als sicheren Ort empfanden.“ Besonders bewegend sei für ihn das Schicksal des früheren Fußballprofis Justin Fashanu gewesen. Dieser war 1990 der erste offen schwule Profifußballer. Nach seinem Coming-Out sah sich Fashanu Anfeindungen von Fans, seiner Familie und den Medien ausgesetzt und nahm sich 1998 das Leben.
„Seine Geschichte bewegt mich bis heute sehr“, so Foster. „Er war unglaublich mutig, aber diese Geschichte erklärt zumindest teilweise, warum viele homosexuelle Menschen – mich eingeschlossen – sich nicht sicher genug fühlten, sich öffentlich zu outen.“ Mit Blick auf die gesellschaftliche Entwicklung sagte Foster außerdem: „Glaube ich, dass es besser geworden ist? Ja. Glaube ich, dass wir dort sind, wo wir sein sollten? Nein. Es liegt noch ein langer Weg vor uns. Menschen benutzen noch immer Hassrede und nennen sie Meinungsfreiheit. Es gibt weiterhin Vorurteile und weit verbreitete Homophobie. Das ist Mobbing.“